![[img]](http://pix.kirche-mv.de/fileadmin/clear.gif) |
Mobilfunk unterm Kirchendach? Leussower wollen Einwohner in Entscheidung einbezogen wissen
Leussow (svz). Der Mobilfunkbetreiber O2 ist auf der Suche nach einem neuen Antennenstandort. Dieser soll nun unter dem Kirchendach sein. Bei den Einwohnern gibt es Für und Wider. Für den Netzbetreiber O2 läuft zum Ende des Jahres der Vertrag zur Mitnutzung des D1-Turmes nahe Leussow aus. Aus diesem Grund stellte die Mobilfunkgesellschaft den Antrag an die Kirche, unter dem Dach des Kirchturms in Leussow eine Mobilfunkantenne einzurichten. Damit soll nicht nur das Netz verstärkt werden, sondern auch das UMTS-Netz, und somit würde auch die Region vom schnelleren Internet über ISDN-Anschluss profitieren können.
Soweit, so gut, würde es nicht, wie eigentlich zu erwarten, die Bedenken bei den Bürgern geben. Der Kirchgemeinderat, der aber nicht nur aus Leussower Mitgliedern besteht, könnte dieses beschließen, „aber“, so Pastorin Ruthild Pell-John, „wir wollten erst das Für und Wider der Einwohner anhören, damit es nicht heißt, es würde hinter verschlossenen Türen gemuschelt“.
Von den Bürgern wurden überwiegend Bedenken in gesundheitlicher Hinsicht und betreffs der dort nistenden Eulenpaare und Turmfalken laut. Pastorin Pell-John versprach, sich noch einmal mit dem Eulenbeauftragten zu unterhalten. Genauere Auskünfte wird aber keiner geben können, weil die Auswirkungen nur in Langzeitstudien erforscht werden können. Hierzu ist die Mobilfunkgeschichte noch zu jung. „Im Internet kann man tausende negative Beispiele nachlesen“, so Werner Loddermoser, und die Kirche sollte Kirche bleiben und nicht mithelfen, die Ängste der Bewohner zu schüren.
Es gäbe aber auch ebenso viele positive Beispiele, war von den Jugendlichen zu hören. Für den fast 80-jährigen Wolfgang Sehland, der sich noch sehr rege für die Belange in der Gemeinde interessiert, war das eigentlich schon vor Jahren zu Pastor Moritz’ Zeiten entschieden. Warum dieses jetzt eine neue Situation sein soll, leuchtete ihm nicht ein. „Wir haben hier einen alten Feuerwachturm außerhalb der Gemeinde im Wald, der bestens dazu geeignet wäre, warum nicht dort?“, so Sehland.
Die letzte Entscheidung hierzu muss nun der Kirchgemeinderat treffen. „Die Mieteinnahmen würden laut gesetzlicher Regelung der Baukasse der Kirche zu gute kommen, und die Grenzwertbemessung der Strahlungen prüft die Regulierungsbehörde“, so die Leiterin der Kirchenkreisverwaltung, Christine Bullor-Rainharts. Die Genehmigung dieser Behörde muss auch O2 vorlegen.
Mobilfunk unterm Kirchendach ist aber eigentlich nichts neues, und wird schon in vielen Orten so gehandhabt.
(Von Uwe Losch)
Mit freundlicher Genehmigung von: Schweriner Volkszeitung
Ausgabe vom 10.2.2007 
|