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Leitfragen sollen Dialog zwischen Landtagskandidaten und Wählern anregen

Kirchenleitung schreibt Brief an alle Kirchgemeinden/weitere Beschlüsse gefasst

04.04.2011 | Schwerin (cme). Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern wird die Kirchenleitung sich per Brief an alle Kirchgemeinderäte in den 269 mecklenburgischen Kirchgemeinden wenden und darum bitten, mit den Kandidatinnen und Kandidaten „das Gespräch über aktuelle politische Fragen zu suchen und zu initiieren“. Dies beschloss die Kirchenleitung auf ihrer Sitzung am 1. April 2011.
„Als Anregung werden dem Brief ,Leitfragen zur Landtagswahl 2011’ beigefügt, die die Arbeitsgruppe ,Demokratie lernen’ erarbeitet hat“, informierte heute (4. April 2011) Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn in Schwerin. Die Leifragen, die grundsätzliche Themen aus ganz verschiedenen Lebensbereichen berühren, sollen „der Kommunikation zwischen den Politikern aus demokratischen Parteien und Wählergruppen und ihren Wählern dienen“. Ergänzt würden diese durch einen Fragekatalog des Diakonischen Werkes MV, der vor allem sozialpolitische Fragen in den Mittelpunkt stellt.
Zugleich spricht die Kirchenleitung die Bitte an die Kirchgemeinden aus, an Veranstaltungen zur Wahl teilzunehmen bzw. solche in kirchlichen Räumen zu organisieren. Auf diese Weise lasse sich „gemeinsam die Demokratie stärken, die wir 1989 miteinander errungen haben“, sagte Landesbischof Dr. von Maltzahn.

Beraten: Stellenpläne für künftige Kirchenverwaltungen
Zur Kenntnis nahmen die Mitglieder der Kirchenleitung die Stellenpläne für die künftige Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg und die Außenstelle des künftigen Kirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Hintergrund: Die Landeskirche wird ihre Kirchenkreisverwaltung bis Anfang 2012 in Schwerin bündeln. Daneben wird es künftig zwei Außenstellen dieser Kirchenkreisverwaltung in Güstrow und in Neubrandenburg geben. Ursprünglich gab es in jedem der fünf Kirchenkreise innerhalb der Landeskirche eine eigene Verwaltung Im Zuge der Fusion der drei Kirchen im Norden ist darüber hinaus vorgesehen, im jetzigen Gebäude des Oberkirchenrates in der Münzstraße 8-10 in Schwerin, eine Außenstelle des gemeinsamen Kirchenamtes in Kiel einzurichten (siehe dazu Presseinformation Nr. 15 vom 4. April 2011).

Unterstützt: konsequenter Weg für Energiewende
Die Mitglieder der Kirchenleitung sprachen sich dafür aus, den konsequenten Weg für eine energiepolitische Neuausrichtung zu unterstützen und appellieren an alle Verantwortlichen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, dafür einen gesamtgesellschaftlichen Konsens zu erreichen. Initiativen wie die von Brot für die Welt und Umwelt- und Naturschutzorganisationen wiesen in die richtige Richtung, hieß es. In diesem Zusammenhang erinnert die Kirchenleitung an die Erklärung der Landessynode zur Atompolitik vom 20. November 2010 in der formuliert ist: „Mit großer Sorge nimmt die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs die aktuellen Entwicklungen der Energiepolitik in Deutschland wahr. Durch die Ausweitung der Restlaufzeiten der Kernkraftwerke hat die Bundesregierung im Herbst 2010 den unter großen Anstrengungen gefundenen Energiekonsens zum Atomausstieg aus dem Jahr 2001 rückgängig gemacht.“

Berufen: Mitglieder der Landeskonferenz
Insgesamt 22 Damen und Herren berief die Kirchenleitung zu Mitgliedern der Landeskonferenz für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, darunter Vertreter des Amtes für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aus den Kreiskonferenzen, vom Landesjugendkonvent und von sozialdiakonischen Einrichtungen. In den kommenden vier Jahren werden die Berufenen den Oberkirchenrat, die Kirchenleitung und die Landessynode beraten, Grundlinien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Landeskirche erarbeiten, mittel- und langfristige Schwerpunkte vorschlagen und die damit verbundenen personellen, strukturellen und finanziellen Konsequenzen begründen. Dieses Aufgabenspektrum legt das Kirchengesetz über die Ordnung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fest.

Verlängert: Vereinbarung für gemeinsame Vikarsausbildung
Bis Pfingsten 2012, der Gründung der geplanten Nordkirche, werden Vikarinnen und Vikare aus Pommern und Mecklenburg weiter gemeinsam ihren zweieinhalbjährigen Vorbereitungsdienst absolvieren. Die Kirchenleitung sprach sich für eine Verlängerung der seit Anfang 2006 geltenden Vereinbarung aus. Zuvor hatte bereits die Kirchenleitung der Pommerschen Evangelischen Kirche dem zugestimmt. „Derzeit befinden sich zehn mecklenburgische und fünf pommersche Vikarinnen und Vikare in der Ausbildung. Im September beginnen voraussichtlich sechs Mecklenburger und drei Pommern ihren Kurs“, informierte Kirchenrat Dr. Matthias de Boor. Am 1. September 2012 soll dann der erste nordkirchenweite Vorbereitungsdienst beginnen.

Beschlossen: Pfarrstelle für Fort- und Weiterbildung wird neu besetzt
Im Kirchlichen Bildungshaus Ludwigslust wird die Pfarrstelle für Fort- und Weiterbildung ausgeschrieben. Anlass ist, dass der bisherige Stelleninhaber Pastor Dr. Jürgen Weiß im Herbst 2011 in den Ruhestand geht. Im Hinblick auf die geplante Nordkirche wird die Stelle künftig an den Hauptbereich 1 Aus- und Fortbildung angebunden. Schwerpunkt der zukünftigen Arbeit soll die Aus- und Fortbildung von gemeindepädagogischen Mitarbeitenden sein. Zugleich ist daran gedacht, berufsgruppenübergreifende Angebote zu erarbeiten und durchzuführen sowie eine Vernetzung der Anbieter im Bereich Fortbildung auf den Weg zu bringen“, erläuterte Oberkirchenrat Dr. Jürgen Danielowski.

Entsendet: Vertreter in Standortgruppe der künftigen Nordkirche
Die Synodale Änne Lange, Landessuperintendent Wulf Schünemann und Oberkirchenrat Dr. Jürgen Danielowski werden die Landeskirche in der so genannten Standortgruppe vertreten. Diese soll einen Vorschlag zur künftigen Nutzung der Tagungs- und Bildungshäuser im Gebiet der künftigen Nordkirche unterbreiten.