Fünfter Zwischenbericht zum Leitbildprozess vor der Landessynode der Pommerschen Evangelischen Kirche 8. bis 10. Oktober 2004
Sehr geehrte Frau Präses,
verehrte Synodale,
liebe Schwestern und Brüder,
eigentlich wollten wir als Koordinierungsgruppe Leitbildprozess schon weitersein und Ihnen als unserer Auftraggeberin auf dieser Synode einen ersten Entwurf des Leitbildes der Pom-merschen Evangelischen Kirche mit den dazugehörenden Projekten vorstellen. Dieses hatte ich Ihnen bei meinem vorigen Zwischenbericht im Frühjahr auch so angekündigt.
Nach einer Klausurtagung Anfang April in Gützkow, die wir dankenswerter- und erfreulicher-weise wieder mit Herrn Helmut Höfl aus der Diözese Passau durchführen konnten, hatten wir ein Skriptorium gebildet, das sich an die Erstellung der Texte für das Leitbild mit großem Elan, Engagement und Zeitaufwand herangemacht hat. Acht Texte zu den Stichworten: Glauben, Bildung, Heimat, Gaben und Werte, Mission, Diakonie, Ehrenamt und Ökumene sind erstellt worden.
Alle diese Texte sind von der Koordinierungsgruppe in mehreren Sitzungen intensiv bespro-chen und diskutiert worden. Hinweise und Anregungen wurden gegeben. Einzelne Gruppen aus der Landeskirche wandten sich an die Koordinierungsgruppe und wollten ihr Anliegen gerne in ein zukünftiges Leitbild mit einbringen.
Das Ergebnis war aber, dass wir mit diesem ersten Entwurf nicht zufrieden waren. Irgendwie war der Knoten für einen wirklich gelungenen Wurf noch nicht geplatzt. Jeder Text stand noch zu sehr für sich. Manches kam doppelt vor, anderes wieder überhaupt nicht. Es fehlte ihm auch eine gute Lesbarkeit, vielleicht können wir sogar sagen ein Hauch von Poesie, die einen veranlasst, das Ganze gerne in die Hand zu nehmen, es auch anderen zu empfehlen und in der Öffentlichkeit damit aufzutreten und zu sagen: das sind wir als Pommersche Evange-lische Kirche und dort wollen wir in den nächsten Jahren hin.
Manchmal hatten wir den Eindruck, dass es mehr um eine Darstellung der Wichtigkeit und Unaufgebbarkeit des jeweiligen Bereiches ging, als um die Gesamtschau eines Leitbildes.
Das mag daher gekommen sein, dass unbewusst die gleichzeitig laufenden Finanz- und Strukturdebatten und -entscheidungen im Hinterkopf waren. Dieses ist dem Leitbildprozess nicht immer förderlich gewesen. Und mancher in den Gemeinden, Kirchenkreisen und auf der Ebene der Landeskirche mag sich gefragt haben: was soll der Leitbildprozess noch, wenn sowieso ganz andere Dinge über die Zukunft der Kirche entscheiden?
Demgegenüber können wir nur sagen: gerade weil die Situation schwierig und angespannt ist, ist es gut zu wissen, wer wir sind und wohin wir wollen. Und vielleicht ist unsere schwierige finanzielle Situation dabei sogar eine Chance, uns die Augen zu öffnen, dass wir uns fragen, ob unser Reden und Handeln als einzelne Christen und als Kirche überzeugend genug war und ist, um Menschen für das Evangelium zu gewinnen und ihnen zu sagen und vorzuleben, wie gut es ist, im Leben und Sterben zu Gott zu gehören?
So haben wir noch einmal innegehalten und uns auf alles das besonnen, was uns aus den Ge-meinden, Kirchenkreisen, Ämter und Diensten, von den Interviews und den Leitbildkonferen-zen als Arbeitsmaterial und Vorschlägen zur Verfügung steht. Das ist erfreulicherweise sehr viel. Allerdings ist auch der Adressatenkreis des Leitbildes bewusst sehr weit gefasst: nämlich von Menschen, die in der Kirche ihre feste Heimat haben bis hin zu denen, die an ihr nur flüchtig interessiert sind. Es kommt darauf an, dass ein Leitbild entsteht, das die Leitbilder der Gemeinden, Ämter und Werke aufnimmt, das der Arbeit der Pommerschen Evangelischen Kirche eine inhaltliche Orientierung gibt und das die Kraft zur Auswahl und Gestaltung von leitbildhaltigen Projekten hat.
So haben wir uns noch einmal auf mehrere Stichworte verständigt, die in dem vorliegenden Material besonders häufig genannt werden, wie z.B. Gottesdienst, offene Kirche, Welt-
verantwortung, Gemeinschaft, Seelsorge u.a.m., wollen sie unter Überschriften zusammenfas-sen, lesbare und verständliche Texte dazu schreiben und die dazu gehörenden und vor allem auch machbaren Projekte entwickeln.
Es ist unser erklärtes Ziel, dass bis Weihnachten das Leitbild fertig sein muss.
Wir wollen dann etlichen Personen und Gruppen den Entwurf vorstellen, um von ihnen kritische oder auch zustimmende Rückmeldungen einzuholen.
Entsprechend der Kirchenordnung würde die Kirchenleitung Ende Januar 2005 sich mit dem Entwurf befassen. Daraufhin geht er noch einmal in die Koordinierungsgruppe zurück und wird dann als Vorlage in die Synode eingebracht.
Wir wünschen uns sehr, dass die Frühjahrssynode sich dann genug Zeit nimmt, um über das Leitbild zu beraten und es zu beschließen.
In einem feierlichen Akt sollte dann das Leitbild für die Pommersche Evangelische Kirche mit der Unterschrift von Frau Präses König und Bischof Dr. Abromeit in Kraft gesetzt werden.
Während dieser Synode können Sie sich anhand der Ausstellung noch einmal über den Leitbildprozess informieren.
Darüber hinaus finden Sie weitere Informationen im Internet unter www.kirche-mv.de erhalten.
i.A. der Koordinierungsgruppe
Roland Springborn
Geschäftsführer

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