 |
 |


Das Präsidium der Landessynode: Elke König, Dr. Rainer Dally, Pfr. Tilman Reinecke. Foto: Neumann
|
Pommersche Synode berät über Nordkirchenfusion
Greifswald (pek/epd). Die Landessynode der Pommerschen Evangelischen Kirche kommt von Freitag bis Sonntag im Wichernhaus in Züssow zu ihrer Herbsttagung zusammen.
Auf der Tagesordnung stehen u.a. der Haushalt 2009, die geplante Fusion Mecklenburgs, Nordelbiens und Pommerns zu einer gemeinsamen Nordkirche, Beratungen zum „JAhr zur Taufe“ sowie Wahlen.
Im Herbst 2007 hatte die Landessynode mit großer Mehrheit die Kirchenleitung beauftragt, einen Fusionsvertrag zu erarbeiten mit dem Ziel, mit Mecklenburg und Nordelbien zum 1.1.2012 eine gemeinsame Kirche zu bilden. Der Vertragstext, der den Synodalen vorliegt und auch im Internet unter www.kirche-im-norden.de veröffentlicht ist, gibt einen umfassenden Eindruck der zukünftigen gemeinsamen Kirche. Zum Entwurf gehört eine Machbarkeitsstudie, in der die finanziellen Auswirkungen einer Fusion anhand von Zahlen des Rechnungsjahres 2007 dargestellt werden. Die Kirchenleitung hat die Gemeinden, Dienste und Werke gebeten, bis zum 1. Dezember ihre Stellungnahme zum vorliegenden Vertragsentwurf, abzugeben. Auf den Frühjahrssynoden Ende März 2009 wollen alle drei Synoden über den Fusionsvertrag entscheiden.
Nach derzeitigem Zeitplan soll die "Nordkirche" ihre Arbeit zu Jahresbeginn 2012 beginnen. Sie hätte etwa 2,4 Millionen Mitglieder in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Standort für Kirchenamt und Leitenden Bischof soll Lübeck, für den Sprengelbischof von Mecklenburg-Vorpommern die Hansestadt Greifswald sein.
Sowohl die nordelbische als auch die mecklenburgische Landessynode hatten jedoch bei ihren jüngsten Zusammenkünften Änderungen angemahnt. Vor allem der geplante Umzug des künftig gemeinsamen Kirchenamtes von Kiel nach Lübeck war in Nordelbien auf Kritik gestoßen.
Die mecklenburgische Synode hatte im Grundsatz zwar den bislang vorliegenden Entwurf für einen Fusionsvertrag begrüßt, forderte die eigene Kirchenleitung in einigen anderen Punkten aber ebenfalls zur Neuverhandlung auf. So soll im künftigen Arbeitsrecht der "Dritte Weg" beschritten werden. Das würde bedeuten, dass die Gewerkschaften bei der Tarifgestaltung kein Mitspracherecht hätten wie dies derzeit in Nordelbien der Fall ist.
Der Haushaltsplanentwurf hat ein Volumen von 22,65 Mio. €; das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 2,6%. Der Grund für Mehrausgaben liegt insbesondere bei vorzunehmenden linearen Tarifanpassungen. Die Finanzierung ist über ein höheres Kirchensteueraufkommen gesichert. Der Planentwurf konnte ohne Rücklagenentnahmen ausgeglichen gestaltet werden. Zur Steigerung des Haushaltsvolumens hat das gemeinsame Kirchenmusikwerk der Pommerschen und Mecklenburgischen Kirche beigetragen, das zum 1. Januar 2009 startet. Von den Kosten trägt Mecklenburg 2/3 und Pommern 1/3, gemäß den Größenordnungen der beiden Kirchen.
(16.10.2008) 
|