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Landessynode plädiert für fair gehandelten Kaffee, Tee und andere Produkte

Appell: Kirchgemeinden und Verwaltung sollen ihre Beschaffung umstellen

16.04.2011 | Plau am See (cme). Mit Sorge sieht die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, dass „immer mehr Waren in den Handel kommen, bei deren Herstellung Menschen sowie die Mitwelt rücksichtslos ausgebeutet werden. Waren, die in einer sozial und ökologisch unverträglichen Produktionsweise hergestellt werden, können nicht mit gutem Gewissen eingekauft werden“. So heißt es in einem Beschluss, den die 57 Synodalen heute (16. April 2011) in Plau am See fassten.

Zugleich bekräftigte die mecklenburgische Synode ihren Beschluss vom 16. November 1997 zur Verwendung fair gehandelter Produkte. So wird beispielsweise auf den Tagungen der Landessynode schon seit Jahren fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Aktuell bat die Synode die Kirchgemeinden sowie kirchliche und diakonische Einrichtungen und Verwaltungen, dafür Sorge zu tragen, dass „zukünftig in der Regel fair gehandelte Produkte verwendet bzw. angeboten werden.“

Darüber hinaus fordert die Landessynode laut Beschlusstext dazu auf, dass
- sich „kirchliche Verwaltungen (Oberkirchenrat, Superintendenturen, Kirchenkreisverwaltungen) dem Projekt „Zukunft einkaufen - glaubwürdig wirtschaften in Kirchen““ anschließen und in einem ersten Schritt, sofern dies noch nicht geschieht, ab sofort ausschließlich fairen Kaffee und Tee kaufen und für ihre Druckerzeugnisse und für den Gastronomie- und Sanitärbereich Recyclingpapier benutzen.
- für landeskirchliche Großveranstaltungen (wie zum Beispiel: Kirchentage, Kinder- und Jugendveranstaltungen, überregionale Feste und Veranstaltungen) ebenfalls fairer Kaffee und Tee und Recyclingpapier benutzt wird.

Zweitens empfehlen die mecklenburgischen Landessynodalen in ihrem Beschluss das Projekt „Zukunft einkaufen - glaubwürdig wirtschaften in Kirchen“, das von den Umweltbeauftragten der Evangelischen und Katholische Kirche in Deutschland sowie der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland mbH. entwickelt wurde. Dieses Projekt hat zum Ziel, dauerhaft das Beschaffungsmanagement der Kirchen an ökologischen und sozialen/fairen Standards auszurichten.

Die Synode ruft Gemeinden, kirchliche und diakonische Einrichtungen zur Beteiligung an diesem Projekt auf, damit ein Netzwerk von Interessierten aufgebaut werden kann, dass mit dem bundesweiten Netzwerk in Austausch tritt und Leuchtturmprojekte von „Zukunft einkaufen“ in der eigenen Region verankert.

Drittens bittet die Landessynode den Oberkirchenrat, die Voraussetzungen zur Errichtung einer 50prozentigen Stelle für die Arbeitsbereiche ökofaire Beschaffung, Umwelt und Klimaschutz zu schaffen, um diese Themenbereiche im zukünftigen Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg in der Nordkirche professionell zu bearbeiten, Leitbilder und Konzeptionen zu entwickeln und koordinierend tätig zu sein.