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Pastorenschwund in der Nordkirche

Landessynode diskutiert neue Wege in der Personalpolitik

27.02.2018 ǀ Hamburg.  Die evangelische Nordkirche sucht nach Wegen, ihre Aufgaben künftig mit deutlich weniger Pastoren zu erfüllen. Ziel müsse ein einheitlicher Personalabbau sein, der ländliche Regionen nicht übermäßig benachteilige, sagte der Hamburger Propst Karl-Heinrich Melzer, Mitglied der Kirchenleitung, am Montag in Hamburg. Die Nordkirche rechnet damit, dass von den rund 1.700 Pastoren und Pastorinnen bis zum Jahr 2030 etwa 900 in den Ruhestand treten und im Gegenzug 300 neu eingestellt werden. Die Landessynode (Kirchenparlament) will am Freitag (2. März) in Lübeck-Travemünde dazu einen umfassenden Maßnahmenkatalog beschließen.

Geplant ist unter anderem, dass alle Kirchenkreise und überregionalen Dienste ihre Pfarrstellenzahl bis 2030 gleichermaßen herunterfahren. Damit soll verhindert werden, dass attraktive Städte wie Hamburg, Kiel oder Rostock ihre Pfarrstellen besetzen, während ländliche Regionen wie die Westküste oder Vorpommern leer ausgehen. Der Ost-West-Unterschied zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein spiele dabei allerdings kaum eine Rolle, betonte Personalreferent Michael Ahme.

Hintergrund der Problematik ist die anstehende Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1954 und 1964. Verschärfend kommt hinzu, dass die Landeskirchen aufgrund der Finanzkrise zwischen 2003 bis 2009 kaum neue Pastoren eingestellt hatten. Mit weniger Pfarrstellen werde sich die kirchliche Arbeit im Norden verändern, sagte Personal-Dezernent Ulrich Tetzlaff. Welche Auswirkungen dies konkret haben werde, könne derzeit aber nicht vorhergesagt werden. Mit der Kampagne www.die-nachfolger.de wirbt die Nordkirche angesichts des drohenden Fachkräftemangels bei jungen Menschen für ein Theologie-Studium.

Mit einem Bündel von Einzelmaßnahmen sollen vor allem Pfarrstellen auf dem Land attraktiver werden, sagte Tetzlaff. Dies betreffe unter anderem das Pastorat, die Mobilität und Arbeitsmöglichkeiten für den Ehepartner. Es werde aber keine "Buschzulage" für ländliche Pfarrstellen geben. Erwogen werde auch, Menschen ohne Theologie-Examen nach einer Fortbildung als Pfarrverwalter einzusetzen, ergänzte Ahme. Als Zeichen der Wertschätzung soll der Campus Ratzeburg für die Aus- und Fortbildung für zwölf Millionen Euro saniert werden.
Quelle: epd

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