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Landeserntedankfest in Loitz:

Bischof Abromeit: „Das Wichtigste, was wir zum Leben brauchen, hat uns Gott geschenkt“

06.10.2013 | Loitz (ak). Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit hat in seiner Predigt beim heutigen (6. Oktober) Landeserntedankfest in Loitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) die Angewiesenheit des Menschen auf Gott betont: „Erntedank – das heißt: Das Wesentliche können wir uns nicht selber geben. Wir verdanken uns und alles, was wir haben, Gott.“ Das Landeserntedankfest, eine Kooperation zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Nordkirchensprengel Mecklenburg und Pommern, wurde heute Vormittag mit einem Gottesdienst in der St. Marienkirche eröffnet, bei dem auch Justizministerin Uta-Maria Kuder teilgenommen hat.

Der Greifswalder Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern lud die Gottesdienstbesucher ein, die Abhängigkeit von Gott nicht als Schicksal, sondern als Entlastung und Befreiung zu sehen: „Wer meint, er müsse sich in seinem Leben das Wichtigste mit seiner Hände Arbeit verdienen, der lebt ein ganzes Leben im Krampf. Wer aber weiß: Das Wichtigste im Leben kann man nicht machen, der lebt aus dem Geschenk.“ Diese Sicht auf das Leben rechne mit einer Realität, die über die eigene Wahrnehmung hinausgehe. Abromeit: „Wir müssen einen Schritt zurücktreten, unser Leben betrachten und dann werden wir feststellen: Es gibt in unserem Leben eine andere Wirklichkeit, die fügt Dinge zusammen und lässt Ereignisse eintreten, die wir nicht in unseren Händen haben.“

Zum Erntedankfest betonte der Bischof die Verantwortung für die Menschen in Afrika, denen das Notwendigste zum Leben fehle: „Europa steht nicht für sich. Wir in Deutschland sind nicht einfach allein. Sondern wir Menschen stehen in einer großen Menschheitsfamilie und haben auch Verantwortung für die anderen.“ Im Hinblick auf die Flüchtlingstragödie vor der italienischen Insel Lampedusa vor drei Tagen meinte Abromeit: „So kann es nicht weitergehen. Wir müssen den Politikerinnen und den Politikern im Ohr liegen. Natürlich müssen wir zuerst versuchen, die Verhältnisse in Afrika helfend zu verbessern. Aber wir müssen auch Platz finden für die, die über das Mittelmeer zu uns streben.“