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Presseinformation vom 15. April 2011

Landesbischof berichtet über Stand der Fusion zur Nordkirche

15.04.2011 | Plau am See (cme). Die Entwürfe der Verfassung, des Einführungsgesetzes und der künftigen Kirchenkreissatzung stoßen nach Ansicht von Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn auf eine gute Resonanz. Insbesondere das Thema „Amt und Gemeinde“ im Blick auf die Leitungsaufgabe der Pastorin, des Pastors im Verhältnis zu der des Kirchgemeinderats würden rege diskutiert. Diverse Rückmeldungen gebe es ebenso im Blick auf das Thema „Regionalverbände“. Dieses Fazit zog der mecklenburgische Landesbischof am Freitag (15. April 2011) vor der in Plau am See tagenden Landessynode.

Anlässlich seines Berichtes über den Stand der Fusionsverhandlungen zur Nordkirche bedankte sich der Landesbischof bei den 57 Synodalen, die als Mitglieder der Verfassunggebenden Synode inzwischen „in neuer und intensiver Form Kontakt zum Nordkirchenprozess gefunden“ hätten. Und er dankte für Einsatz, Geduld und Engagement, das zahlreiche Synodale zugleich in den synodalen Ausschüssen wahrnehmen. In diesem Zusammenhang blickte Dr. von Maltzahn positiv auf die Sondertagung der Verfassunggebenden Synode Mitte Januar 2011 zurück. Diese habe „Kommunikation, Klärungen und Entwicklungen von Perspektiven ermöglicht“. Insbesondere die Gruppengespräche konnten zur Vertiefung des persönlichen Kontakts und zum Verstehen der Intention mancher Bestimmungen der Entwürfe einen guten Beitrag leisten.

Im seinem weiteren Bericht ging Landesbischof von Maltzahn auf einzelne konkrete Punkte ein: So ist für die zukünftige Verwaltung eine sogenannte „Sollstruktur“ für das neue Landeskirchenamt in Kiel und seine Außenstelle in Schwerin entwickelt worden. „Die Einsparvorgabe, auf die wir uns verständigt hatten, dass nämlich im Bereich Leitung und Verwaltung mindestens 15 Prozent der heute entstehenden Kosten einzusparen sind, wird erreicht“, betonte Dr. von Maltzahn. Parallel werde jetzt eine Übergangsstruktur für die Verwaltung vorbereitet. Hintergrund: Die Soll-Struktur lässt sich nicht sofort Pfingsten 2012 umsetzen. Denn der Fusionsvertrag gibt vor, dass den Mitarbeitenden jeweils an dem Standort, an dem sie heute tätig sind, ein adäquater Arbeitsplatz angeboten wird.

Bei den Sachthemen, an denen derzeit intensiv gearbeitet werde, nannte der Landesbischof das Diakonie- und das Prädikantengesetz sowie den Haushaltsentwurf für die zweite Hälfte des Jahres 2012. Beim Diakoniegesetz geht es inhaltlich vor allem um eine sachgemäße Bestimmung des Verhältnisses zwischen der verfassten Kirche und ihrer Diakonie. Von Maltzahn: „Die Verbundenheit beider und die historisch gewachsene und aus sachlichen Gründen notwendigen Selbständigkeit der Diakonie gilt es auszubalancieren. Diakonie ist eben Werk der Kirche und Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege.“

Bezüglich des noch bis Anfang Mai laufenden Beteilungsprozesses bat der Landesbischof eindringlich darum, „nicht nur Meinungen zu äußern, sondern sie auch als Votum an die mecklenburgische Kirchenleitung zu richten“. Diese werde sich auf ihren Sitzungen am 7. Mai und vor allem am 17. Juni 2011 mit den Rückmeldungen beschäftigen und die Voten für die weitere Diskussion bündeln.

Zum Schluss blickte Landesbischof von Maltzahn auf die dritte Tagung der Verfassungsgebenden Synode vom 6. bis 8. Januar 2012 in Warnemünde-Hohe Düne voraus. Sollten Verfassung und Einführungsgesetz mit den erforderlichen Mehrheiten verabschiedet werden, steht die Frage, wie der Übergang in die neue Kirche erfolgen soll. „Unserer Kirchenleitung liegt daran, den Übergang zu gestalten“, so der Landesbischof. Die Zeit von Januar bis Pfingsten 2012 soll „Raum geben für Erinnerungen und Vergewisserung, für Gefühle, die mit dem Abschiednehmen verbunden sind, wie auch für Ausblicke. Miteinander wollen wir auf das zurückschauen, was uns in unserem Kirchesein geprägt hat und was wir in die neue Kirche mitnehmen und auch für andere fruchtbar werden lassen können“. Als Beispiele, wie diese Zeit gestaltet werden kann, nannte Dr. von Maltzahn einige Beispiele: So werde es ein interdisziplinäres Seminar der theologischen Fakultät zur mecklenburgischen Kirchengeschichte geben. In Planung sei ebenso eine Schulprojektwoche zur aktuellen Bedeutung des Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sowie eine Tagung der Evangelischen Akademie, die sich mit den zwanzig Jahren nach der Wende beschäftigt. Dabei soll auch untersucht werden, welche Impulse von den Christinnen und Christen ausgegangen sind, die aus den alten Bundesländern stammen, aber nun in unserer Mitte leben und arbeiten.
Persönlichen Geschichten in und mit der mecklenburgischen Kirche werden in der Kirchenzeitung Raum bekommen, informierte der Bischof weiter. Und nicht zuletzt sollen liturgische Bausteine den Kirchgemeinden für die Gestaltung ihrer Gottesdienste angeboten werden. Landesbischof von Maltzahn: „Wir wollen den Übergang in offener Weise gestalten und auch auf dieser Wegstrecke beieinander bleiben. Möge Gottes Geist uns leiten!“