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Kurswechsel und neuen Konsens in der Energiepolitik gefordert

Mecklenburgischer Landesbischof schlägt runden Tisch vor

15.04.2011 | Plau am See (cme). „Es ist höchste Zeit für einen grundlegenden Kurswechsel“: Eindringlich sprach sich Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn heute (15. April 2011) für eine neue Klima-, Umwelt-, Energiepolitik aus. Zugleich appellierte er an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die Chance zu einem neuen Konsens nicht zu vertun. Vor der in Plau tagenden Frühjahrssynode der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs sagte Dr. von Maltzahn: „Dabei ist es nicht mit dem Abschalten von Atomkraftwerken getan. Der Ernst der Situation stellt uns vor die sehr viel grundsätzlichere Frage nach unserem Lebensstil – als Gesellschaft und persönlich.“

Der Landesbischof plädierte für eine neue gesellschaftliche Grundorientierung über die zukünftige Energiewirtschaft: „Einen neuen Konsens: Das meint mehr als die Rückkehr zu alten Ausstiegsszenarien. Notwendig ist eine breite gesellschaftliche Übereinstimmung hinsichtlich der künftigen Energiegewinnung und ihrer Implikationen: Ausbau der Stromnetze, Vergleich der tatsächlichen Kosten der Energiegewinnung, Vorrang des Energiesparens.“ Ein guter Anfang dafür könne „ein öffentlich tagender Runder Tisch mit Vertretern aller relevanten zivilgesellschaftlichen Akteure sein“, schlug der Landesbischof vor. Es sei nicht nur notwendig umzusteuern – „wir haben auch die Möglichkeit. Weite Teile der Bevölkerung scheinen bereit zu sein, solch einen Kurswechsel mitzutragen“, so der Theologe.

Zugleich machte Dr. von Maltzahn darauf aufmerksam, dass die fällige Energiewende eng zusammen hängt mit der Problematik, wie Menschen wirtschaften und leben. „Wachsende materielle Ansprüche, ständiges Wirtschaftswachstum sind nicht vereinbar mit einer an Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit orientierten Wirtschafts- und Lebensweise. Religiös gesprochen geht es um das Erkennen von Schuld und verfehltem Leben, geht es um Umkehr.“