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Barock trifft Abstraktion

Kunstgottesdienst eröffnet Doppel-Ausstellung in Stralsund

16.05.2014 ǀ Stralsund.  Im Anschluss an einen Kunstgottesdienst am kommenden Sonntag (18. Mai, 10.30 Uhr) in der Stralsunder Kirche St. Nikolai wird um 11.45 Uhr die Eröffnung einer Doppelausstellung mit Fotos von Werken des Bildhauers Elias Kessler und Skulpturen von Franz Albert Tröster gefeiert.

Augenmerk gilt Gesichtern und Gesten

In zahlreichen Kirchen Mecklenburg-Vorpommerns lassen sich Werke des Stralsunder Bildhauers Elias Kesslers (um 1685 bis 1730) finden. So schuf er unter anderem das prachtvolle Taufgehäuse in St. Nikolai in Stralsund. Der Greifswalder Kunsthistoriker Detlef Witt hat sich mit der Kamera auf die Spurensuche nach Kesslers Werken begeben. Sein Anliegen ist es dabei, mit seinen Fotografien die Kesslerschen Gestalten nicht dokumentarisch abzubilden, sondern sie als lebendige Individuen zu begreifen. Witts sensibles Augenmerk liegt auf den Gesichtern und Gesten der virtuosen Skulpturen aus weichem Lindenholz.

Archaisch reduzierte Skulpturen

Ganz anders verhält es sich bei den Holz- und Steinskulpturen von Franz Albert Tröster. Der Stralsunder Arzt und Bildhauer muss schwer arbeiten, bevor er dem harten Stein die im Innern verborgene Form abringen kann. Seine Skulpturen wirken archaisch reduziert bis hin zur Abstraktion. Bei den Holzskulpturen verzichtet Franz Albert Tröster in jüngster Zeit darauf, Unregelmäßigkeiten zu korrigieren, kommt es doch auch in der Biografie jedes Menschen gelegentlich zu Brüchen oder Verletzungen, die Risse und Narben hinterlassen.

„Wir können gespannt sein auf diesen Dialog zwischen Holz und Stein, Foto und Skulptur, Barock und Gegenwart“, so Hanns-Peter Neumann, Pastor der Gemeinde St. Nikolai.
Quelle: PEK (sk)