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Skulptur des Rostocker Künstlers Wolfgang Friedrich eingeweiht:

Kunst der Nordkirche in Hamburg, Kiel, Schwerin und - Gützkow

03.10.2013 | Gützkow (ak). Am heutigen Tag der deutschen Einheit (3. Oktober) wurde am Vormittag in Gützkow im Landkreis Vorpommern-Greifswald die Skulptur „Steigen und Stürzen“ des Rostocker Künstlers Wolfgang Friedrich eingeweiht. Entstanden sind die zwei Flügel aus grünem Sandstein bei einem Bildhauersymposium, das die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) beim 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg veranstaltet hat. Unter dem Motto „Von Engeln, Wächtern und Propheten“ sind insgesamt sechs Kunstwerke entstanden, die an verschiedenen Orten in der Nordkirche stehen werden: Hamburg, Kiel, Schwerin, Rosenow (bei Stavenhagen)  - und nun eben auch im 2300 Einwohner zählenden Gützkow.
 
Pastor Hans-Joachim Jeromin: „Ich finde es gut, dass so ein Kunstwerk auch einmal in einem kleineren Ort aufgestellt wird, sonst passiert das ja eher in den großen Städten.“ Bei seinem Anliegen habe ihn sowohl die Nordkirche als auch die Stadt Gützkow voll unterstützt. Das liege auch an der ansprechenden Skulptur, symmetrisch zueinander stehenden Steinplatten mit Bronzereliefs. Pastor Jeromin: „Nach 17 Jahren als Pastor hier glaube ich zu wissen, was man den Leuten zumuten kann: Die Skulptur ist nicht platt oder plakativ, aber auch nicht so verfremdet, dass man nur ratlos davor steht.“ Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit hob in seinem Grußwort die geographische Lage von Gützkow „genau in der Mitte von Vorpommern“ hervor: „Ich sehe darin eine gelungene Verbindung, die die Gemeinde hier in Gützkow, stellvertretend für uns Pommern, in die Nordkirche hin hat. Die Figur ermutigt uns darum, im Bemühen um die Nordkirche nicht nachzulassen.“
 
Die Einweihung fand bewusst am Tag der deutschen Einheit statt, weist die Symbolik der Skulptur des Rostocker Bildhauers doch auch auf Trennung und Wiedervereinigung hin: Den Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern erinnert sie aus der Ferne an Mauerstücke der Berliner Mauer: „Durch die Wende wurde viel möglich an Begegnung und Austausch, an Erneuerung und Veränderung. Doch wir wissen es alle, dass die Spuren der Teilung unseres Landes immer noch zu sehen sind. Auch daran erinnern die Mauerelemente." Die unbearbeitete Rückseite der Skulptur „Steigen und Stürzen“ mit ihren Spuren des Steinbruchs lässt Pastor Hans-Joachim Jeromin an die Narben und Verletzungen denken, die die Wende hinterlassen hat: „Es gab die, die hochgekommen sind, und die, die gefallen sind.“
 
Damit die Einheit Deutschlands nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich vollzogen würde, bräuchte es noch einmal 20 Jahre oder eine ganze Generation, so Bischof Abromeit. „Diese Skulptur hier ist daher, besonders am heutigen Tag, ein Symbol für das Zusammenwachsen von Ost und West. Möge sie hier Heimat finden und als Wächter und Prophet über sich hinausweisen.“