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Tagung

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt würdigt Ökumenische Versammlung in der DDR

15.06.2019 ǀ Schwerin.  Nordkirchen-Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt hat die Bedeutung der Ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der DDR gewürdigt, die zwischen Februar 1988 und April 1989 stattfand. Diese sei eine wichtige Ausgangsstation auf dem "Lernweg" der Kirchen im Einsatz für eine gerechtere Gesellschaft, eine friedlichere Welt und einen sorgsamen Umgang mit Mitgeschöpfen und Ressourcen gewesen, sagte Kühnbaum-Schmidt am Freitagabend bei der Tagung "30 Jahre Ökumenische Versammlung" in Schwerin.

Der Konziliare Prozess in der DDR verbinde die Kirchen in Ost und West bis heute, so die Landesbischöfin. Die Beschäftigung mit den damals formulierten Zielen sei "deutlich mehr als der Respekt und die Würdigung etwas älter gewordener Protagonisten". Denn der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung stecke noch immer in den Anfängen, obwohl die Zeit dränge. Die Themen des Konziliaren Prozesses seien nach wie vor relevant. Unter dem Motto "Sich erinnern, Kraft schöpfen, Lösungen suchen" hatten die Evangelischen Akademie der Nordkirche sowie die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern zu der Veranstaltung eingeladen.

Der Schweriner Bürgerrechtler Heiko Lietz sagte, die Ökumenische Versammlung in der DDR vor 30 Jahren habe mit ihren Forderungen nach demokratischen Reformen wesentliche Impulse für die friedliche Revolution im Herbst 1989 gegeben. Zugleich habe sie über die DDR hinausgedacht und sei somit "Teil einer weltweiten Aufbruchbewegung" gewesen, "die sich den Überlebensfragen der Menschheit" gestellt habe. Allerdings seien etliche Ziele von damals noch lange nicht erreicht.

"Armut, Hunger, Ausbeutung, Klimawandel, Flucht, Gewalt und Krieg sind weiter ungelöst. Sie sind 2019 um ein Vielfaches komplizierter, bedrohlicher und schwerer politisch zu bearbeiten", zitierte Lietz einen Aufruf anlässlich des 30. Jahrestages der Ökumenischen Versammlung, den er und etliche namhafte Akteure von damals wie die Theologen Almuth Berger, Heino Falcke, Jochen Garstecki, Ruth Misselwitz und Axel Noack im Februar 2019 veröffentlicht hatten.
Quelle: epd

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