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Landesbischöfin der Nordkirche wird Pfingstmontag eingeführt

Kristina Kühnbaum-Schmidt: "Ich bringe ein großes Stück Humor mit"

Von Nicole Kiesewetter

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt
07.06.2019 ǀ Schwerin.  "Richtig gut gelandet", sei sie in Schwerin, sagt Kristina Kühnbaum-Schmidt. Seit ihrem Amtsantritt am 1. April wohnt die neue Landesbischöfin der Nordkirche gemeinsam mit ihrem Mann in der beschaulichen Landeshauptstadt und findet, es sei ein guter Ort zum Leben und Arbeiten und ein zentraler Ort für die Nordkirche. "Von hier aus ist alles gut zu erreichen".

Das ist wichtig für Kühnbaum-Schmidt, denn ihr neuer Wirkungskreis ist groß: Wenn die Landesbischöfin ihn an seiner längsten Ausdehnung mit dem Auto durchqueren würde, müsste sie rund 600 Kilometer von der evangelischen Kirche im dänischen Hadersleben bis nach Gartz in der brandenburgischen Uckermark fahren. Am Pfingstmontag (10. Juni) wird die 54-Jährige als Landesbischöfin in einem Festgottesdienst um 14 Uhr im Schweriner Dom in ihr Amt eingeführt.

Nordkirche ist Lebendig und quirlig

Als die Anfrage kam, ob sie sich eine Bischofskandidatur vorstellen könne, habe sie natürlich erst einmal nachdenken müssen, erinnert sich Kühnbaum-Schmidt, die zu diesem Zeitpunkt Regionalbischöfin in Thüringen war. Doch "ein erstes Gefühl für die Situation ist wichtig, das war positiv". Die Nordkirche sei "lebendig und auch durchaus quirlig, das ist doch toll". Es gebe ein großes Maß an Diversität - "das hat mich angesprochen".

Nach ihrem Ankommen habe sie rasch gespürt, in den vergangenen sieben Jahren sei etwas zusammengewachsen in der noch jungen Nordkirche. Trotz aller Unterschiede zwischen Ost und West gebe es viele gemeinsame Themen über die Regionen hinaus: "Was bedeutet es, Kirche in ländlichen Räumen gut zu strukturieren?" Dies sei vor allem eine Aufgabe für die Propsteien und Kirchengemeinden vor Ort, "ich habe da keine vorgefertigte Strategie".

"Das erfordert sorgfältiges Hinsehen und große Weite"

Es gehe darum, möglichst genau den jeweiligen Situationen angemessene Lösungen zu finden, "das erfordert sorgfältiges Hinsehen und große Weite". Gefragt seien "neue Ideen, Kirche zu sein, ohne bewährte Formen grundlos beiseitezuschieben". "Unser Auftrag ist es, Kirche für andere, mit anderen und inmitten anderer zu sein", so das Credo der neuen Landesbischöfin, die in Braunschweig geboren wurde und in Göttingen und Berlin Evangelische Theologie studierte.

Kühnbaum-Schmidt arbeitete in Braunschweig als Pfarrerin der Kirchengemeinde Wichern sowie in der Propstei-Pfarrstelle für Öffentlichkeitsarbeit. 2004 wechselte sie in die Braunschweiger Innenstadtgemeinde St. Petri. Ab 2009 war Kühnbaum-Schmidt zusätzlich als pastoralpsychologische Beraterin und Supervisorin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig und als Dozentin für Seelsorge am Predigerseminar tätig.

"Ich bringe ein großes Stück Humor mit"

Bei der Bewältigung ihrer vielen neuen Aufgaben helfe ihr, gut strukturiert zu arbeiten. Es sei ihr wichtig, "dass es in meinem Arbeitsalltag Zeitfenster für aktuelle Themen und Gespräche gibt". Außerdem ist die Mutter einer erwachsenen Tochter überzeugt: "Ich bringe ein großes Stück Humor mit - auch mir selbst gegenüber." Das helfe, empfundenem Ärger gegenüber in Distanz zu treten.

Ökumene, sagt Kühnbaum-Schmidt, sei ihr wichtig, "sie weitet unseren Blick". "In einer Welt, wo immer mehr Grenzen gezogen werden, ist die Verbundenheit in der Ökumene ein Geschenk." Ihren Facebook-Account will Kühnbaum-Schmidt in ihrem neuen Amt weiterführen. "Kirche soll da sein, wo die Menschen sind. Dann ist Kirche auch unterwegs in der digitalen Welt." Ihr Anliegen: "Durch meine Brille etwas von der Vielfalt der Nordkirche zu zeigen".

Vor der Amtseinführung am Montag sei sie "natürlich etwas aufgeregt". Aber der Gottesdienst und der Segen, der ihr dort zugesprochen werde, seien ein Zeichen dafür, "ich bin nicht allein unterwegs. Die Verantwortung für so eine große Kirche passt nicht auf zwei Schultern."
Quelle: epd

Ablauf am Pfingstmontag (10. Juni)
  • Der Festgottesdienst beginnt am Pfingstmontag um 14 Uhr im Schweriner Dom und wird nach einer Prozession auf den Marktplatz dort unter freiem Himmel fortgesetzt.
  • Im Gottesdienst wird Landesbischof Ralf Meister (Hannover) als Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) Kristina Kühnbaum-Schmidt in ihr Amt als Landesbischöfin der Nordkirche einführen. Dabei wird er ihr auch das Amtskreuz übergeben.
  • Anschließend hält die Landesbischöfin ihre erste Predigt im neuen Amt. Unter dem Motto „Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ wird sie über einen biblischen Text aus dem Matthäusevangelium (Kapitel 16, 13-19) sprechen. Die Kollekte ist bestimmt für Klimaschutzprojekte in den Partnerkirchen der Nordkirche.
  • Gegen 15 Uhr werden die Teilnehmenden aus dem Dom in einer Prozession zum Marktplatz ziehen, wo der Gottesdienst mit der Feier des Abendmahls und dem Segen seinen Abschluss findet.
  • Der Gottesdienst wird live im NDR Fernsehen übertragen und zusätzlich auf einer Großbildleinwand auf dem Marktplatz mitzuerleben sein. Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche, freut sich auf zahlreiche Gäste von nah und fern: „Herzlich willkommen sind zum Gottesdienst und zur anschließenden Kaffeetafel alle Einheimischen und Besucher, Christen ebenso wie Angehörige anderer Religionen und Weltanschauungen, Menschen aus Norddeutschland und aller Welt – alle, die mit uns gemeinsam dieses Fest feiern und miteinander ins Gespräch kommen möchten.“
  • Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen von Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf gemeinsam mit dem Rostocker Motettenchor und der Solistin Mandy Bruhn (Leitung: Kirchenmusikdirektor Prof. Dr. Markus Johannes Langer), den Bläsern des Posaunenwerkes der Nordkirche (Leitung: Landesposaunenwart Martin Huss), der Nordkirchen-Band (Leitung: Jan Simowitsch, Fachbereich Popularmusik in der Nordkirche) und mit Domkantor und Kirchenmusikdirektor Prof. Jan Ernst an der Orgel.
  • Im Anschluss lädt die Nordkirche zu Begegnung und Gesprächen bei einem Festprogramm an Kaffeetafeln auf den Markt ein. Daran werden auch Repräsentanten aus Kirche, Gesellschaft und Politik teilnehmen, unter ihnen auch Vertreter der Partnerkirchen der Nordkirche.
  • Grußworte werden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Mecklenburg-Vorpommern, Landtagspräsident Klaus Schlie, Schleswig-Holstein, Staatsrat Jan Pörksen, Freie und Hansestadt Hamburg, Beate Schlupp, 1. Vizepräsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche, Bischof Godwin Nag, Evangelisch-Lutherische Kirche in Assam, Indien, sowie Erzbischof Dr. Stefan Heße, Erzbistum Hamburg, und der Bischofsrat der Nordkirche halten
  • Das Saxophonquartett Frollein Sax und Moderator Thomas Lenz werden das Programm begleiten
  • Gegen 18 Uhr endet das Festprogramm zur Amtseinführung. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt wird alle Gäste mit einem Reisesegen verabschieden.
  • Am folgenden Tag wird die Landesbischöfin sich zu Begegnung und Austausch mit den ökumenischen Gästen aus den Partnerkirchen der Nordkirche treffen. Die Nordkirche pflegt Beziehungen zu insgesamt 29 Partnerkirchen in mehr als 25 Ländern auf vier Kontinenten.
  • Für Auf- und Abbau, Service und Organisation am Pfingstmontag sorgen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder vom Ring evangelischer Gemeindepfadfinder (REGP). Die Johanniter-Unfallhilfe übernimmt den Sanitätsdienst.

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