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Berlin: Tausend Menschen protestieren gegen Kopftuchverbot

 

Berlin (epd). Rund Tausend Menschen, darunter sehr viele muslimische Frauen, haben sich am Sonnabend im Berliner Stadtteil Kreuzberg zu einer Demonstration gegen ein Kopftuchverbot versammelt. Die Teilnehmer forderten "kein Berufsverbot für religiöse Menschen", und hielten Transparente mit Aufschriften wie "Mein Kopf gehört mir" und "Es gibt keinen Zwang im Glauben". Zu der Aktion "Religionsfreiheit für alle - gegen jede staatlich reglementierte Kleiderordnung" hatte die Initiative Berliner Muslime aufgerufen.

 

Der Verfassungsschutz hatte im Vorfeld in Berliner Moscheen eine massive Mobilisierung für die Aktion festgestellt. Die Demonstration werde von zahlreichen islamistischen Organisationen unterstützt, hieß es. Die Resonanz auf den Aufruf war jedoch unterschiedlich. Während der Zentralrat der Muslime in Deutschland auf seiner Webseite für den Protest warb, hatten der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg und die Türkisch-Islamische Union angekündigt, sich nicht an der Aktion beteiligen zu wollen, da sie ein Kopftuchverbot befürworten.

 

Der Protestzug soll zum Roten Rathaus in Berlin-Mitte gehen. An seiner Spitze laufen vor allem Frauen mit Kopftüchern. Die Veranstalter verlasen eine Liste mit Namen von prominenten Unterstützern, darunter evangelische Bischöfinnen, Parlamentarierinnen und Schauspielerinnen. Zu der Abschlusskundgebung werden als Redner die Berliner Medizinstudentin Janin Zaloum und der Pfarrer der evangelischen Zwölf-Apostel-Gemeinde, Andreas Fuhr, erwartet.

 

Der Initiative Berliner Muslime gehören unter anderem die Gruppe "Muslimische Jugend in Deutschland" und das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum an. Ein Kopftuchverbot diffamiere es die Trägerinnen als fundamentalistisch, so die Initiatoren. Der geforderte Zwang, das Kopftuch abzulegen, sei nicht besser als der behauptete Zwang, das Kopftuch zu tragen. (19.01.2004)


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