[img] Rostock. Foto: Matthias Knüppel [img]
[img]
Start [img] Aktuell [img] Mecklenburg [img] Pommern [img] Beide Kirchen [img] Glauben [img] Marktplatz [img] Seelsorge [img] Jugend [img]
[img]
[img]
[img]
Seite drucken Seite als eMail senden
[img]
[img]
[img] Nachrichten
[img] Bildungsangebote
[img] Ereignisse
[img] Terminkalender ELLM
[img] Terminkalender PEK
[img]
[img] Chorfest DREIKLANG 2012
[img] Gründungsfest Nordkirche
[img] JAhr zur Taufe
[img] Kirchenmusik in M-V
[img] Landessynodenwahl
[img] Luther 2017
[img] Uckerlandkirchenblog
[img]

[img]
[img] Info&Service
[img] Adressen
[img] English Pages
[img] Impressum
[img] Nachrichten
[img] Neu in kirche-mv
[img] RSS Feed
[img] Übersicht










[img]
[img]
[img] [img]
[img]

Mecklenburger Kirche weiter uneins über Zusammenschluss mit Pommern

 

Plau am See (epd). Die mecklenburgische Synode hat nach kontroverser Debatte den vorgelegten Zeitplan für einen Zusammenschluss der Landeskirche mit Pommern bis Juli 2008 zur Kenntnis genommen. Zunächst müsse jedoch vordringlich geprüft werden, ob die Zusammenlegung weiterer Einrichtungen möglich und sinnvoll sei, heißt es in einer am Sonnabend vom Kirchenparlament beschlossenen Entschließung.

Außerdem müssten zunächst die Vergütungs- und Besoldungssätze, die Versorgungsregelungen sowie Gesetze und Verordnungen angeglichen werden. Der Zeitplan war von einer Arbeitsgruppe beider Landeskirchen erarbeitet worden.

 

Bis Anfang 2006 müsse die finanzielle Situation beider Kirchen vollständig dargelegt werden, forderte das Kirchenparlament. Bevor eine gemeinsame Kirchenverwaltung gebildet werden kann, müsse Klarheit über eine gemeinsame Verfassung und insbesondere die Funktion von Oberkirchenrat und Konsistorium bestehen. Eine gemeinsame Synode sei erst möglich, nachdem entschieden wurde, auf welche "gemeinsame Kirchengestalt" zugegangen werden soll. Der Prozess müsse sachorientiert statt unter dem Vorrang von Terminen geschehen.

 

In der Debatte gab es unterschiedliche Ansichten, wann über die Frage einer Fusion oder Föderation entschieden werden soll. Oberkirchenrat Andreas Flade drängte hier auf eine vordringliche Klärung. Das Ziel einer gemeinsamen Kirche müsse aber "mit Ruhe" verfolgt werden, 2008 sei hierfür zu kurzfristig. Beide Kirchen zu erhalten und "irgendwo etwas gemeinsam zu machen", sei nicht sinnvoll. Präses Heiner Möhring sagte, dass die Entscheidung über die "gemeinsame Kirchengestalt" weder am Anfang noch am Ende der Gespräche stehen dürfe.

 

Zuvor hatte Bischof Hermann Beste in seinem Bericht die Landeskirche vor unüberlegten Beschlüssen in dieser Frage gewarnt. Er könne weder in einer Föderation noch in einer Fusion das erkennen, "was der Erfüllung unseres Auftrages als Kirche in unserem Land entspricht". Auch Beste empfahl, vor einer Entscheidung über einen Zusammenschluss erst einmal die Zusammenlegung weiterer Einrichtungen zu prüfen.

Kirchlichen Beobachtern zufolge tendiert die noch unter viel stärkeren Finanznöten stehende pommersche Kirche eher zu einer baldigen Föderation. In der mecklenburgischen Landeskirche überwögen hingegen derzeit die Stimmen für eine gründlich vorbereitete Fusion.

 

Mit der Verabschiedung eines Diakoniegesetzes schuf die Synode zugleich die rechtlichen Grundlagen für die Fusion der beiden Diakonischen Werke zum Jahresbeginn 2005. Mit der einstimmigen Zustimmung folgte die Synode einem entsprechenden Votum des pommerschen Kirchenparlaments. Nun müssen Anfang November noch die Mitgliederversammlungen der beiden Diakonischen Werke über einen Verschmelzungsvertrag entscheiden. Zu den beiden Werken gehören derzeit insgesamt über 650 Einrichtungen mit über 9.000 Mitarbeitern.

 

Ferner beschloss die Synode den landeskirchlichen Etat 2005, der mit einem Umfang von 46,3 Millionen Euro fast genau so hoch ist wie der diesjährige. Es wird damit gerechnet, dass die Kirchensteuereinnahmen gegenüber dem Plan für 2004 um 5,5 Prozent auf 14,4 Millionen Euro sinken. Hingegen steigt der Finanzausgleich der Evangelischen Kirche in Deutschland um rund 500.000 Euro auf rund zwölf Millionen Euro. Etwa sechs Millionen Euro sind als Einnahme aus Staats- und Patronatsleistungen veranschlagt. Zur Deckung des Haushaltes müssen rund 200.000 Euro aus den Rücklagen entnommen werden.

 

Die Synode stimmte gegen eine Reduzierung auf drei Kirchenkreise und votierte damit für die Beibehaltung von bisher fünf Kirchenkreisen. Ebenso lehnte sie auch eine zentrale Verwaltung für die Kirchenkreise ab.

 

Angesichts knapper Kassen will die Kirche in den kommenden drei Jahren insgesamt 634.500 Euro in Verwaltung und übergemeindlichen Diensten einsparen, davon 313.000 Euro bereits im kommenden Jahr. Bis 2007 sollen knapp 13 der derzeit etwa 260 vollen Stellen in diesen Bereichen wegfallen, darunter der Kunstdienst.

 

Die mecklenburgische Landeskirche hat rund 216.000 Mitglieder in 311 Gemeinden. Zur pommerschen Kirche gehören knapp 115.000 Christen in 295 Gemeinden. (30.10.2004)


[img]