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Heiner Möhring und Fridolf Heydenreich. Fotos: Wenzel


Die Teilnehmenden


Hans-Wilhelm Kasch (li.) im Gespräch



Leipziger Konsultation zum Klimawandel

 

Auf dem Weg zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) im kommenden Jahr in Stuttgart trafen sich Anfang Oktober im Leipziger Missionswerk Vertreter der lutherischen Kirche in Kasachstan, der South-Ohio-Synode (USA), der Pare-Diözese (Tansania) und der Landeskirchen Bayerns und Mecklenburgs. Thema war die Globalisierung.

 

Während der Leipziger Konsultation gab es viele Impulse zum Nachdenken und zur Fürbitte Die Kirche als ältestes globales Unternehmen steht in einer besonderen Verantwortung für unsere Erde. Das betonten in der Vorstellungsrunde am ersten Tag viele Teilnehmer des Konsultationstreffens.

 

Ricarda Wenzel, mecklenburgische Synodale aus Grabow, hat aufgeschrieben, was sie während der Konsultation zur Globalisierung am meisten bewegt hat:

 

Eine gute Voraussetzung, um miteinander in einen intensiven Austausch treten zu können, war neben der hervorragenden Organisation durch das Leipziger Missionswerk die Arbeit der Dolmetscher. Teilweise simultan und dann wieder im regen Austausch, um schwierige Fachbegriffe und Redewendungen übersetzen zu können, meisterten sie diese Herausforderung. So hörten wir gegenseitig von den teilweise existentiellen Schwierigkeiten in unseren Ländern, ob auf der Südoder Nordhalbkugel, ob im Osten oder Westen.

 

Besonders beeindruckt hat mich, dass unter dem Schwerpunkt Klimaveränderung die drei nichteuropäischen Partnerkirchen Probleme mit der Süßwasserversorgung benannten: So ist in Kasachstan durch die jahrzehntelange Ausbeutung des Arals und seiner Zuflüsse für die Bewässerung der Baumwollfelder ein Drittel des Sees bereits ausgetrocknet. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen und schon jetzt ziehen Salzwolken aus der ausgetrockneten Kruste am Ufer bis nach Indien und China und richten mit ihren Ablagerungen Umweltschäden an.

 

Auch im Norden Tansanias herrscht durch die seit zwei Jahren anhaltende Trockenperiode und das rasant zunehmende Abschmelzen des Gletschers auf dem Kilimandscharo ein Mangel an Süßwasser. Als Ausgleich für die notleidende Bevölkerung will die Regierung Wasser aus dem Viktoriasee entnehmen. Doch damit tritt Tansania in Konkurrenz zu den anderen Anrainerstaaten des Nils, dessen einer Arm vom Viktoriasee gespeist wird. Vor allem Ägypten beansprucht für sich die größte Menge an Nilwasser für die Landwirtschaft und die Energieerzeugung.

 

Dass es auch im Norden der USA, in Ohio, dem Land der großen Seen an der Grenze zu Kanada, Schwierigkeiten bei der Süßwasserversorgung gibt, hatte ich nicht erwartet. Hier streiten sich die nördlichen Regionen der USA und Kanada mit den klimatisch milden südlicheren Bundesstaaten. Große Süßwasserpipelines sollen den Wassermangel im Süd-Westen der USA ausgleichen. Dadurch ist bereits der Lake Mead ausgetrocknet.

 

Zur Problematik der Finanzwirtschaft, der Frage, wie die Spekulationen die Wirtschaftskrise begünstigt haben und der Suche nach Alternativen in Form von ethisch vertretbaren Anleihen diskutierten die Teilnehmer am dritten Tag. Fachkundig wurden wir dabei von Peter Wahl von attac unterstützt, Mitveranstalter des Rostocker Alternativgipfels zur Zeit des G8-Gipfeltreffens in Heiligendamm.

 

Erstaunlich war für mich, dass Forderungen zur weltweiten Finanzpolitik aus der im Frühjahr 2007 verabschiedeten Synodenerklärung „…damit die Globalisierung dem Leben dient“ damals schon so aktuell waren wie heute.

 

Die Frage, ob wir mit dem Zusammenbruch des neoliberalen Finanzsystems zu einem Umdenken in der Richtung kommen können, dass die Finanzwirtschaft in Zukunft wieder der Realwirtschaft dienen wird, regte zum Austausch über das Gehörte an. Gedanken dazu, wie eine gesteuerte Weltwirtschaft dem ökologischen Umbau und dem nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung dienen und die Demokratie durch Transparenz und die Einführung der Rechenschaftspflicht gestärkt werden kann, ließen uns zusammen in die Zukunft blicken und aus unserer Sicht notwendige Veränderungen benennen.

 

Ebenso wichtig wie die zum Abschluss verabschiedete Erklärungsind die unmittelbaren Eindrücke, die wir Teilnehmenden durch das gegenseitige Anteilnehmen und das gemeinsamen Singen und Beten mitnehmen konnten.

 

Wortlaut:

Leipziger Erklärung

Wenzel: Persönliche Eindrücke

Programm

Statements

Teilnehmende


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