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Meinung

Gemeindepädagoge Konstantin Manthey: Meine liebe Kirche!

Von Konstantin Manthey

Konstantin Manthey
14.01.2018 ǀ Groß Trebbow.  Zu Jahresbeginn fragten wir kirchliche Mitarbeiter aus MV, was sie sich für 2018 von ihrer Kirche erhoffen und sich für das Jahr wünschen. Heute: Gemeindepädagoge Konstantin Manthey, Groß Trebbow.

Liebe Evangelisch-lutherische Kirche, du hast im letzten Jahr deinen 500. Geburtstag gefeiert und ich freue mich mit dir! Auch wenn meine Wünsche für dich etwas später kommen, möchte ich dir dennoch etwas mit auf den Weg geben.

Ich wünsche dir, dass du eine Kirche mit Rückgrat bleibst, aufstehst und redest, wenn es notwendig ist, aber gleichzeitig auch Demut hast und schweigst, wenn es dran ist.

Ich wünsche dir, dass du dich nicht hinter deinen Kirchenmauern zurückziehst, sondern wie schon oft bewiesen, zu den Menschen hingehst als „Gehmeinde“. Ich wünsche dir, dass du dich als allgemeine, Welt- umfassende Kirche siehst, anstatt deine Gebäude aufzupolieren, zu denen oft nur noch wenige hingehen. Nimm deine Verantwortung wahr, dich um die verfolgten Schwester und Brüder in den anderen Teilen unserer einen Welt zu kümmern. Handele diakonisch und delegiere es nicht nur an Institutionen.

Frage dich immer, was der Stadt oder dem Dorf fehlt, wenn es dich vor Ort mal nicht mehr geben würde. Befreie dich von dem Blick, dass Gottesdienst nur am Sonntagmorgen um zehn Uhr stattfindet, sondern dass da, wo das Evangelium verkündet wird in Wort und Tat, Gemeinschaft gelebt, gebetet und geteilt wird (auch das Abendmahl), Kirche existiert, auch, unabhängig von Ort, Gebäude und Pastoren.

Schaue den Leuten erneut aufs „Maul“ und verkündige zeitgemäß, nicht beliebig. Konzentriere dich dabei weniger auf die Form, als auf den Inhalt. Beschäftige dich nicht zu sehr mit dir selbst und sei dir nicht selbst genug, lebe einfach und überzeugend, dann wird es immer Menschen ins nachdenken bringen.

Vergiss nicht Licht zu sein! Sei ein Spotlight, anstatt eine trübe Rückfunzel. Sei Salz! Ohne deinen Mitmenschen die Suppe zu versalzen. Rede mehr mit-, anstatt übereinander.

Vieles von dem lebst du ohnehin schon, aber bei alldem vergiss nicht, auf welchen Grund du gebaut bist. Der Grund ist unser Herr Jesus Christus.

Und wenn es um dich herum mal wieder etwas mehr Kämpfe gibt, dann besinne dich, dass Jesus keinen einfachen Weg gewählt hat, sondern den ans Kreuz. Lege allen Kleinglauben ab und vertraue auf unseren Gott, dass auch, wenn hier und dort Kirchengemeinden zusammengelegt und Stellen gestrichen werden, Gottes Reich wächst. Manchmal nicht immer sichtbar, manchmal auf der anderen Seite der Welt. Begnüge dich, dass du manchmal nur Statist bist, aber unser großer Gott führt Regie. Meine liebe Kirche, und dieser Gott ist auch der Grund, warum ich mit dir immer noch und immer wieder gerne zusammenarbeite.

Also lass uns gemeinsam das Ziel verfolgen, dass WIR eines Tages mit allen Nationen zusammen an SEINEM Tisch sitzen werden. Vielleicht schaffen wir es bis dahin, einander zu lieben und zu vergeben, miteinander Glauben zu leben, auf die Gnade und SEIN Wort zu vertrauen und Christus nachzufolgen.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 02/2018

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