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Konfirmanden gestalten Gerüstwand und Schüler falten Friedenstauben

Graffiti an der Wand und Tauben im Dach - Die „Dicke Marie“ macht sich schön

03.05.2016 ǀ Greifswald.  Die Greifswalder Marienkirche – von den Einwohnern der Hansestadt auch „Dicke Marie“ genannt – ist komplett eingerüstet und eine riesige Baustelle. Aus dieser Not machten Jugendliche in St. Marien eine Tugend und gestalteten am 30. April unter Anleitung von Enrico Pense und Frank Woller von der Agentur Saneks eine Gerüstwand neben dem Kirchenportal mit einem Graffiti. Was den Jugendlichen wichtig ist, präsentieren sie vor der Tür: die Kirche soll erhalten bleiben. „Das ist aber nicht nur wichtig, sondern macht auch total Spaß“, ist das einstimmige Echo der elf Mädchen und Jungen, die sich in der Marienkirche konfirmieren lassen.

Altmodisch ist das Christentum keineswegs

Wenn am Pfingstsonntag Glocken und Orgelmusik zur Konfirmation einladen, gehen die Besucher an diesem Kunstwerk vorbei in die Kirche zum Festgottesdienst. Sie haben es mit dem Graffiti vor der Tür vor Augen und sie erleben es in der Kirche: „Junge Menschen interessieren sich auch heute für die Jahrtausende alte Religion, die Kirche, Gott und den Glauben. Altmodisch ist das Christentum für sie keineswegs“, bestätigt Pastorin Ulrike Streckenbach. Knapp zwei Jahre lang haben sich die insgesamt 42 Mädchen und Jungen, die in den Greifswalder Kirchen zu Pfingsten konfirmiert werden, damit auseinandergesetzt und entschieden, dabei zu bleiben. Jeder hat sich dafür einen Spruch aus der Bibel ausgesucht. Auf großen Plakaten werden die Sprüche der Konfirmanden in St. Marien ebenfalls zu lesen sein. Sie zieren die Gerüstwand auf der anderen Seite des Kirchenportals.       

Am Kirchturm nistet der schnellste Vogel der Welt

Im Inneren der Kirche erwartet alle ein weiterer Blickfang: Hoch oben im Gewölbe hängt ein Riesenmobile mit mehr als 100 Papiertauben. Schülerinnen und Schüler der Kollwitz-, der Krull- und der Martinschule haben sie gefaltet. Sie erinnern an die Friedenstaube von Pablo Picasso. Sie sind Symbol für den Heiligen Geist zu Pfingsten. Und sie weisen auf die Vogelwelt in St. Marien hin. Am Kirchturm der Marienkirche nistet unter anderem der schnellste Vogel der Welt, der Wanderfalke. Am Montag, 9. Mai, kommen die Kinder in die Kirche. Dann wird das Mobile hochgezogen und installiert. Danny Eichhorn vom Zoologischen Institut wird dabei von „Dagny“ und „Raiko“, dem Wanderfalkenpaar, und von den vielen anderen gefiederten Bewohnern der Kirche erzählen.
Quelle: PEK (sk)