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Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Mecklenburg

Klimagerechtigkeit – Kirche für Klima

Fotovoltaikanlage Kirche Carlow
Der Klimawandel gehört zu den „unbequemen Wahrheiten“, die wir mit sehenden Augen nicht sehen und hörenden Ohren nicht hören (Mt. 13,13), die wir verdrängen wollen.  Das sollte unsere Perspektive als Christen nicht sein!  
(aus der Broschüre „Klima der Gerechtigkeit“ der entwicklungspolitischen Klimaplattform der Kirchen, Entwicklungsdienste und Missionswerke)

Die rasche Steigerung der Treibhausgasemissionen und damit der Klimawandel sind zum globalen Umweltproblem geworden. Sie verursachen Hunger, Meeresspiegelanstieg, Dürren und andere Katastrophen in vielen Teilen der Welt. Das hat seine Ursachen nicht nur in der ungezügelten Ausbeutung der Natur sondern ist auch Folge einer strukturellen Ungerechtigkeit. Auch in unseren Partnerkirchen sind die konkreten Folgen des Klimawandels unübersehbar.

Die Bewahrung der Schöpfung und damit auch der Klimaschutz sind seit Jahrzehnten wichtige Anliegen für evangelische Christen. Das ist nicht nur eine Frage der Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit, denn wir haben mit der kohlenstoffbasierten Industrialisierung der letzten 100 Jahre diesen Wandel maßgeblich verursacht. Unter den Folgen leiden vor allem arme Menschen in den Ländern des Südens.

Deshalb will die Nordkirche mit ihren 13 Kirchenkreisen mit gutem Beispiel vorangehen. In Zusammenarbeit mit der Universität Flensburg wurde ein Klimaschutzkonzept erarbeitet. Bis 2015 sollen die CO2-Emissionen unserer Kirche, die derzeit etwa dem Ausstoß einer Stadt mit 25.000 Einwohnern entsprechen, um 25% gesenkt werden. Bis zum Jahr 2050 will die Nordkirche eine CO2-neutrale Kirche sein. 

Das sind sehr anspruchsvolle Ziele, doch es ist keine Zeit zu verlieren und wir müssen schon heute die richtigen Wege einschlagen.

In besonderer Weise betrifft das die Nutzung unserer Gebäude, denn sie sind für 83% der kirchlichen CO2-Emissionen verantwortlich. Wie werden wir sie in Zukunft nutzen, welche Gebäude werden noch gebraucht?

Aber auch anderen Fragen, die unser Gemeindeleben berühren, stellen wir uns: Wie können wir unsere Mobilität umweltfreundlich gestalten? Wie senken wir den Energie- und Ressourcenverbrauch unserer Gemeinden und Einrichtungen und sparen damit auch Geld? Wie ökologisch und fair kaufen unsere Gemeinden ein? Wie können wir Ressourcen effizienter nutzen? Wie können wir nicht vermeidbare Emissionen kompensieren?

Konkrete kleine Schritte auf allen Ebenen sind nötig, um Emissionen zu senken bzw. selbst Energie zu produzieren. Erste wichtige Schritte sind schon getan. Konkrete Beispiele dafür ist das Energieberatungsprojekt für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, das seit 2009 in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern läuft, die Überlegung, Windkraftanlagen auf kircheneigenen Flächen zu errichten sowie Solaranlagen auf über 30 kirchlichen Dächern in unserem Bundesland.

Der beste Weg, das Klima zu schützen, ist die Vermeidung von CO2-Emissionen. Derzeit werden ca. 11t CO2 pro Jahr und Person in Deutschland emittiert. Doch ein noch so klimafreundliches Verhalten kann nicht alle CO2-Emissionen vermeiden, solange man die betreffende Aktivität nicht komplett einstellt.
 
Unvermeidbare CO2-Emissionen können über den Klimaschutzfond der EKD-die Klimakollekte jedoch kompensiert werden, denn aus den Einnahmen der Abgabe werden zertifizierte Projekte zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Entwicklungsländern finanziert.

Die Mecklenburgische Synode beschloss 2010 eine Kompensationsabgabe für Reisen von Mitarbeitern und Synodalen für ihre Tagungen. Doch auch Privatpersonen sind dazu eingeladen, ihre CO2-Bilanz zu erforschen und die entstandenen CO2-Emissionen zu kompensieren. CO2 Rechner

Sollten Sie nähere Fragen haben oder Interesse an einer Beratung wenden Sie sich bitte an Änne Lange. Gern biete ich eine Veranstaltung in Ihrer Gemeinde an!