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Kirchenkreiskongreß Wismar: „Welche Kirche braucht das Land?“

 

Schwerin (ran). „Welche Kirche braucht das Land?“ unter diesem Thema waren gut 100 Interessierte am Sonnabend zum Kirchenkreiskongreß des Kirchenkreises Wismar in die Schweriner Weinbergschule gekommen. Bei den Kongressen soll es um die Fragestellungen gehen, die in den Kirchenkreisen besonders aktuell sind und um die Erfahrungen, die für die kommenden Jahre ermutigen.

 

In einer Interviewrunde zu Beginn sagte Werner Beutin, daß „die Kirche so zu gestalten ist, daß sie ein selbstverständlicher Teil des Dorfes ist.“ Hiermit gab er ein Leitthema des Tages an, denn die Kirchgemeinden sind oft noch die letzte Institution, die in den Dörfern verblieben ist. Nicht zufällig fiel in diesem Zusammenhang öfters das Wort von Heimat und Beheimatung. Hier steht eine neuen Sinnfindung und Öffnung an.

 

Sich öffnen war ein weiteres Thema der Gespräche. Pastorin Kristin Gatscha (Uelitz) sagte, „Öffnung, daß andere hineingehen, aber auch, daß wir hinausgehen können.“ Deutlich wurde, daß der Blick auf die das gemeinsame Leben im Dorf zunimmt: „Die Kirche muß rein ins Dorf und nicht nur das Dorf in die Kirche,“ wie es in einem Gruppenergebnis stand.

 

Wie in den vorangegangenen drei Kirchenkreiskongressen wurde auch in Schwerin kein klagender Blick zurück geworfen sondern es war hohes Engagement angesichts offenkundiger Probleme zu spüren. Deutlich in der Form, wie sie Dagmar von Plessen aus ihrer Arbeitsgruppe berichtete, denn sie formulierte eine konkrete Ich-Aussage: „Ich will Verantwortung als Gemeindeglied übernehmen.“ Das Plenum antwortete mit Beifall.

 

Der Wismarer Landessuperintendent Karl-Mathias Siegert gliederte die aus der ersten Gesprächsrunde entstandenen Themen in fünf Bereiche: Generationsübergreifende Angebote – eigene Frömmigkeit – Öffnung nach außen – Wahrnehmung eigener Verantwortung und der Bereich Gottesdienst und Evangelisation.

 

Problematisch allerdings der in Schwerin und bei ähnlichen Gelegenheiten aufgezeichnete Horizont von einem Komplettangebot quer durch die Generationen, die Glaubens- und Traditionsformen. Das kann von einer einzelnen Dorfgemeinde nicht geleistet werden. So wurde in einigen Gruppenberichten verstärkte Kinder- und Jugendarbeit gewünscht. Moderatorin Uta Loheit vom Amt für Gemeindedienst fragte dann aber auch ernüchternd: „Was tun mit dem Paradiesvogel Kinder- und Jugendarbeit bei bis zu 50% alten Menschen in einer Gemeinde?“ Eine nüchterne Analyse der Lage im Ort forderte auch Richard Scherer in einer ersten Bilanz und er formulierte das Thema ergänzend etwas um: „Welche Kirche brauche ich eigentlich?“

 

Diese Diskussion muß geführt werden und daß sie nicht einfach ist, zeigte ein kurzer Wortwechsel im Plenum, wo Klaus Winkler (Schwerin) auf das Kirchgebäude als Heimat verwies, Pastor Stephan Dann (Plate) entgegenete, daß für ihn Kirchgebäude nicht im Mittelpunkt stünden.

 

Nach jedem Kirchenkreiskongreß ist Weiterarbeit erforderlich. In der Region oder zu bestimmten Themen, die in Arbeitsgruppen besprochen wurden. Dazu konnte man sich in Listen eintragen. Uta Loheit stellte daher dem Plenum die Frage: „Ist der Kirchenkreiskongreß ein Event oder ein Prozeß?“ Ein Schritt zur Beantwortung der Frage nach der Gestalt der Kirche im Kirchenkreis Wismar ist gemacht – weitere Schritte sollten erfolgen. Etwa auf dem Kirchentag in Schwerin Anfang September. Bis dahin sllen alle Ergebnisse der fünf Kirchenkreiskongresse vom Amt für Gemeindedienst in Güstrow ausgewertet sein. (26.2.2006)

 

Zur Seite des Kirchenkreiskongresses Wismar


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