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"Schmerzhafte Lücke gefüllt"

Kirchengemeinde Hohenmocker feiert Glockenweihe

17.12.2015 ǀ Hohenmocker.  Einen Tag vor dem Vierten Advent, am kommenden Sonnabend (19. Dezember, um 10 Uhr) feiert die Kirchengemeinde Hohenmocker die Segnung von zwei neuen Glocken. Mit einem Festgottesdienst wird dieses für die Kirchengemeinde und die Region bedeutende Ereignis gefeiert. Mitgestaltet wird der Gottesdienst zur Glockenweihe von Propst Gerd Panknin sowie durch die Posaunenchöre mehrerer Kirchengemeinden. Im Anschluss wird bei Gesprächen und Glühwein auf dem Pfarrhof weitergefeiert.

Historische Glocken wurden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen

Noch vor hundert Jahren läuteten drei Glocken im hölzernen Glockenstuhl neben der mittelalterlichen Dorfkirche in Hohenmocker, das westlich des Tollensetals auf halben Weg zwischen Demmin und Altentreptow liegt. Doch während des Ersten Weltkriegs wurden die mittlere und die große Glocke für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen. Seitdem rief die kleinste der drei, die Bronzeglocke aus dem 19. Jahrhundert, allein zu den Gottesdiensten. Zwar wurde 1958 eine Eisenglocke nachgegossen, doch musste diese aufgrund von Rostschäden bald wieder stillgelegt werden. „Die fehlenden Glocken wurden von den Menschen hier in all den Jahrzehnten als ein großes Defizit erlebt“, sagt Christian Bauer. Rund drei Jahre habe die Gemeinde gesammelt, um das Glockenprojekt zu finanzieren. Nun werde nach langem Warten endlich eine schmerzhafte Lücke gefüllt, freut sich der junge Pastor der Kirchengemeinde, der vor eineinhalb Jahren seinen Dienst in Hohenmocker begonnen hat.

Neue Glocken treffen am Mittwoch ein

Erwartet werden die beiden Glocken bereits am kommenden Mittwochvormittag, 16. Dezember, in Hohenmocker. Dann werden sie auch schon in den Glockenstuhl gehängt und während der Glockenweihe am Sonnabend vor Ort unter freiem Himmel gesegnet und erstmals geläutet. Die neuen Glocken sind kleiner als die früheren Glocken. Die noch vorhandene historische Glocke wird künftig die mittlere sein. Das sei den heutigen Gegebenheiten angemessen, verwirkliche aber trotzdem die Wiederherstellung des ursprünglichen Dreiklangs, meint Christian Bauer. „Da die neuen Glocken kleiner sind, musste der Glockenstuhl angepasst werden. Voraussetzung für die Arbeiten war jedoch eine Sanierung des maroden Gebälks“, berichtet der Pastor. Im vergangenen Sommer sei der Glockenstuhl darum generalüberholt worden. Dafür musste die Kirchengemeinde 27.000 Euro aufbringen, wovon der Pommersche Evangelische Kirchenkreis mit 14.000 Euro gut die Hälfte übernahm.

Anonymer Stifter unterstützt Glockenprojekt

Die Kosten für die große, 420 Kilogramm schwere Glocke belaufen sich auf 13.000 Euro. Die kleinere der beiden neuen Glocken wiegt 250 Kilogramm. Deren Kosten in Höhe von 8.000 Euro hat ein Stifter übernommen, der anonym bleiben möchte. Gegossen wurden die beiden Glocken in der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe, in der unter anderem schon die fünf Glocken für die Anklamer Marienkirche sowie die beiden kürzlich in Steinhagen geweihten Glocken gegossen wurden. Die Wiederherstellung des vollständigen Geläuts in Hohenmocker könne auch als ein Zeichen dafür verstanden werden, dass sich die Kirche in dieser von Abwanderung und demografischem Wandel stark betroffenen Region nicht zurückzieht und bei den Menschen bleibt, so Christian Bauer. „Die Kirche und der Pfarrhof in Hohenmocker sind ein Zentrum der Zusammenkunft und der Gemeinschaft, das durch die Komplettierung des Geläuts gestärkt wird“, sagt der Pastor, in dessen Verantwortungsbereich sich insgesamt elf Kirchen befinden.

Läuten für Zuspruch und Zuversicht

Die größere der beiden Glocken wird Friedensglocke heißen, die kleinere Glocke soll nach dem Wunsch des anonymen Stifters als Glocke des Zuspruchs, der Zuversicht und der Ermutigung für die Menschen in Hohenmocker läuten. Zu welchen Anlässen künftig welche der drei Glocken läuten wird und zu welchen Anlässen das volle Geläut, steht im Detail noch nicht fest. „Über die Läuteordnung müssen wir uns noch Gedanken machen“, sagt Christian Bauer. Sicher sei aber schon jetzt, dass es einfach schön sein werde, wenn nach hundert Jahren in Hohenmocker am kommenden Wochenende wieder das volle Geläut erklingt, freut sich der Pastor.
Quelle: PEK (sk)