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Sanierung der Fachwerkkirche in Groß Teetzleben weitgehend abgeschlossen

Architektonischer Schatz erstrahlt wieder wie einst

Nach fast dreijähriger Bauzeit ist die frisch sanierte Fachwerkkirche in Groß Teetzleben wieder der strahlende Mittelpunkt des Dorfs.
16.07.2018 ǀ Groß Teetzleben.  „Man konnte regelrecht durch die gesamte Kirche hindurchgucken“, beschreibt Karl-Heinz Krause die aufwändige Sanierung der Fachwerkkirche in Groß Teetzleben. Bei einem Rundgang mit Pastor Dr. Michael Giebel überzeugt sich der Küster von der gelungenen Rettung des einst maroden Gebäudes. Beim Anblick, den die Kirche heute bietet, ist kaum zu glauben, wie sie noch vor zwei Jahren aussah. Damals waren die Arbeiten in vollem Gange, die Gefache ausgeräumt, das Dach abgedeckt, das Naturstein-Fundament entfernt… Von der Baustelle ist nun nichts mehr zu sehen. Im Herzen des Dorfs Groß Teetzleben, das auf halbem Weg zwischen Altentreptow und Neubrandenburg am Rand des Tollensetals liegt, erstrahlt die Fachwerkkirche nun wieder als ein architektonisches Juwel.
 
Stabilität der Kirche war gefährdet

Durchsichtige Kirche: Im April 2016 bot sich in Groß Teetzleben noch dieser „luftige“ Anblick.
Während der Sanierungsarbeiten an der Fachwerkkirche wurde möglichst weitgehend die alte Substanz der Holzkonstruktion erhalten.
„Bei der Sanierung wurde das alte Holz erhalten, soweit es möglich war“, erläutert der Küster, der sich seit Jahren mit Leidenschaft um die Groß Teetzlebener Kirche kümmert. Dabei gestalteten sich die Arbeiten alles andere als einfach. Das bestätigt auch Michael Giebel: „Im Jahr 2015 wurde die Sanierung begonnen. Kurz zuvor war festgestellt worden, dass die Schäden an der Kirche so groß waren, dass ihre Stabilität gefährdet war. Als dann in einem der ersten Arbeitsschritte der Putz entfernt wurde, kamen aber noch viel größere Beschädigungen an der Holzkonstruktion zum Vorschein, als vorher vermutet wurde.“ Das sei dann wie „das böse Erwachen“ gewesen. Überall im Fachwerk der Wände und ebenso in der Deckenkonstruktion waren Balken verfault.  
 
Neues Fundament aus Feldsteinen
 
Andere Schädigungen waren da von Beginn an offensichtlicher. „Die Kirche war schon etwas windschief und hatte sich auf dem Fundament aus Feldsteinen verschoben“, so Michael Giebel. Es sei jedoch nicht ungewöhnlich, dass bei dieser Bauweise so etwas im Laufe von Jahrhunderten geschehe. Immerhin stammt die Fachwerkkirche aus dem frühen 18. Jahrhundert. Damals wurde das Gotteshaus auf den Resten einer älteren Kirche errichtet. „Da sich die Kirche insgesamt in Schieflage befand, musste das Feldsteinfundament vollständig neu gemauert werden“, sagt Küster Karl-Heinz Krause, der gern und umfangreich Besuchenden und Touristen Auskunft über die Geschichte des Groß Teetzlebener Gotteshauses gibt. Überdies wurde das Dach neu gedeckt, die Gefache neu gemauert und gestrichen.
 
Schalldeckel der Kanzel ist wiederhergestellt
 
Verputzt wurde das Fachwerkgebälk nicht wieder. „Die unverputzten Balken entsprechen dem Originalzustand“, erklärt der Pastor. „Außerdem wird so verhindert, dass das Holz im Verborgenen wieder zu faulen beginnt. Der Putz, der während der Sanierung entfernt wurde, stammte nicht aus der Zeit der Erbauung, sondern wurde wahrscheinlich nach dem Zweiten Weltkrieg aufgetragen." Auch im Inneren der Kirche hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Die Holzpodeste unter den Kirchenbänken wurden erneuert und teils historische Anstriche wiederbelebt. Moderne Elektrik und neue Lampen kamen hinzu. Für eine grundlegende Restaurierung der Kanzel reichten die finanziellen Mittel hingegen nicht mehr. Sie konnte aber weitgehend wiederhergestellt werden. Auch der dazugehörige Schalldeckel thront wieder an alter Stelle über der Kanzel.

Pastor Dr. Michael Giebel (links) und Küster Karl-Heinz Krause begutachten den am Boden liegenden Schalldeckel der Kanzel, der inzwischen wieder an seinem ursprünglichen Platz angebracht wurde.
Wiedereinweihung am 9. September
 
Der verbretterte Turm der Kirche, der separat und nicht zeitgleich mit der Kirche errichtet wurde, war nicht Teil der Sanierung. Er wurde in den 1980er-Jahren bereits instand gesetzt. „Zu der Zeit ist auch die Kirche schon einmal teilweise ausgebessert worden. Die Partnergemeinde in Kiel gab 200.000 D-Mark und schickte auch fachlich versierte Handwerker. Das war zwar nur eine vorrübergehende Rettung, aber ohne diese Hilfe wäre die Kirche schon vor Jahrzehnten eingefallen“, erzählt der Pastor, der froh darüber ist, dass es nicht soweit gekommen ist und so die Sanierung überhaupt möglich wurde. Es fanden sogar schon Gottesdienste in der frisch instandgesetzten Kirche statt. Doch die offizielle Wiedereinweihung wird erst am 9. September, am „Tag des offenen Denkmals“, in einem Gottesdienst mit Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit gefeiert. „Wir werden die Stiftungen einladen, die uns unterstützten. Außerdem die Handwerker sowie alle anderen, die zur erfolgreichen Sanierung beigetragen haben“, kündigt Michael Giebel an.
 
Unterstützung von Kirchenkreis und Stiftungen
 
Durch die unvorhergesehenen Schäden an der Fachwerkkonstruktion erstreckten sich die Sanierungsarbeiten über einen viel größeren Zeitraum, als ursprünglich geplant. Auch die Kosten erhöhten sich dadurch deutlich. „Anfangs sind wir von einem Jahr Bauzeit ausgegangen, nun sind es beinahe drei geworden“, so Michael Giebel. Und aus den veranschlagten 350.000 Euro wurden 435.000 Euro. Umso glücklicher sei die Kirchengemeinde nun, dass diese besondere Kirche wieder in neu gewonnener Schönheit erstrahlt. Für eine kleine Landgemeinde sei die Sanierung ein enormes Vorhaben gewesen, doch es habe sich gelohnt. Allein wäre das niemals zu leisten gewesen. Die Kirchengemeinde hat viel selbst dazu beigetragen, ein Großteil der Mittel kam aber vom Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis. Weitere finanzielle Unterstützung leisteten die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa), die Katharina und Gerhard Hoffmann Stiftung sowie der Denkmalfonds der Nordkirche.

Quelle: PEK (sk)

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