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Ev.-Luth. Kirchengemeinde Gresse-Granzin

Kirche in Gresse

Wer im Sommer auf der Bundesstraße 195 durch Gresse fährt, muss schon genau hinsehen, um auf der Anhöhe, hinter uralten Bäumen versteckt, die schöne Kirche zu entdecken. Doch es lohnt sich anzuhalten und auf den Kirchberg zu gehen. Von drei Seiten sind Kirche und Friedhof mit Eichen und Buchen umgeben. Im Herbst und im Winter wird die Kirche angestrahlt und ergibt so einen sehr schönen Blickfang in der dunklen Jahreszeit.

Die Kirche wird zum ersten Mal 1335 urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie vollkommen zerstört und bis 1664 notdürftig wieder aufgebaut. Unter Führung des damaligen Besitzers vom Gut Gresse, Rittmeister von Knesebeck, entstand ab 1681 allmählich der im Barockstil gehaltene Bau, wie er heute den Gipfel des Hügels krönt. Der mit einem glockenförmigen Helm gedeckte Turm steigt am Westende der Kirche aus dem Dach empor. Eine 1736 gegossene Glocke hängt im Turm.

Die Kirche ist heute, nach der Sanierung 1968/70, wieder ein schlichter rechteckiger Bau mit hohen großen Fenstern, durch die der Innenraum, mit Tonnengewölbe aus Holz, besonders hell wirkt. Dabei wurde der Ostteil vollständig erneuert. Seitliche Anbauten und Emporen sind abgerissen worden. Anfang 1980 wurde eine neue Orgel vom Orgelbaumeister Nussbücker aus Plau gebaut, im Altarraum der Kirche aufgestellt und geweiht. Auf der Westempore befindet sich die alte Orgel, welche nicht mehr funktionstüchtig ist.


Eine ausdruckstarke Christusfigur aus dem 17.Jahrhundert erhielt wieder ihren ursprünglichen Standort oben im Tonnengewölbe über dem Altar. Ein besonderer Blickfang ist der reich verzierte Kanzelaltar, mit beeindruckender plastischer Kreuzigung. Er stammt aus dem Jahre 1670 und ist das älteste Beispiel dieser Form in Mecklenburg. Zwei Messingleuchter, gewidmet zum Andenken an Fritz Engelke, schmücken den Altar.


Der ovale Holzdeckel über dem Auferstehungschristus mit den Engelsköpfen symbolisiert ein Stück Himmel und ist, wie der Altar, eine Schnitzarbeit. Ein schlichtes Taufbecken aus Holz ist eher unscheinbar. Moderne Wandleuchten aus Messing sorgen für Helligkeit, sie wurden im Zuge der Innenrenovierung 1997 installiert.


Im Jahre 1990 wurde es notwendig den Kirchturm und das Dach der Kirche neu zu decken.

Das alte Gestühl ist im Zuge der Sanierung 68/70 entfernt und durch Stühle ersetzt worden. Seit 2011 stehen wieder Bänke in der Kirche, die zuvor in der Friedhofskapelle in Wedel (bei Hamburg) gestanden haben und der Kirche Gresse von der dortigen Kirchengemeinde geschenkt worden sind.


Außen, neben der Eingangstür sind zwei Gedenktafel angebracht.