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Ev.-Luth. Kirchengemeinde Woldegk

Kirche zu Göhren

Ansicht von Südwest
Innenraum Weihnachten 2010
Der Göhrener Kirchplatz ist auf einem Hügel und heute in Anbindung an den wohl von Peter Joseph Lenné geschaffenen Park sehr schön gelegen. Bereits Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche aus geschlagenen Feldsteinen erbaut. Das Dorf wird als Pfarrort 1496 zum ersten Mal erwähnt.

In einer groß angelegten Renovierung wurde 1875 besonders der Innenraum neogotisch umgestaltet. Die Stuckdecke wurde eingezogen und Gestühl, Empore, Kanzel und Altar erneuert. In einem Rundbogen hinter dem Altar befindet sich seitdem ein Gemälde, das den Segnenden Christus zeigt. Die Fenster im Kir­chen­schiff wurden verkleinert und in Glasmalerei mit Dekor und den Wappen der Patronsfamilie ausgeführt.

Einige Jahre später musste der Turm wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Ein neuer wurde nicht errichtet. Die zwei alten Glocken befinden sich heute in einem frei stehenden Stuhl.

Wittig-Orgel nach der Restaurierung
Die kleine, zweimanualige Orgel stammt vom Berliner Orgelbaumeister H. Wittig. Als Erbauungsjahr gilt 1860. Das Instrument wird als historisch wertvoll eingestuft, da es weitestgehend in seiner Originalsubstanz erhalten ist. Im Jahr 2004 wurde es umfassend restauriert. Dabei wurden auch die Zinkpfeifen des Prospekts, die nach dem 1. Weltkrieg als Ersatz für die eingeschmolzenen eingebaut wurden, wieder durch Zinnpfeifen ersetzt. Es gibt kaum noch Wittig-Orgeln, was dem 150. Geburtstag des Göhrener Instruments im Sommer 2010 eine besondere Note verlieh.

Kurz darauf wurde ein umfassender Bauabschnitt begonnen, der alle bisherigen Bemühungen zum Abschluss bringen sollte. So wurden Stabilisierungsarbeiten am Gemäuer ausgeführt, das Dach neu eingedeckt, der Innenraum saniert, Gemälde und Figuren restauriert und teilweise eine Sitzbankheizung eingebaut. Am überaus kalten Wintersonntag, dem 24. Januar 2010 konnte wieder Einweihung gefeiert werden. Die Kirchgemeinde bringt sie seitdem auch speziell als Hochzeitskirche ins Gespräch.

Seit 1988 befindet sich im Patronatsgestühl eine Gedenktafel für Ulrich-Wilhelm Graf von Schwerin von Schwanenfeld, den letzten Patron, der wegen seiner Beteiligung am Umsturzversuch des 20. Juli 1944 in Berlin hingerichtet worden ist.

Durch die Hilfe vieler Spender und die Unterstützung durch den ›Verein Kirche Göhren e.V.‹, den Familie v. Schwerin ins Leben gerufen hat, erscheinen Kirche und Umfeld heute in neuem Glanz. Das erste Brautpaar hat sich für Pfingsten 2011 angemeldet.