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Ev.-Luth. Kirchengemeinde Alt Meteln-Cramon-Groß Trebbow

Kirche Cramon

Kirche Cramon
In landschaftlich besonders schöner Lage, am Ostufer des Cramoner Sees, erhebt sich die Kirche. Schon 1178 wird Cramon genannt. Wie allerdings der erste Kirchenbau ausgesehen hat, ist unbekannt, denn der heutige Bau ist erst im 14. Jahrhundert entstanden, wahrscheinlich als „Filiale“ der Priorei Groß Eichsen. So findet sich auf dem Dach des Kirchenschiffes noch das Johanniterkreuz.

Der einschiffige Backsteinbau mit dem polygonalen Ostschluss sollte gewölbt werden, wie Strebepfeiler und Schildbögen erkennen lassen. Warum die Einwölbung unterblieb, lässt sich nur vermuten, vielleicht fehlten entsprechend geschulte Bauleute oder die Gemeinde konnte die notwendigen Baukosten nicht aufbringen.

Heute prägt ein überdimensionales Holzkreuz den Altarraum und hält die Verbindung zwischen beiden Fensterbildern (links Kreuzigung, rechts Auferstehung, entstanden 1956). Der Westgiebel ist mit Blenden gegliedert, vor ihm steht seitlich und leicht abgerückt der 1844 errichtete neugotische Turm mit dem querliegenden Satteldach. Durch eine Vorhalle wurde er mit dem Kirchenraum verbunden.

Schon im hölzernen Vorgänger des Turmes hingen seit 1788 zwei Glocken. Die Große musste zwei Mal für Kriegsdienste abgeliefert werden. 1917 wurde sie eingeschmolzen. Die 1931 gegossenen Nachfolgerin wurde nicht alt: 1941 musste sie abgeliefert werden.  Erst 23 Jahre später kam wieder eine große Glocke in den Turm. Nachdem 1964 innerhalb von acht Wochen die Kirchenältesten 20 000 Mark an Spenden eingesammelt hatten, erklangt zum Himmelfahrtstag die von der Firma Schilling gegossene Bronzeglocke. Neben der zur Gemeinde gehörenden Dörfer trägt sie die Inschrift: „Bekümmert euch nicht, die Freude am Herrn ist eure Stärke““ (Nehemia 8,10). Eine zweite, kleinere Glocke stammt aus dem Jahre 1827. Sie hat die beiden Weltkriege überlebt.

Eine weitere, in Fachwerk erbaute Vorhalle befindet sich an der Südseite der Kirche, vermutlich ist sie im 17. oder 18. Jahrhundert entstanden. In dem flach gedeckten Innenraum der Kirche erinnert nur weniges an die vorreformatorische Zeit. In den ergänzten Taufstein ist die Kuppa eines im 13. Jahrhundert geschaffenen Granittaufsteins einbezogen worden. Der Grabstein des 1416 verstorbenen Priesters Johannes Kleveheu hält das Andenken an einen Geistlichen wach, der 35 Jahre an dieser Kirche diente. Umgeben von einer Minuskelinschrift und den vier Evangelisten-Symbolen wird der Verstorbene im Ornat und mit Kelch und Hostie dargestellt.

Von 1572 ist der Grabstein des adligen Patrons Joachim Drieberg erhalten.
Zur Kirche gehört das vermietete Pfarrhaus mit Gemeinderäumlichkeiten, sowie Pfarrscheune und Backhaus, um deren Sanierung und Erhalt sich Kirchgemeinde und Förderverein sehr bemühen.