Deutlich weniger Kinderarmut in Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin (epd). In Mecklenburg-Vorpommern ist die Kinderarmut in den vergangenen Jahren um ein Fünftel zurückgegangen. Einer Analyse der Bundesagentur für Arbeit zufolge lebten im September 2011 im Nordosten über 46.100 Kinder von Hartz IV, das waren rund 11.900 weniger als fünf Jahre zuvor, teilte das Schweriner Sozialministerium am Donnerstag mit. Gleichzeitig sei die Anzahl der Kinder bis 15 Jahre im selben Zeitraum von rund 177.000 auf etwa 187.000 gestiegen.
Für Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) sei der Rückgang der Kinderarmut "auch das Ergebnis einer wirkungsvollen Sozialpolitik der vergangenen Jahre". Es gebe aber immer noch zu viele Kinder, die auf staatliche Leistungen angewiesen seien. Deshalb werde es die zentrale Aufgabe der Sozialpolitik bleiben, die Kinderarmut zu bekämpfen. Dafür sei auch die Einführung eines bundesweiten, flächendeckenden Mindestlohnes erforderlich. Wichtig sei zudem, alleinerziehende Frauen "in gute Arbeit zu bringen".
Nach einem Bericht der in München erscheinenden "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) ist Berlin bundesweites Schlusslicht beim Rückgang der Kinderarmut. In Berlin lebt noch immer mehr als jedes dritte Kind unter 15 Jahren von Hartz IV. Bundesweit bezieht fast jedes siebte Kind bis 14 Jahre (15,1 Prozent) staatliche Grundsicherung, hieß es.
In den ostdeutschen Flächenstaaten Mecklenburg-Vorpommern (minus 20,7 Prozent), Brandenburg (minus 16,8 Prozent), Thüringen (minus 21,7 Prozent), Sachsen (minus 16,5 Prozent) und Sachsen-Anhalt (minus 14,6 Prozent) lag der Rückgang zum Teil weit über dem Durchschnitt. Experten sehen einen Zusammenhang mit der Abwanderung in westdeutsche Länder.
(27.01.2012) Copyright - epd

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