Nach oben

Kandidaten für die Leitung der Kirchgemeinde gesucht

Wahlmotto: Entwicklung befördern - Verantwortung übernehmen

02.12.2009 | Schwerin (cme). Rund 200.000 evangelische Christen in Mecklenburg sind im kommenden Frühjahr zum Gang an die Wahlurnen aufgerufen – zur Wahl der Kirchenältesten. Für 300 Gemeinden werden zirka 2800 Kandidaten für die Kirchgemeinderäte gesucht.

Entgegen der landläufigen Meinung, sind es nicht die Pastorinnen und Pastoren, die in einer Mecklenburgischen Kirchgemeinde das Sagen haben. Jedenfalls nicht sie allein: Die Leitung der Gemeinde ist nach lutherischem Verständnis gemeinsame Verantwortung von dazu gewählten Gemeindegliedern und Pastorinnen und Pastoren. Vom 23. Mai bis zum 13. Juni 2010 stehen wieder Wahlen an. Als Kandidatinnen und Kandidaten werden „Frauen und Männer unterschiedlichen Alters, verschiedener Berufs- und Lebenserfahrungen gesucht“, sagt Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn. Als Kirchenälteste sollen sie ehrenamtlich Verantwortung in einer 297 Kirchgemeinden der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs übernehmen. Konkret leitet ein Kirchgemeinderat (KGR) die Gemeinde, führt ihr Personal und verwaltet ihr Vermögen. Zahlreiche Gemeinden unterhalten zudem Kindergärten, Diakoniestationen oder Friedhöfe. Der Freiwilligendienst umfasst ebenso das Mitgestalten der Gottesdienste, Besuche bei Gemeindegliedern oder den Kontakt zur Öffentlichkeit.

Alle sechs Jahre werden die kirchlichen Leitungsgremien neu zusammengesetzt. „Neben unterschiedlichen Gaben sollten Bewerber drei Dinge mitbringen: Ausdauer, Lust und vor allem ihren christlichen Glauben“, sagt Landesbischof von Maltzahn. Zugleich sei die Wahl im Frühjahr ein willkommener Anlass, sich vor Ort zu fragen, „was konnte in den Vorjahren bewegt werden, wo hat sich etwas zum Guten verändert, wo musste Enttäuschendes hingenommen werden“, sagt Landesbischof von Maltzahn, der ermutigt, geeignete Personen vorzuschlagen. Als sich öffnende Gemeinde sei es dabei gut, auch Gemeindeglieder als Kandidaten in den Blick zu nehmen, die nicht unbedingt zur „Kerngemeinde“ gehören. So könnten „die Interessen und Bedürfnisse anderer in die Gestaltung des Gemeindelebens einfließen“. Die Verschiedenheit und Vielfalt der Menschen in einem Kirchgemeinderat eröffne besondere Chancen. Und so lautet das Motto der Wahlen, nicht von ungefähr: „Einladende Gemeinde - Entwicklung befördern - Verantwortung übernehmen“.

Die Evangelische Kirche baut sich sehr bewusst „von der Basis her, von den Gemeinden auf“, so der Landesbischof. „Um seine Aufgaben zu erfüllen, braucht der Kirchgemeinderat ein starkes Mandat, sprich einen Vertrauensvorschuss der Mitglieder in den Kirchgemeinden.“ Deshalb hoffe er auf eine rege Teilnahme an den Wahlen, die dazu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Wählen dürfen übrigens schon 14-Jährige. Zur Wahl stellen kann sich jedes eingetragene Kirchenmitglied, das das 18. Lebensjahr vollendet hat.