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Letzte Sanierungsphase der St.-Laurentius-Kirche in Kalkhorst

 

Kalkhorst (ln). Geschafft. Beinahe in letzter Sekunde sind sie nun doch zusammen gekratzt, die Gelder für den dritten Bauabschnitt bei der Sanierung der Sankt-Laurentius-Kirche Kalkhorst. 287 000 Euro sind ein Heidengeld. Diesmal ist vor allem der Turm an der Reihe, dem die Zeitläufte übel mitgespielt haben. Riesige Risse schlängeln sich durch den mittelalterlichen Backsteinbau. Bis jetzt ist eigens ein Absperrgitter aufgestellt. Es soll Besucher auf Distanz halten, damit ihnen keine Brocken auf den Kopf fallen.

 

Architektin Heidrun Koch hat einen hohen Respekt vor dem Gemäuer, das in großen Teilen erneuert werden muss. Die Ursprünge von St. Laurentius gehen auf das Jahr 1230 zurück, um das Jahr 1350 war die Kirche fertig. Die damaligen Baumeister zeigten sich beim Turm recht verwegen: Ziemlich außergewöhnlich für Backsteinkirchen insbesondere in Norddeutschland sei eine Bauweise, wie sie die Italiener einst mit Naturstein praktizierten.

 

Koch hofft inständig, dass sich im Zuge der Arbeiten, die am 27. Juni beginnen und im Herbst abgeschlossen sein sollen, keine größeren als die bisher bilanzierten Schäden zeigen. Das würde Kosten bedeuten, für die es keinen Topf mehr gibt.

 

Schon jetzt ist das Budget magerer als der eigentliche Bedarf, der mit 300 000 Euro berechnet war. Vor allem ein Rückzieher der Deutschen Stiftung Denkmalschutz schlug schwer zu Buche, die sich statt mit den erwarteten 100 000 nur mit 30 000 Euro beteiligt. Das dadurch entstandene 70 000 Euro tiefe Loch konnte zwar zum großen Teil, aber doch nicht ganz gestopft werden.

 

"Wir haben alle Reserven mobilisiert", erzählt Pastorin Kirsten Hoffmann-Busch. Der sehr engagierte Verein zur Erhaltung der Dorfkirche Kalkhorst hat zusätzlich zu den ohnehin eingeplanten 20 000 Euro weitere 16 000 beigesteuert. 16 500 stammen aus der Rücklage. 20 000 Euro sind Patronatsmittel, und die Kommune Kalkhorst sitzt mit 5000 Euro ebenfalls im Boot.

 

Die richtig großen Brocken kommen aber von der Landesdenkmalpflege (100 000 Euro), der Landeskirche (50 000), der EKD-Stiftung (30 000). Trotz der geringeren als erhofften Geldspritze muss auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hier noch einmal genannt werden. Am kommenden Freitag, 24. Juni, werden die Förderverträge feierlich überreicht, sagt Hoffmann-Busch.

 

Saniert wird die St.-Laurentius-Kirche, die vom Einsturz bedroht war und deshalb im Dezember 2001 sogar geschlossen werden musste, bis die zunächst notdürftige Sicherung erfolgte, seit 2003. Rechnet man die Gelder für die jetzt beginnende letzte Sanierungsphase mit, dann summiert sich das auf 772 000 Euro. Das ist ein gewaltiger Kraftakt, aber zugleich auch gut angelegtes Geld, da sind alle Beteiligten absolut sicher, denn die schlichte Kirche ist ein Kleinod. Sie enthält manchen Schatz, darunter Wandmalereien aus dem Mittelalter und die barocke Orgel.

 

Aus: Lübecker Nachrichten vom 17.6.2005


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