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Bundespräsident Köhler schenkte Suppe an Obdachlose aus

 

Berlin (epd). Bundespräsident Horst Köhler hat am Sonntag in Berlin sein Lieblingsgericht an Obdachlose verteilt. In den Räumen der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo schenkte Köhler am Mittag zusammen mit dem Entertainer Frank Zander rund 50 Liter "Gaisburger Marsch" aus, der von der "Tafel der Demokratie" am Samstagabend übrig geblieben war. Der Eintopf aus Rindfleisch, Kartoffeln, Spätzle, Möhren und Sellerie war den rund 1.200 Gästen serviert worden, die das neue Staatsoberhaupt mit einem Festessen vor dem Brandenburger Tor willkommen geheißen hatten.

 

Die Idee zur Verteilung der Reste an Bedürftige hatte Zander während des feierlichen Abendessens. "Das Gericht hat mir richtig gut geschmeckt, und es war so viel übrig, da dachte ich, das müsste man weiter geben", sagte er. Bundespräsident Horst Köhler habe sich auf seine Anfrage hin bereit erklärt, sich persönlich an der Aktion zu beteiligen.

 

"So eine spontane Idee verdient es unterstützt zu werden", sagte Köhler bei der Übergabe der beiden Kessel mit jeweils 25 Liter Suppe im Restaurant Tucher am Pariser Platz. Der Bundespräsident fuhr anschließend mit Mitarbeitern der Bahnhofsmission zu der Suppenküche am Bahnhof Zoo, um bei der Verteilung des Essens zu helfen.

 

Köhler zeigte sich besonders beeindruckt von Frank Zanders Engagement für Obdachlose. Der Entertainer lädt jedes Jahr mehr als tausend Menschen, die auf der Straße leben, zu einer Weihnachtsfeier in das Berliner Konferenzhotel Estrel ein. "Das wusste ich gar nicht", staunte der Bundespräsident.

 

In der Suppenküche konnte sich Köhler über die Arbeit der bundesweit ältesten Bahnhofsmission informieren, die von der evangelischen und der katholischen Kirche vor 100 Jahren gegründet worden war. Täglich werden dort bis zu 500 Essenportionen an Bedürftige ausgeteilt. "Ich bin Präsident aller Deutschen" antwortete Köhler dort auf die Frage, warum er sich für obdachlose Menschen engagiere. (05.07.2004)


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