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Propst Gerhard Ulrich aus Angeln
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Die Greifswalder Pastorin Käthe Lange
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Der Morgenitzer Pfarrer Fritz von Kymmel
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Greifswalder Kreissynode: Kritische Ermutigung auf dem Weg zur Nordkirche
Greifswald (ran). Die Greifswalder Kreissynode zum Thema Nordkirche war eine kritische Ermutigung an die Landeskirche, diesen Weg weiterzugehen. Die Synodale Gerhild Plath sagte, was auch andere Synodale zum Ausdruck brachten: „Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, daß ein Grundvertrauen da ist. Ich möchte meine Zeit nicht mehr mit Fragen und Anliegen verschwenden, die uns nicht mehr weiterbringen.“
Begonnen hatte die Greifswalder Kreissynode im Berufsbildungswerk mit einem Grußwort des nordelbischen Propstes Gerhard Ulrich aus Angeln an der dänischen Grenze. „Wir sind nicht Fremde sondern gemeinsam unterwegs Seiende. Es geht in Zukunft nicht mehr nur um das Machbare, schon gar nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern um das, ob ist uns gelingt, die Verschiedenheiten als Reichtum zu verstehen und nicht als Gefahr.“
Anschließend stellte Konsistorialpräsident Peter von Loeper die Entstehung und den Verlauf der Sondierungsgespräche dar und kam zu dem Ergebnis, daß eine Nordkirche „kein finanzielles Abenteuer“ ist. Es gebe weiterhin eine Stellen- und Finanzhoheit in den Kirchengebieten und die bisherige Finanzverteilsysteme könnten beibehalte werden. Ein Minus von 4,4% im Haushalt der nordelbischen Kirche mit 2,1 Mio Mitgliedern bei Bildung einer Nordkirche stünde ein Plus von 26% an Verteilmasse für das mecklenburgische (210.000) und das pommersche Kirchengebiet (103.000) entgegen. Auf mittlere Sicht würde es einen Bischof für Mecklenburg-Vorpommern geben – bis zu einem im Vertrag festzulegenden Zeitpunkt aber zwei Bischöfe. Er betonte auch, daß es in einer Nordkirche Kreissynoden mit deutlichen Entscheidungsbefugnissen geben würde. Vieles allerdings – wie Dienste und Werke – seien noch nicht verhandelt worden. Aber innerhalb der kurzen Zeit habe man ein respektables Ergebnis erzielt.
Das wurde auch von vielen Synodalen so gesehen. So sagte der Greifswalder Marienpfarrer Rudolf Dibbern: „Heute muß ich sagen, daß die Präsentation vergleichbar geworden ist. Der Weg zur Nordkirche ist für mich viel überzeugender als der Beitritt zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), also zu einem festen, fertigen System. Da sind viel mehr Hoffnungen zu einem Neuem im Norden verbunden.“
Der Greifswalder Pfarrer Matthias Gürtler fragte kritisch nach der Zahl der Synodalen in eine Nordkirche im Vergleich zum Beitritt zur EKBO. Konsistorialpräsident Peter von Loeper anwortete unter Vorbehalt - denn er schätzte sieben Synodale - „...aber das ist noch nicht verhandelt worden.“ Auf seine Frage der beiden Theologischen Fakultäten antwortete Bischof Hans-Jürgen Abromeit, daß die beiden Fakultäten im Staatsvertrag mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern auch bei der Bildung einer Nordkirche abgesichert seien.
Nach einer Pause trat die Neustrelitzer Landessuperintendentin Christiane Körner ans Mikrophon. „Entscheidendes Argument ist die Solidarität," sagte sie. "Das Modell der Nordkirche ist äußerst solidarisch,“ meinte sie und betonte, daß es wichtig sei, die Verständigung von Ost und West zu gestalten. Grundsätzlich führte sie aus: „Wenn wir nicht wollen, werden sich immer Argumente dagegen finden. Der Kern unseres kirchlichen Lebens ist das Vertrauen auf Gott und das Vertrauen untereinander.“
Es war ein Abend des Gespräches und nicht der langen Statements. So sagte von Loeper auf die kurze Frage nach den Eigentumsrechten der Gemeinden, daß sich daran nichts ändern würde.
Und auf die Frage nach der Mitgliedschaft in der Union Evangelischer Kirchen (UEK) sagte der Bischof, daß man sich lange dafür eingesetzt habe, daß die Nordkirche auch Mitglied in der UEK sein solle, aber schließlich dies nur für das pommersche Kirchengebiet erreicht habe. Man habe erreicht, daß der Verweis auf die Barmer Theologische Erklärung von 1934 aufgenommen worden sei.
Abromeit stellte auch die kommende Landessynodenentscheidung deutlich vor Augen: „Es geht nicht darum, daß die Synode eine endgültige Entscheidung trifft. Der Auftrag war, daß Sondierungsgespräche geführt werden: Geht das, oder fahren wir vor die Wand? Ergebnis: Es geht. Und nun stellt sich die Frage: Wollen wir das?“
Am Ende der Kreissynode wurde der Antrag der Greifswalder St. Nikolaigemeinde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt, die gefordert hatte, erst nach Vorlage eines detaillierten Prüfberichtes zu entscheiden und daß „die Entscheidung der Landessynode über einen derartigen Zusammenschluß erst nach Abschluß aller Sondierungen mit den benachbarten Landeskirchen und kirchenöffentlicher Diskussion der Ergebnisse“ getroffen werden solle.
Es war ein langer Abend der Information, des Zuhörens und Antwortens – und im Ergebnis ein Abend der kritischen Ermutigung.
Von Dienstag bis Donnerstag finden drei weitere Kreissynoden statt und am Freitag eine Informationsveranstaltung mit dem Berlin-Brandenburgischen Konsistorialpräsidenten Ulrich Seelemann in Greifswald.
(5.11.2007)

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