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Superintendent Bernd-Ulrich Gienke


Plenum der Info-Veranstaltung


Propst Gerhard Ulrich aus dem KK Angeln


Der Präses der Kreissynode, Pfr. Christoph Tiede

Demminer Infoveranstaltung zur Nordkirche: Bischofssitz als Gretchenfrage

 

Demmin (ran). Im Demminer Elsa-Brändström-Haus fand am Dienstagabend eine kreissynodale Informationsveranstaltung zum Ergebnis der Sondierungsgespräche der pommerschen, mecklenburgischen und nordelbischen Kirche zur Bildung einer gemeinsamen Kirche statt.

 

Zu Beginn teilte der nordelbische Propst Gerhard Ulrich mit, daß man auf 60 Jahre Partnerschaftsarbeit zurückblicke. 26 Gemeinen in Nordelbien hätten Kontakt nach Mecklenburg und 30 Gemeinden zur pommerschen Kirche. „Da geht es nicht nur um einseitige Hilfestellungen sondern um gemeinsames Lernen,“ sagte der Propst aus dem nördlichsten nordelbischen Kirchenkreis.

 

Konsistorialpräsident Peter von Loeper berichtete, daß man es in den Sondierungsverhandlungen nicht erreicht habe, einen Sprengelbischof dauerhaft zu behalten. „Da sind die anderen Kirchen nicht mitgegangen,“ so von Loeper. Pommern wäre der zweitkleinste Kirchenkreis in einer Nordkirche und er stellte fest, daß es auch dann „eine geistliche Leitung gibt, aber keinen Bischof mehr.“ Aber – so Ulrich – noch seien es Sondierungsgespräche und keine Verhandlungen gewesen.

 

Der Synodale Manfred Korrmann meinte zur Bischofsfrage, daß es „abgehoben ist, wenn wir als kleiner Kirchenkreis in der Nordkirche einen Bischof beanspruchen und die ganze Kirche hat dann nur noch zwei Bischöfe.“ Er wies darauf hin, daß sich nur wenige Gemeindeglieder am kirchlichen Leben beteiligen würden. „Wenn unser Augenmerk nicht auf dieses Problem gerichtet ist, stehen wir in drei oder vier Jahren wieder am gleichen Punkt.“

 

Dies griff der Loitzer Bürgermeister und Landessynodale Johannes Winter auf. Es sei „bedenklich, daß es langfristig keinen Bischof gibt. Das ist ein Wermutstropfen über den wir intensiv reden müssen.“ Und dies tat die Versammlung bis hin zu einem Antrag des Superintendenten Bernd-Ulrich Gienke. Er stellte den Antrag, „sich mit aller Kraft und allem Nachdruck für die Beibehaltung eines pommerschen Bischofssitzes einzusetzen oder die Gespräche abzubrechen.“ In einem zweiten Antrag forderte er, im Falle eines Scheiterns der Gespräche zur Beibehaltung eines pommerschen Bischofssitzes zu prüfen, ob ei eigenständiger Weg der Landeskirche nicht geistlich geboten ist.“

 

Zwar fanden beide Anträge eine kleine Mehrheit, doch beteiligte sich die große Mehrheit nicht an der Abstimmung, da der institutionelle Rahmen der Veranstaltung nicht deutlich war und man als Kreissynode nicht beschlußfähig gewesen wäre.

 

Von Loeper machte deutlich, daß die Landeskirche zur Zeit zwar keine finanziellen Schwierigkeiten habe, denn die steigenden Kirchensteuereinnahmen habe niemand so erwartet und das werde nicht so bleiben. Auch habe man gravierende Sparmaßnahmen ergriffen: „Wir haben die Gehälter gekürzt, Dienste und Werke reduziert und die Verwaltung verringert.“ Und er warnte, daß es bei steigenden Ausgabenhöhen bald nicht mehr so weitergehen würde, denn man bekomme jedes Jahr 5% weniger an EKD-Mitteln. „In der nächsten Runde können wir nichts mehr kürzen, sondern müssen entlassen.“

 

Auch Bischof Hans-Jürgen Abromeit wies auf das strukturelle Defizit hin, das nach wie vor bestehe und er sagte, daß „wir mittelfristig alleine bleiben können, aber es ist besser, beizeiten zu entscheiden als später, wenn man keine Alternative mehr hat.“ Er habe sich seit langem für eine Nordkirche ausgesprochen, denn in der EKBO habe man das gleiche Strukturproblem. „In Pommern gibt es eine Taufquote von 19,5%, in Nordelbien aber von 46,8%. Eine Verbindung mit diesem Partner bedeutet mehr Sicherheit,“ so der Bischof.

 

Der Jarmener Pfarrer Dietmar Mahnke warnte vor der Illusion, daß Fusionen einmal Ruhe bringen würden. „Das kann schon ganz bald anders aussehen – darauf wette ich einen Kasten Bier.“ Worauf jemand aus dem Publikum im Hinblick auf die anderen Kirchen fragte: „Stralsunder oder Flensburger?“

(7.11.2007)


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