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Bericht von der ersten Sitzung des Jahres

Pommerscher Kirchenkreisrat: Vom christlichen Menschenbild ins Leben begleitet

20.01.2017 ǀ Weitenhagen.  Pommerscher Kirchenkreisrat bringt in der ersten Sitzung des Jahres in Weitenhagen die Stärkung der Schulstiftung auf den Weg / Unterstützung für „Bläsermusik im Kerzenschein“ / Blaues Kreuz erhält Zuschuss für Besinnungswoche

Der Kirchenkreisrat (KKR) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) empfiehlt der Kirchenkreissynode eine komplementäre Finanzierung der Schulstiftung der Nordkirche für anstehende Investitionen. Diesen einstimmigen Beschluss fasste der KKR in der ersten Sitzung des Jahres 2017, die am Dienstag (17. Januar) in Weitenhagen stattfand. Der Kirchenkreisrat bat in dem Beschluss den Finanzausschuss, ein entsprechendes Finanzierungsmodell für die Synode zu erarbeiten. Die Finanzierung durch den PEK ist an Unterstützungen durch die Nordkirche sowie durch den benachbarten Mecklenburgischen Kirchenkreis gekoppelt. Die 1996 gegründete Stiftung ist derzeit Träger von 28 Einrichtungen an 17 Standorten, die sich fast ausschließlich auf den Gebieten des Pommerschen und des Mecklenburgischen Kirchenkreises befinden. Die Arbeit der Schulstiftung und die Gründe für den Finanzierungsbedarf erläuterte den Kirchenkreisratsmitgliedern Matthias Fischer, kaufmännischer Vorstand der Schulstiftung.

Bildung und Glaube gehören zusammen

„Wir sehen unsere Aufgabe darin, Kinder im Kontext des christlichen Menschenbildes ins Leben zu begleiten“, sagte Matthias Fischer. „Wir sind überzeugt, dass Bildung und Glaube zusammengehören.“ Die evangelischen Schulen seien bedeutende Kontaktstellen, auch für Nichtchristen, in denen unter anderem elementare Grundlagen für die Gemeinschaftsfähigkeit der heranwachsenden Generationen gelegt werden. Die Schulen der Stiftung verstehen sich als konsequente Weiterentwicklung evangelischer Kitas, führte Matthias Fischer aus. „Wir schließen Lücken und bauen aktiv an einer lebendigen Kirche mit.“ Gründe für die finanzielle Schieflage, in der sich die Stiftung befindet, seien die nur 85 Prozent betragende staatliche Refinanzierung der Personalkosten sowie die Zinsbelastung durch Darlehen, die in die Bausubstanz der Einrichtungen investiert wurden. Zudem gebe es dringenden Bedarf für Investitionen in weitere Vorhaben. Als Beispiele nannte Matthias Fischer unter anderem einen Schulneubau in Pasewalk und die Sanierung der Schule in Anklam. Außerdem wolle sich die Stiftung bei der sich derzeit entwickelnden Schulgründungsidee in Wolgast engagieren. Die Finanzierung durch den Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis werde den Schulen auf dem Gebiet des PEK zugutekommen, erklärte Matthias Fischer abschließend.

Evangelische Schulen sind unverzichtbarer Teil der Kirche

Die Schulstiftung bringt geistliches Leben auch in die Gemeinden, hieß es zu dem gefassten Beschluss seitens der Kirchenkreisratsmitglieder. Die Evangelischen Schulen sind keine Schulen für Eliten, sondern auch und besonders Schulen für diejenigen mit weniger Chancen, die hier weitaus mehr gefördert würden, als es häufig an anderen Schulen möglich sei, so der Kirchenkreisrat. Zahlreiche Mitglieder des Gremiums berichteten von ihren positiven Erfahrungen mit der Arbeit der Evangelischen Schulen und von der engen Kooperation mit den Kommunen und den Kirchengemeinden vor Ort. Die Schulen sind überall vernetzt, führen an den christlichen Glauben heran und bringen Frische und Aufgeschlossenheit in die Kirchen. „Die Schulstiftung und damit die Evangelischen Schulen gehören als unverzichtbarer und wertvoller Bestandteil ganz deutlich zur Landschaft unserer Kirche“, so das Fazit des KKR.

Bläsermusik mit begeisternder Strahlkraft

Ein weiteres Thema der Sitzung war die „Bläsermusik im Kerzenschein 2016“ der Kirchengemeinde St. Marien Greifswald. Das Gremium beschloss, dafür 1.000 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ zur Verfügung zu stellen. Dem KKR lag dazu ein Antrag der Greifswalder Mariengemeinde vor. Die jährlich in der Vorweihnachtszeit stattfindenden Bläsermusiken seien Ereignisse von herausragender Bedeutung und Strahlkraft, so der Kirchenkreisrat. Eine enorme Zahl ehrenamtlich tätiger Helfender ermöglichen diese Konzerte. Der Eintritt ist frei. Verlangt werde lediglich eine Schutzgebühr in Höhe von einem Euro pro Person, die dazu diene, den enormen Besucherstrom zu regulieren und einen Teil der Unkosten zu decken. Hinter den Bläsermusiken verberge sich ein immenser Aufwand, der unterstützenswert sei, so der KKR. „Jedes Jahr genießen Tausende die beliebten und begeisternden Bläsermusiken, die fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit in Greifswald sind“, hieß es seitens des KKR.

Blaues Kreuz vermittelt Lebensperspektiven
 
Der KKR beschloss außerdem in seiner Sitzung eine Unterstützung für die Begegnungsgruppe Greifswald des Blauen Kreuzes in Deutschland in Höhe von 650 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“. Die christliche Organisation Blaues Kreuz ist im Bereich der Selbsthilfe bei Suchtkrankheiten tätig. Den Antrag auf Unterstützung hatte die Begegnungsgruppe für die Durchführung der sogenannten Besinnungswoche gestellt, zu der das Greifswalder Blaue Kreuz seit vielen Jahren Suchtgefährdete zusätzlich zu den wöchentlichen Treffen einlädt. Viele der Teilnehmenden kommen aus einem finanziell benachteiligten Umfeld. „In Bibelarbeiten und Fachvorträgen gibt es viele ermutigende Informationen. Seelsorgerliche Einzelgespräche und der Austausch in der Gruppe vertiefen das Gehörte. Spaziergänge und kleine Ausflüge ergänzen das gemeinsame Programm“, so die Beschreibung der Besinnungswoche in dem Antrag an den Kirchenkreisrat. Die Arbeit der Blaues Kreuz-Suchtkrankenhilfe habe in Pommern eine lange Tradition und bis heute vielen Menschen neuen Halt und Lebensperspektive geschenkt, hieß es seitens des Kirchenkreisrats. Die Arbeit der Begegnungsgruppe sei äußerst wichtig und auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
 
Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit Personal- und Grundstücksfragen, mit der Pfarrdienstwohnungsverordnung, mit einem Antrag an den Denkmalfonds der Nordkirche sowie mit Bau- und Sanierungsvorhaben. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrates findet am 21. Februar 2017 statt.
Quelle: PEK (sk)
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