Nach oben

Bericht von der zweiten Sitzung des Jahres 2020

Pommerscher Kirchenkreisrat: Fachwerkkapelle erneut auf dem Prüfstand

Der Boden unter der Klempenower Fachwerkkapelle ist unsicher und in Bewegung. Die Kirche - Bestandteil des historischen Burg-Ensembles - ist wegen Einsturzgefahr baupolizeilich gesperrt. Die Kirchengemeinde hegt nun wieder die neue Hoffnung, das kleine Gotteshaus zu erhalten.
06.02.2020 ǀ Weitenhagen.  Engagement für Kirchensanierung in Klempenow begrüßt / Veranstaltungen zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Demmin / Anträge an den Denkmalfonds der Nordkirche

Der Pommersche Kirchenkreisrat (KKR) hat sich in seiner jüngsten Sitzung in Weitenhagen erneut mit der Fachwerkkapelle Klempenow beschäftigt. Der KKR begrüßte das Engagement für die Sanierung der Kapelle durch die Kirchengemeinde Daberkow, zu der die kleine Kirche gehört. Zuletzt hatte sich der KKR im September des vergangenen Jahres mit der Klempenower Kapelle befasst und nach langer und emotionaler Diskussion aufgrund des schlechten Gebäudezustands der Gemeinde empfohlen, die Kapelle aufzugeben. Die im Jahr 1690 errichtete Fachwerkkapelle, die zum Ensemble der historischen Burg Klempenow gehört, steht in der Nähe des Flussbetts der Tollense auf einer sogenannten Torflinse. Aufgrund klimatischer Schwankungen ist der Baugrund in Bewegung und die Kirche setzt und neigt sich. Ein Gutachten bezifferte die Kosten für die Notsicherung auf 100.000 Euro und die Kosten für die mehrjährigen, äußerst aufwändigen Bauarbeiten inklusive einer Pfahlgründung der Kirche bis in zwölf Meter Tiefe auf mindestens 700.000 Euro.
 
Welle der Unterstützung wurde ausgelöst
 
In einem aktuellen Schreiben an den KKR teilte die Kirchengemeinde mit, dass die Empfehlung des Kirchenkreisrats, die Kirche aufzugeben, eine große Welle der Unterstützung ausgelöst habe. Die Kirchengemeinde sei von vielen Seiten ermutigt worden, am Erhalt der Kapelle festzuhalten und habe zahlreiche Hilfsangebote aus der Bevölkerung, von anderen Kirchengemeinden, von Kulturträgern und Politikern erhalten, so das Schreiben. Daraufhin habe die Kirchengemeinde sich entschlossen, die bauliche Situation durch ein weiteres, spezialisiertes Planungsbüro erneut prüfen und die Kostenschätzung überarbeiten zu lassen. Die Schätzung beläuft sich für die Notsicherung nun auf 40.000 Euro und für die Sanierung auf 370.000 Euro. Wie die zuständige Baubeauftragte des Kirchenkreises ergänzend mitteilt, wurden der Kirchengemeinde Fördermittel in Aussicht gestellt.
 
Kirchenkreis sagt fachliche Beratung zu
 
Während der Aussprache betonte der Kirchenkreisrat erneut, dass die Entscheidung des Vorjahres, die Aufgabe der Kapelle zu empfehlen, äußerst schwergefallen sei. Sie sei im Bewusstsein der Verantwortung für den Erhalt der fast 500 Kirchen und Kapellen im pommerschen Kirchenkreis getroffen worden, für die im Haushalt des Kirchenkreises pro Jahr insgesamt weniger als zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen. Entsprechend groß sei nun die Freude darüber, dass sich jetzt möglicherweise doch Perspektiven eröffnen. Ebenfalls erfreut äußerte sich der KKR über die neue, nun deutlich verringerte Kostenübersicht. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen beschloss das Gremium, die Gemeinde mit fachlicher Beratung durch die Bauabteilung und den Bauausschuss des PEK zu unterstützen und zu begleiten.
 
75. Jahrestag des Kriegsendes in Demmin
 
Der Kirchenkreisrat beschloss in seiner Sitzung, die von der Kirchengemeinde Demmin geplanten Veranstaltungen anlässlich des 75. Jahrestags des Kriegsendes im kommenden Mai mit 2.500 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ zu unterstützen. Die Kirchengemeinde plant gemeinsam mit der Demminer Kantorei ein umfangreiches Veranstaltungspaket, zu dem unter anderem die Aufführung eines eigens für diesen Anlass komponierten Requiems zählt. Zudem ist geplant, dem jährlich stattfindenden Aufmarsch von Rechtsextremisten das Deutsche Requiem von Johannes Brahms als ein klares Zeichen entgegenzuhalten. Die Demminer Kantorei ist mit mehr als 100 Mitgliedern in der Region stark verankert. „Musik wird hier zu einem lebendigen demokratischen Geschehen, in dem viele Menschen aktiv einen besonderen Kontrapunkt der Besinnung auf Trauer, Schuld und Verantwortung setzen“, so der Vorsitzende des Kirchenkreisrats, Propst Gerd Panknin. Wie der Propst mitteilte, hat das Kuratorium der Johannes-Bugenhagen-Stiftung des PEK beschlossen, die Aufführungen ebenfalls mit 2.500 Euro zu unterstützen, so dass beide Beschlüsse das bislang noch bestehende Defizit in Höhe von 5.000 Euro kompensieren.
 
Antrag an der Denkmalfonds der Nordkirche
 
In einem weiteren Beschluss folgte der Kirchenkreisrat der Empfehlung des Bauausschusses, einen Antrag des Kirchenkreises auf Zuschüsse aus dem Denkmalfonds der Nordkirche für das Jahr 2020 in Höhe von 83.394 Euro zu stellen. Die Antragsliste umfasst zwölf Kirchen. Investiert werden soll in verschiedene Restaurierungs- und Sanierungsvorhaben. Die Bandbreite der Arbeiten reicht von der Pfeilersanierung über die Restaurierung von Eingangsstufen und Türflügeln,  bis hin zur Rekonstruktion von Malereien. Der KKR dankte im Zusammenhang mit diesem Beschluss dem Bauausschuss für seine Arbeit.
 
Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit den umfangreichen Vorbereitungen für die Frühjahrssynode (27./28. März), mit der Residenz- und Dienstwohnungspflicht, der Nachwahl von Kirchengemeinderatsmitgliedern, mit der Ausschreibung von Pfarrstellen sowie mit Personalfragen. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 10. März 2020 statt.
Quelle: PEK (sk)


Diese Website verwendet Cookies und die Webanalyse-Tools Matomo und Google Analytics. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden.Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es auf der Seite Datenschutz.