Bericht von der elften Sitzung des Jahres Pommerscher Kirchenkreisrat: Erneuerung aus der Begegnung mit Gott

Das „Haus der Stille“ (Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus) in Weitenhagen südlich von Greifswald soll in die Trägerschaft des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises übergehen.

Foto: PEK/S. Kühl

15.11.2018 · Weitenhagen. Der Pommersche Kirchenkreisrat (KKR) empfiehlt der Synode, dem Vertrag über die Übertragung der Trägerschaft des „Hauses der Stille“ in Weitenhagen zwischen der Nordkirche und dem Kirchenkreis zuzustimmen. Diesen Beschluss fasste das Gremium in seiner jüngsten Sitzung direkt vor Ort, da die Sitzung wie üblich im „Haus der Stille“ stattfand.

Das „Haus der Stille“ (Friedrich-Wilhelm-Krummacher-Haus) in Weitenhagen „ist ein Angebot für Menschen, die Erneuerung und Vertiefung in ihrem Leben suchen – aus der Begegnung mit Gott“, heißt es auf der Internetseite des Hauses. Der Kirchenkreisrat hatte im Januar dieses Jahres einen bereits 2014 gefassten Beschluss sowie die Beschlüsse der Synode und der Kirchengemeinde Weitenhagen, in denen die Überführung des „Hauses der Stille“ in die Trägerschaft des Kirchenkreises entschieden worden war, bestätigt. Eine Bestätigung der Beschlüsse war auch durch das Kuratorium des Hauses erfolgt. Das „Haus der Stille“ befand sich zwar von Beginn an in Trägerschaft der Pommerschen Kirche – den Beschluss zu seiner Errichtung fasste die damalige pommersche Landessynode im Jahr 1966 – während des Fusionsprozesses im Zuge der Gründung der Nordkirche war die Trägerschaft jedoch aus formalen Gründen auf die Landeskirche übergegangen.
 
Wachsende Auslastung und überraschende Seminarangebote
 
Den Beschluss zum „Haus der Stille“ nahm der KKR zum Anlass, um den Leiter des Hauses, Pastor Michael Wacker, über die aktuelle Arbeit berichten und einen Überblick über das Jahresprogramm 2019 geben zu lassen. Michael Wacker leitet das Haus seit rund zweieinhalb Jahren. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang in der Phase des Leitungswechsels habe die Auslastung bereits im vergangenen Jahr mit insgesamt 2.696 Übernachtungen wieder zugenommen, so Michael Wacker. Im laufenden Jahr sei bereits in den ersten drei Quartalen die Gesamtzahl des Vorjahrs übertroffen worden. Zum vielfältigen Programm im kommenden Jahr zählen beispielsweise ein theologisches Kurswochenende zum Thema „Abendmahl“, Besinnungs- und Einkehrtage für verschiedene Zielgruppen, ein Seminar für biblische Seelsorge, eine Singe-Woche oder eine Seelsorge-Woche für Frauen. „Wir haben auch viele Angebote, die überraschen und mancher vielleicht nicht bei uns vermutet, wie zum Beispiel das Bierbrauseminar ‚Maß halten – der Weg des Bieres – der Weg des Mannes‘, das sich auch gut als Geschenk eignet“, erläuterte Michael Wacker die Vielfalt der Angebotspalette.
 
„Haus der Stille“ entwickelt überregionale Anziehung
 
„Fastenwoche und Einkehrtage sind zwar zentrale Themen, aber die Bandbreite unseres Programms, das es als gedruckten Flyer und im Internet unter www.weitenhagen.de gibt, ist riesig“, sagte der Pastor. Die Herkunft der Teilnehmenden zeige, dass das „Haus der Stille“ eine Anziehungskraft weit über die Region hinaus entwickle, die nach Mecklenburg, nach Berlin und bis Hamburg hinausstrahle, so der Leiter des Hauses. „Dieses Haus ist etwas Besonderes, das höre ich von Gästen immer wieder“, sagte Michael Wacker. Das habe seiner Meinung nach auch mit der fühlbaren jahrzehntelangen Tradition des Einkehrhauses zu tun. Zudem habe er schon vielfach in Seminaren, Kursen und Zusammenkünften die Wirksamkeit Gottes gespürt. Der Kirchenkreis lobte im Anschluss an den Bericht die Arbeit im „Haus der Stille“. Es sei in den zurückliegenden Jahren hervorragend gelungen, das Profil des Einkehrhauses weiter zu schärfen und gleichzeitig mit dem angebotenen Programm den Spagat zu schaffen zwischen Urlaub und Einkehr, zwischen Freizeitorientierung und Kraftquelle, zwischen Sinnsuche und Auszeit. Dabei blieben die Angebote in ihrer Vielseitigkeit dem zugrunde liegenden, ganz besonderen Geist und dem Anspruch des Hauses treu. Der Kirchenkreisrat war sich einig darin, das „Haus der Stille“ weiterhin zu stärken und nach den Möglichkeiten des PEK zu unterstützen. „Dieses Haus steht für ein segensreiches Miteinander in unserer Kirche, das spiegelt nicht zuletzt auch die Vielfalt der Besuchenden wider“, hieß es aus dem Kirchenkreisrat. Das „Haus der Stille“ zählt zu den Standorten der Veranstaltungsreihe „Spiritueller Sommer in Pommern“, die Angebote zur inneren Einkehr in der Region bündelt.
 
Hilfe für polnische Partnergemeinde
 
In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschäftigte sich der Kirchenkreisrat mit einer Bitte der Evangelischen Kirchengemeinde im polnischen Słupsk (Stolp), die dem Gremium vom Pommerschen Diakonieverein übermittelt wurde. Die dortige Gemeinde möchte ein „Zentrum für Diakonie und Dialog“ einrichten. Für die Umsetzung des Vorhabens in einem der Gemeinde bereits größtenteils gehörenden Gebäude sind der Zukauf eines Gebäudeteils sowie eine umfangreiche Sanierung des gesamten Gebäudes notwendig. Die Maßnahme wird von der polnischen Gemeinde mit insgesamt rund 300.000 Euro angegeben. Der Kirchenkreisrat beschloss, der evangelischen Kirchengemeinde Słupsk für die Umsetzung des Projekts „Zentrum für Diakonie und Dialog“ 10.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Jeweils 5.000 Euro sollen dafür aus dem Ökumenehaushalt des Regionalzentrums und aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ bereitgestellt werden. Das entstehende Zentrum werde auch die Intensivierung von deutsch-polnischen Jugendbegegnungen ermöglichen, hieß es in der Begründung des Beschlusses. Die finanzielle Unterstützung sei nicht nur eine ganz praktische Hilfe für die Brüder und Schwestern in der polnischen Diaspora-Gemeinde, sondern auch ein klares Bekenntnis zur internationalen Partnerarbeit, so der KKR. Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis pflegt Partnerbeziehungen zum Stift Växjö der Kirche von Schweden, zu den Diözesen Wroclawska und Pomorsko Wielkopolska der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, zur Zentraldiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT) sowie zur Kap Oranje Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (ELCSA).
 
Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit einem Antrag auf Beteiligung an Mehrerträgen aus Pfarrvermögen, mit der Entwicklung eines IT-Sicherheitskonzepts, mit geplanten Baumaßnahmen, mit zahlreichen Personalfragen sowie mit der Planung und Vorbereitung des gemeinsamen Treffens der beiden Kirchenkreisräte Pommern und Mecklenburg am 24. November in Güstrow. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 11. Dezember 2018 statt.

Quelle: PEK (sk)



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