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Bericht von der dritten Sitzung des Jahres

Pommerscher Kirchenkreisrat: Die eigene Geschichte im Blick

16.03.2017 ǀ Weitenhagen.  Pommerscher Kirchenkreisrat legt Synode eine Beschlussvorlage zur DDR-Vergangenheit der Landeskirche vor / Lutherhofsanierung in Greifswald wird teurer / Pfarrhaus in Altefähr auf Rügen wird saniert / Unterstützung für Luther-Hörspiel

Der Pommersche Kirchenkreisrat (KKR) legt der Kirchenkreissynode, die am 24. und 25. März in Züssow zusammenkommt, einen Beschlussentwurf zur Aufarbeitung der Vergangenheit der Pommerschen Evangelischen Kirche vor. Der Entwurf ist das Ergebnis des ausführlichen Gesprächs zu diesem Thema in der jüngsten KKR-Sitzung. Grundlage des Papiers ist neben den in der vorigen Sitzung festgehaltenen historischen und seelsorgerlichen Ebenen der Aufarbeitung, die Ebene der öffentlichen Äußerung zu diesem Thema. Die Aufarbeitung sei eine nach wie vor fortzusetzende Aufgabe, so der KKR. Der Kirchenkreis stehe zu seiner Verantwortung und nehme gemeinsam mit der Nordkirche die eigene Geschichtsdurchdringung in den Blick, so das Gremium zu dem Beschluss.

Lutherhofsanierung wird teurer

Die Sanierung des denkmalgeschützten Lutherhofs in der Martin-Luther-Straße in Greifswald wird teurer, als bislang angenommen. Der zuständige Baubeauftragte des PEK, André George, informierte die Kirchenkreisratsmitglieder über die derzeitige Situation auf der Baustelle und die Mehrkosten. Frühere Planungen sahen Sanierungskosten in Höhe von 745.000 Euro vor. Nun entstehen weitere Kosten von rund 37.000 Euro. Damit erhöht sich die Gesamtkostenrechnung voraussichtlich um rund 20.000 Euro, da die ursprüngliche Summe einen finanziellen Puffer beinhaltete. Der Grund für die Mehrkosten sei der starke Befall mit Hausschwamm und anderen Holz zerstörenden Pilzen, so André George. Das Ausmaß des Schwammbefalls sei nicht absehbar gewesen, da die betroffenen Bereiche am Dachgebälk bei den Voruntersuchungen baulich verdeckt gewesen seien, erläuterte der Baubeauftragte.

Bauarbeiten enden voraussichtlich Ende Mai

Nötig wurde durch den Schwammbefall der teils recht komplizierte und kleinteilige Austausch schadhafter Dachsparren. Neben den Austauscharbeiten führt auch die Schwammbehandlung zu einer Verlängerung der Bauarbeiten, deren Ende momentan für Ende des Monats Mai erwartet wird. Trotz der Mehrkosten äußerte sich der KKR dennoch grundsätzlich zufrieden mit dem Stand der Arbeiten am Lutherhof. Wäre die Sanierung nicht in Angriff genommen worden, wäre der Schwammbefall im Verborgenen weiter gewachsen und hätte noch weit größere Zerstörungen und Kosten verursacht, bilanzierte der Kirchenkreisrat. Der Baubeauftragte berichtete dem KKR auch über die anstehenden Überlegungen zu verschiedenen Planungsvarianten der Beheizungsmöglichkeiten im Lutherhof, die nicht zuletzt unter Berücksichtigung der Vorgaben zur Erreichung der Klimaziele der Nordkirche geprüft würden. Konkret wird dieses Thema den KKR in einer künftigen Sitzung beschäftigen.

Roter Hahn für Domizil der Studentengemeinde

Alte Fotografien des Lutherhofs zeigen einen Wetterhahn auf dem Dach des Gebäudes. André George präsentierte den Ratsmitgliedern eine entsprechende Abbildung, auf denen das Erscheinungsbild des Hahns vage erkennbar ist. Da sich im Lutherhof das Domizil der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) befindet und das bundesweit einheitliche ESG-Logo ein stilisierter roter Hahn ist, stieß der KKR die Überlegung an, einen neuen Wetterhahn in Form des ESG-Logos in Auftrag zu geben und für dessen Finanzierung einen Spendenaufruf zu initiieren. André George teilte auch den aktuellen Sachstand bezüglich der Schaffung einer Zuwegung zum Hof des Lutherhofs, des sogenannten Luthergartens, mit. Hier zeichne sich derzeit noch keine Lösung ab, so der Baubeauftragte. Der KKR beschloss, den Finanzausschuss trotz der offenen Situation damit zu beauftragen, die mögliche Finanzierung einer solchen Zuwegung zu prüfen.

Pfarrhaus in Altefähr auf Rügen wird saniert

Der Kirchengemeinde Altefähr auf der Insel Rügen erteilte der Kirchenkreisrat die kirchenaufsichtliche Genehmigung für die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 134.000 Euro. Der Kirchengemeinderat der Gemeinde hatte beschlossen, dieses Darlehen für die Sanierung des Pfarrhauses in Altefähr aufzunehmen. Das Pfarrhaus ist seit Jahren unbewohnt und dringend sanierungsbedürftig. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf insgesamt rund 336.000 Euro. Davon werden 132.000 Euro aus dem Pfarrhausfonds für das Jahr 2017 bezuschusst. Weitere 20.000 Euro bringt die Kirchengemeinde Altefähr aus Eigenmitteln auf. Für die Finanzierung der restlichen 184.000 Euro nimmt die Kirchengemeinde das Bankdarlehen auf sowie ein weiteres Darlehen aus dem Unterstützungsfonds des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises in Höhe von 50.000 Euro, dem der KKR ebenfalls zustimmte.

Rüstzeitheim mit neuem Leben erfüllt

Die Entscheidung zur Sanierung des Pfarrhauses in Altefähr rechtfertige sich nicht aus betriebswirtschaftlichen Gründen, sondern als bedeutender Beitrag für ein lebendiges und funktionierendes Gemeindeleben, da es der Pastorin und ihrer Familie ermögliche, unmittelbar in „ihrer“ Gemeinde zu leben, so der Kirchenkreisrat zu dem Vorhaben der Kirchengemeinde. Trotz der hohen finanziellen Anstrengung sei es daher äußerst lohnenswert, das Pfarrhaus zu sanieren, da es dringend gebraucht werde. In der Kirchengemeinde Altefähr bewegt sich eine Menge, stellte der KKR fest. Das Rüstzeitheim in Altefähr, das Bedeutung über die Region und den Kirchenkreis hinaus hat und besonders wichtig für die weitere Kinder- und Jugendarbeit im PEK ist, hat die Kirchengemeinde in ehrenamtlicher Eigenleistung instand gesetzt. Damit habe die Kirchengemeinde den Kirchenkreis gestärkt und entlastet und rechtfertige umso mehr die Unterstützung durch den Kirchenkreisrat, so das Gremium zu seiner Entscheidung.

500 Euro für Hörspiel-Projekt zum Reformationsgedenken

Der KKR beschloss, das Bildungsprojekt „Hörstraße – Luthers Erkenntnisse heute noch aktuell?“ mit 500 Euro aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ zu unterstützen. Das Hörspiel wurde von Johanna Hertzsch, Religionslehrerin an der Greifswalder Martinschule, gemeinsam mit dem Theologisch-Pädagogisches Institut (TPI) und der Domgemeinde St. Nikolai Greifswald als Bildungsprojekt im Rahmen des Gedenkens zum Reformationsjahr 2017 entwickelt. „Die Hörstraße ist wirklich eindrucksvoll und ein großartiges Erlebnis“, berichtete Propst Gerd Panknin, der das Projekt während einer Präsentation auf einem Pfarrkonvent in Demmin erlebte. Die „Hörstraße“ sei auch offen für interessierte Kirchengemeinden, von denen es bereits einige gebe, so der Propst. Für die „Hörstraße“ werde zunächst zum Luther-Thema gearbeitet, dann Audio-Aufnahmen erstellt und zu einer Art Hörspiel zusammengestellt, so Gerd Panknin. Ein Antrag auf Mittel aus der Kollekte für „Evangelische Schulen – Projekte zur Stärkung und Weiterentwicklung des Evangelischen Profils“ wurde mit 1.500 Euro positiv beschieden. Um die Gesamtfinanzierung des Projekts abzusichern, lag dem KKR ein Antrag zur Kofinanzierung aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ vor. Das Projekt sei angesichts seiner Inhalte, seiner Zielgruppen und der Breitenwirkung sehr unterstützenswert, so der KKR in seinem Beschluss.
 
Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit Personalfragen, mit der Neufassung der Verbandssatzung des Evangelischen Friedhofszweckverbands Pommersche Uckermark, mit der Wiederbesetzung des Mandats im Kuratorium der EKU-Stiftung durch Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit sowie mit der Geschäftsordnung des KKR. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrates findet am 4. April 2017 statt.
Quelle: PEK (sk)
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