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Bericht von der zehnten Sitzung des Jahres

Pommerscher Kirchenkreisrat: Bericht aus dem Jugendpfarramt

12.10.2017 ǀ Weitenhagen.  Jugendpastorin Tabea Bartels informierte über ihre Arbeit / Neuer Propsteijugendmitarbeiter angestellt / Darlehen für Pfarrhausmodernisierung in Altenhagen / Blaues Kreuz erhält Zuschuss für Besinnungswoche

Der Pommersche Kirchenkreisrat (KKR) hat beschlossen, bei der Wiederbesetzung des Jugendpfarramts im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) auf eine Ausschreibung zu verzichten. Diese Entscheidung traf das Gremium am Dienstag (10. Oktober) in Weitenhagen, nachdem die derzeitige Pastorin im Jugendpfarramt, Tabea Bartels, dem KKR ausführlich über ihre Arbeit berichtet und sich den Fragen der Ratsmitglieder gestellt hatte. Tabea Bartels, deren Berufungszeitraum für das Jugendpfarramt zum 28. Februar 2018 endet, hat sich erneut für die Stelle beworben. In ihrem Bericht stellte die Pastorin wichtige Schwerpunkte ihrer Tätigkeit vor und gab einen Ausblick auf zukünftige Handlungsfelder.

Orientierung in einer unüberschaubaren Welt

Die unmittelbare Arbeit mit den Jugendlichen bezeichnete Tabea Bartels als Kern ihrer Aufgabe. Seelsorge und Verkündigung und dabei mit den Jugendlichen unterwegs sein, so ihre Beschreibung des Jugendpfarramts. Es sei erstaunlich, wie rasant sich der Lebensalltag junger Menschen in unserer Zeit ändere, so die Pastorin. Grundlegende Lebensfragen würden immer wieder thematisiert. „Wir können den Jugendlichen Orientierung in einer immer unüberschaubarer werdenden Welt geben“, so Tabea Bartels. Das bringe eine hohe Verantwortung als Gesprächspartner mit sich. Daneben sei es wichtig, immer in Kontakt zu den sich wandelnden Themen der Jugendlichen zu bleiben. Daher würden die Profile der Angebote des Jugendpfarramts laufend angepasst. Als einen von vielen wichtigen Arbeitsbereichen nannte die Pastorin die Jugendvertretung des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises, in der demokratische Kultur eingeübt werde. Auch die Schwierigkeiten mit der Mobilität im ländlichen Raum als Herausforderung für die Jugendarbeit benannte Tabea Bartels in ihrem Bericht.

Jugendpfarramt hat integrierende Wirkung im Kirchenkreis

Als ein wachsendes Arbeitsfeld beschrieb Tabea Bartels die deutsch-polnischen Jugendbegegnungen im Süden des Kirchenkreises. Nicht zuletzt stärke die Arbeit des Jugendpfarramts im PEK neben den christlichen auch die heimatlichen Wurzeln junger Menschen. Diese Wurzeln tragen dazu bei, dass Jugendliche sich entscheiden, in Pommern zu bleiben oder nach ihrer Ausbildung wieder zurückzukehren. Das Projekt „angstfrei glauben“, die Ausbildung von Teamerinnen und Teamern – Jugendlichen, die im Evangelischen Schullandheim Sassen eine Qualifizierung zur Jugendarbeit absolvierten – und die Begleitung und Vernetzung von Jungen Gemeinden sind weitere Beispiele für die Arbeit im Jugendpfarramt des PEK. Der Kirchenkreisrat sprach im Anschluss an den Bericht von der stärkenden Wirkung des Jugendpfarramts, die großen Einfluss auf die Kirchengemeinden und die positive Entwicklung ehrenamtlichen Engagements habe. „Hier wird die Saat gelegt, Verantwortung zu übernehmen und sich zu engagieren. Das Jugendpfarramt hat eine integrierende Wirkung im ganzen Kirchenkreis und befähigt die Jugendlichen für den Alltag und für die Arbeit in den Gemeinden“, hieß es aus den Reihen des KKR.

Neuer Propsteijugendmitarbeiter für die Region Franzburg/Grimmen

Der KKR hat beschlossen, Lars Engelbrecht zum 1. November 2017 befristet bis zum 31. Dezember 2019 für die Propsteijugendarbeit in der Propstei Stralsund anzustellen. Es handelt sich um eine halbe Stelle, deren Personalkosten durch die Bugenhagenstiftung mit jährlich 7.500 Euro bezuschusst werden. Lars Engelbrecht ist ausgebildeter Gemeindepädagoge und eingesegneter Diakon. Er hat Erfahrung in der Jugendarbeit in den Propsteien Rostock und Wismar im mecklenburgischen Kirchenkreis gesammelt, wohnt aber jetzt in Pommern. Lars Engelbrecht ist freier Autor und Musiker. Er schreibt und illustriert Kinderbücher und tritt mit seiner Puppe „Gretzo“ bei Stadt- und Hafenfesten auf. Mit seiner Kreativität und Vielseitigkeit wird er projektbezogen in der Jugendarbeit in der Region Franzburg/Grimmen in der Propstei Stralsund arbeiten.

Blaues Kreuz ermutigt und gibt neuen Halt

Der Kirchenkreisrat unterstützt die Begegnungsgruppe Greifswald des Blaues Kreuz in Deutschland e.V. aus dem Fonds „Initiativen und Projekte“ mit einem Zuschuss in Höhe von 400 Euro. Die christliche Organisation Blaues Kreuz ist im Bereich der Selbsthilfe bei Suchtkrankheiten tätig. Der Leiter der Begegnungsgruppe, Rudi Knüppel, hatte in einem Antrag an den KKR um finanzielle Hilfe für die Durchführung einer sogenannten Besinnungswoche in Johanngeorgenstadt gebeten. Zu den Besinnungswochen lädt das Greifswalder Blaue Kreuz seit vielen Jahren Suchtgefährdete zusätzlich zu den wöchentlichen Treffen ein. Viele der Teilnehmenden kommen aus einem finanziell benachteiligten Umfeld. „In Bibelarbeiten und Fachvorträgen gibt es viele ermutigende Informationen. Seelsorgerliche Einzelgespräche und der Austausch in der Gruppe vertiefen das Gehörte. Spaziergänge und kleine Ausflüge ergänzen das gemeinsame Programm“, so die Beschreibung der Besinnungswoche in einem früheren Antrag an den Kirchenkreisrat. Bereits zu Beginn des Jahres hatte der KKR die Arbeit der Blaues Kreuz-Suchtkrankenhilfe mit 650 Euro unterstützt. Die Arbeit des Blaues Kreuz e.V. habe in Pommern eine lange Tradition und bis heute vielen Menschen neuen Halt und Lebensperspektive geschenkt, so der Kirchenkreisrat. Die Arbeit der Begegnungsgruppe sei äußerst wichtig und auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Modernisierung eines Meisterbauwerks

In weiteren Beschlüssen entschied der KKR – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Finanzausschuss – der Kirchengemeinde Altenhagen-Gültz für die Sanierung des Pfarrhauses in Altenhagen ein zinsloses Darlehen in Höhe von 50.000 Euro aus dem Unterstützungsfonds des PEK zu gewähren sowie bezüglich der Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 30.000 Euro die kirchenaufsichtliche Genehmigung zu erteilen. Das Pfarrhaus in Altenhagen muss für dessen Erhaltung sowie zur Gewährleistung der pfarramtlichen Nutzbarkeit dringend saniert und modernisiert werden. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 240.000 Euro. Davon werden 120.000 Euro aus dem Pfarrhausfonds 2017 bezuschusst, weitere 40.000 Euro kann die Kirchengemeinde aus gebildeten Rücklagen aufbringen. Zur Finanzierung der restlichen 80.000 Euro hat der Kirchengemeinderat beschlossen, ein Darlehen von 30.000 Euro aufzunehmen sowie ein zinsloses Darlehen in Höhe von 50.000 Euro aus dem Unterstützungsfonds des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises zu beantragen. Bei dem denkmalgeschützten Pfarrhaus in Altenhagen handelt es sich um die einstige Dorfschule. Der zuständige Baubeauftragte des pommerschen Kirchenkreises bezeichnete das Pfarrhaus, das auch als Winterkirche genutzt wird und über Räume für die Gemeindearbeit verfügt, als geschichtsträchtiges Meisterbauwerk.

Außerdem befasste sich der KKR während der Sitzung unter anderem mit den Planungen für die Herbstsynode, mit weiteren Personalfragen, mit der Themenfindung für das Treffen der Kirchenkreisräte der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern am 18. November, mit der Vorbereitung des Einweihungsfestes für den Lutherhof in Greifswald sowie mit der Berufung der Mitglieder des Arbeitsschutzausschusses des PEK. Die nächste Sitzung des Kirchenkreisrats findet am 14. November 2017 statt.
Quelle: PEK (sk)