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Gruppengespräch: Dietrich Mühlenbruch, Ines Bull, Hans Nyenhuis, Anne Jax und Cordula Trede (v.l.n.r.)
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Kirchenkreiskongreß Rostock: „Kein Geld zu haben, ist Energy Drink für kreative Mutanfälle“
Rostock (ran). In der Rostocker Nikolaikirche fand am Sonnabend, 26. November 2005, der erste von fünf Kirchenkreiskongressen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs unter dem Thema „Unser Kirchenkreis im Wandel“ statt. Die Kirchenkreiskongresse sollen in Zeiten von Veränderung das Gespräch in den Kirchenkreisen in Gang bringen. Eingeladen waren die Mitglieder der Propsteisynoden sowie Interessierte.
Zu Beginn hatte Landessuperintendent Dr. Matthias Kleiminger mit „Beobachtungen zur Situation im Kirchenkreis Rostock“ die Arbeit eingeleitet. „Der Christenlehreunterricht steckt in einer tiefen Krise,“ sagte Kleiminger, allerdings habe sich der Konfirmandenunterricht konsolidiert und die Kirchenmusik sei „nach wie vor ein wesentliches Moment, Gemeinde zu sammeln.“ Der Rostocker Landessuperintendent warnte davor, die Gemeinde nicht mehr ins Baugeschehen einzubinden und es sei schädlich, „sich jede Leistung einkaufen zu sollen.“
In einem zweiten Teil seiner Beobachtungen stellte Kleiminger „Vier Rufe nach vorn“ als Provokationen vor. Dabei ging er von einer Kirche am Nullpunkt aus und meinte, „Kein Geld zu haben, ist Energy Drink für kreative Mutanfälle.“ Er stellte dann Möglichkeiten vor, die in einer Kirche ohne die bisherige Finanzausstattung möglich sein können.
In sechs Arbeitsgruppen diskutierten die 80 Teilnehmenden sodann über Regionalisierung, Geistliches Leben, Kirchenmusik sowie die Nutzung und Unterhaltung von Kirchgebäuden.
Hans Nyenhuis brachte die Notwendigkeit des Gesprächs und des Handelns im Bericht der Gruppe „Regionalisierung“ auf den Punkt: „Nicht so lange warten bis der Leidensdruck einen zwingt, Maßnahmen einzuleiten.“ Für eine Zusammenarbeit in der Region sei es wichtig, so René Borowski von der Rostocker Innenstadtgemeinde zu unterscheiden: „Was gehört in die Eigenständigkeit einer Gemeinde und was gehört in die Region.“ In der Gruppe wurde aber auch ermutigend festgestellt: „Zusammenarbeit kann man lernen.“
Lutz Decker aus Ribnitz stellte ein Gruppenergebnis zum geistlichen Leben vor: „Gottesdienst ist kein „life-act oder ein event“ sondern eine Feier. „Einladend für Außenstehende zu sein, das scheint die schwierigste Aufgabe zu sein,“ gab Decker ein Ergebnis des Gespräches dem Plenum mit.
Die Kirchenmusik, so Uwe Pilgrim aus Kühlungsborn habe ein Problem, es fehle der Nachwuchs, daher müsse man bei den Kindern auch anfangen und er ermutigte die Gemeinden, auch neue Lieder durch Wiederholung einzuüben.
Ein weiterer Gruppenbericht zur Kirchenmusik brachte den Konflikt von professionellen und ehrenamtlichen Musizierenden zur Sprache. Man solle „fehlerfreundliche Musik“ machen, um die Laien zu ermutigen, hieß es in einem Bericht.
In der Gesprächsgruppe Nutzung von Kirchen wurde betont, daß Jugendliche eigene Räume benötigten, die sie auch selbst gestalten könnten. Auch sei bei Sanierungen an Folgekosten zu denken und eine Ofenheizung sei oft kostengünstiger als eine Zentralheizung.
Die Probleme und Herausforderungen, die vor den Gemeinden liegen, wurden in diesen vier Stunden in der Nikolaikirche breit und offen benannt. Angesichts zurückgehender Finanzen und dem Rückgang der Zahl der Gemeindeglieder bleibt zu wünschen, daß ein Arbeitsergebnis kräftig Wirklichkeit wird: „Wenn das Ziel klar ist, entsteht Kreativität.“ (27.11.2005)
Siehe auch:
Bilder
Ergebnisse der Gruppenarbeit
Kleiminger: Beobachtungen zur Situation im Kirchenkreis Rostock (Download, 96 KB)
Material zu den Kirchenkreiskongressen

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