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Morgennebel bei Greifswald/Behrenhoff
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Bischof Abromeit: “Pommern in zwei Richtungen anschlußfähig – aber wo am besten aufgehoben?“
Weitenhagen (ran). Der Pommersche Bischof, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, sagte bei einem Journalistengespräch in Weitenhagen bei Greifswald, daß Pommern „nach beiden Seiten anschlußfähig“ sei. Die Frage sei nur „wo sind wir am besten aufgehoben.“ Bei einer Fusion mit Mecklenburg sei man 1/3 der neuen Kirche, bei einem Anschluß an die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) aber nur 1/12. Diese Frage stelle sich nach den bisherigen Verhandlungen mit Mecklenburg und dem Gespräch mit Bischof Dr. Wolfgang Huber und Konsistorialpräsident Wolfgang Seelemann von der EKBO.
Abromeit stellte fest, daß der Prüfauftrag der Pommerschen Landessynode „eine herbe Verstimmung“ bei der Mecklenburgischen Nachbarkirche (ELLM) hervorgerufen habe. Er bedauerte, daß die Gespräche in den Arbeitsgruppen, die die Fusion vorbereiten sollten, seit Oktober 2006 bis zu einer Entscheidung der Pommerschen Landessynode über den künftigen Weg ausgesetzt worden seien.
Und ob es zu einer klaren Entscheidung auf der pommerschen Synode vom 16. bis 18. März kommen wird, ist noch fraglich; braucht es doch eine 2/3 Mehrheit für einen Anschluß an die EKBO und auch für den Rahmenvertrag mit der ELLM – und beides ist keineswegs ausgemacht. Allerdings sagte Abromeit, daß für Verhandlungen mit der EKBO keine 2/3 Mehrheit erforderlich sei.
So steht die Zukunft der Pommerschen Kirche vor deutlichen Entscheidungen, denn „daß Pommern eigenständig bleibt, ist keine realistische Alternative,“ sagte Abromeit. Allerdings habe man nicht mehr die Finanznot wie vor drei Jahren. Die harten Sparmaßnahmen zeigten Wirkung. Sollten allerdings in späteren Jahren weitere Einsparungen nötig sein, so gäbe es „Einschnitte ins System.“
Er erinnerte an den Plan einer gemeinsamen „Nordkirche“ von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern, die die Bischöfe Kohlwage (Nordelbien), Stier (Mecklenburg) und Berger (Pommern) vor 12 Jahren entwickelt hätten. Wenn im Jahre 2030 nach EKD-Vorstellungen eine Landeskirche mehr als eine Mio Mitglieder haben solle, dann schaffe die Fusion von Pommern und Mecklenburg mit 320.000 Mitgliedern „keine nachhaltige Struktur“ sondern das sei nur ein Zwischenschritt. Dazu gebe es nun aus Nordelbien Signale – „nicht jetzt, aber langfristig“, sagte der Bischof.
Ein Anschluß an die südliche Nachbarkirche EKBO sei aber „eine verführerische Situation“, denn bei einem Anschluß seien die Bedingungen klar, bei einer Verhandlung mit Mecklenburg sei aber eine Neugestaltung der Kirche notwendig. Der Anschluß sei kurzfristig ab 2009 möglich, das sei "der Charme der Brandenburg-Lösung".
Ein Problem sieht Bischof Abromeit in der Abhängigkeit von Transferleistungen aus den westdeutschen Kirchen. Bei einem Anschluß an die EKBO sei man mit 16% davon abhängig, bei einer Fusion mit Mecklenburg werde die neue Kirche aber zu 38% von den EKD-Leistungen finanziert – das sei ein Risiko. Daher müsse man auch die Frage beantworten, „wo wir 2030 sein werden.“
Abromeit wandte sich gegen das in letzter Zeit oft gebrauchte Bild der geplanten „Hochzeit“ der Pommerschen und der Mecklenburgischen Kirche, wo die Braut kurz vor dem Termin nach anderen Ausschau halte. Diese Metapher sei falsch. Hier von „Zuneigung und Sympathie“ zu reden, sei nicht angemessen. So bilde man keine neue Kirche. Es gehe vielmehr um „vernünftige Argumente und Verhandlungen.“ Abromeit befürchtete aber einen Bedeutungsverlust in der Öffentlichkeit, wenn seine Kirche nach Berlin-Brandenburg abwandern würde. Die beiden Kirchen im Mecklenburg-Vorpommern seien im Bundesland stark verankert, nicht nur durch die plattdeutsche Sprache, die Landschaft und die Verbindungen zur Landesregierung. Vielmehr auch durch die dörfliche Struktur und den Norddeutschen Rundfunk, der zur Identität des Bundeslandes beitrage.
Auf Nachfrage sagte der Greifswalder Konsistorialpräsident Peter von Loeper, daß der Staatskirchenvertrag mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern nicht berührt sei. Dies habe ein Rechtsgutachten der EKD ergeben. Bei einem Anschluß nach Berlin-Brandenburg sei im Staatskirchenvertrag auch die Existenz der Greifswalder Theologischen Fakultät nicht betroffen, da die neue Kirche die Rechtsnachfolge antrete.
Abromeit und von Loeper kündigten für Ende Februar vier Informationsveranstaltungen über den Prüfauftrag eines Anschlusses an die EKBO in den vier pommerschen Kirchenkreisen an. Man wolle hören, „was die Menschen bewegt,“ sagte Abromeit. Danach werde die Kirchenleitung Anfang März in einer Klausurtagung darüber beraten und eine Empfehlung an die 14 Tage später stattfindende Landessynode beschließen. (25.1.2007)

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