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Landesbischof Hermann Beste (Schwerin) und Bischof Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) begrüßen ihre Gäste
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Ministerpräsident beim Jahresempfang: „Die Kirche muß im Dorf bleiben“
Barkow (ran). „Die Kirche muß im Dorf bleiben – und nicht nur in Barkow,“ so begann Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff seine Ansprache beim Jahresempfang der Evangelischen Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern im mecklenburgischen Barkow. Und Ringstorff meinte damit nicht nur die nach dem Einsturz 2004 wieder aufgebaute Dorfkirche von Barkow, die am Sonntag wieder in Gebrauch genommen wurde. „Wo Kirche lebendig ist, da ist auch die Zivilgesellschaft stark,“ sagte der Ministerpräsident. „Ein Gemeinwesen läßt sich nicht nur durch Gesetze zusammenhalten sondern auch durch ein gemeinsames Wertefundament.“ Im Blick auf die Schwierigkeiten bei den Fusionsgesprächen der Landeskirchen wünsche er sich „einen Ansprechpartner auf Seiten der Kirche.“
Der Jahresempfang hatte mit einem Gottesdienst in der Barkower Kirche begonnen. Aber nicht nur in der Kirche sondern auch parallel in einem Zelt daneben. Es wurde im Wechsel von drinnen und draußen gebetet, zwei Bläsergruppen spielten abwechselnd. Landesbischof Hermann Beste sagte in seiner Predigt, daß man in einen Raum eingeladen habe, der noch eine Baustelle sei und er fragte, wofür diese Kirche stehe und antwortete: „Sie steht in besonderer Weise dafür, daß wir mit dem Überkommenen das Neue bauen können.“ Beste sagte in Beziehung auf den Reformationstag, daß die „Freiheit zu einem Markenartikel der Kirche geworden ist“ – die Freiheit eines Christenmenschen, wie es Luther gesagt habe und daß man „aus der Freiheit eines Christenmenschen leben und glauben und handeln“ kann.
Beim anschließenden Empfang in der Gutsscheune sagte der evangelische Beauftragte bei der Landesregierung, Kirchenrat Martin Scriba, im Hinblick auf das Engagement für den Wiederaufbau der Kirche Barkow, daß man sich so Kirche wünsche: „verwurzelt mit den Menschen vor Ort, trotzdem unterwegs mit leichtem Gepäck. Überkommenes wird bewahrt und Neues integriert.
Der Berliner Weihbischof Wolfgang Wieder bezog sich in seinem Grußwort auf den Reformationstag und stellte fest, „selbst in der Frage der Rechtfertigung, die 1517 Anlaß zur Trennung gewesen war, haben wir einen Konsens erzielt.“ Der Reformationstag ist „nicht mehr ein Gedenken an das, was uns einmal auseinandergerissen hat, sondern vornehmlich ein Besinnen auf das, was uns jetzt zusammenführt und miteinander auf den Weg bringt.“
Kirchenrat Scriba meinte im Hinblick auf die Stunden zuvor abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen, daß das geplante Rauchverbot die Kirche wenig erschüttere, „denn in den Kirchen ist das Rauchen schon immer verboten.“
Eine, ohne die dieser Festtag nicht möglich gewesen wäre, saß am Rande, aber immerhin unter einer Kirche, die von der Sonne bestrahlt wird: Claudia Huss. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins für den Wiederaufbau. Sie und ihr Mann, Landesposaunenwart Martin Huss, haben sich besonders für den Wiederaufbau eingesetzt. So saß sie am Rande - aber vor der dankbaren Kirche.
Die Dorfkirche Barkow war am 3. April 2004 eingestürzt und wurde durch Engagement des Dorfes, der Kirche, der Denkmalpflege, des Vereins „Dorfkirchen in Not“, durch Konzerte und eine Vielzahl von Spenderinnen und Spendern wieder aufgebaut. Noch ist die Kirche eine Baustelle, soll aber zu Weihnachten fertiggestellt sein. Die Orgel, die beim Einsturz fast unbeschädigt blieb, soll im Frühjahr wieder eingebaut werden. Aber bei Einweihung am Vormittag und Jahresempfang am Nachmittag läuteten drei Glocken - die alte aus dem 14 Jh. und die beiden neu gegossenen Glocken. (1.11.2006)
Siehe auch: Bilder

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