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Vor den Gästen kamen die Vögel zu St. Marien. Fotos: Neumann


Pfarrehepaar Warnke, Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn und Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit begrüßen die Gäste


Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit bei der Ansprache in St. Marien.


Justizministerin Uta-Maria Kuder, Staatssekretär Dr. Thomas Freund (li.) und rechts vorne Weihbischof Norbert Werbs. Neben ihm Iris und Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit und Präses Dr. Rainer Dally

Jahresempfang der Kirchen für Politik, Wirtschaft und Kultur am Reformationstag

 

Pasewalk (rn). Am Reformationstag fand in Pasewalk der jährliche Empfang der beiden evangelischen Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern für Politik, Wirtschaft und Kultur statt. Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit und Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn begrüßten in der Kirche St. Marien ca. 180 Gäste.

 

Bischof Abromeit stellte in seiner Ansprache fest, „daß alle geistlichen und theologischen Aussagen eine politische Wirkung“ entfalten würden. „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen,“ habe Jesus seinen Jüngern als Seligpreisung gesagt. Abromeit erinnerte an die Friedliche Revolution und meinte: „es gehört eben auch mitunter eine gehörige Portion Mut dazu, sanft zu sein angesichts mancher Formen von Gewalt. Ein sanfter Mut, der sich auch darin ausdrückt, dass man sich von seinem Gottvertrauen nicht so leicht vertreiben lässt und die Maßstäbe seiner Haltung preiszugeben bereit ist.“ Als Fazit hob der pommersche Bischof hervor: „Es gehört zur Lehre aus der friedlichen Revolution von 1989 für uns als Kirchen, die eigene Überlieferung an dieser Stelle ernst zu nehmen und den Mut aufzubringen, von Gottes Wort und seinen Maßstäben her eine prophetische Stimme auch in den Bereich der Politik zu erheben.“

 

Beim anschließenden Empfang im „Historischen U“, der ehemaligen Kurassierkaserne in Pasewalk, überbrachte Justizministerin Uta-Maria Kuder die Grüße der Landesregierung. Sie dankte dem bisherigen Regierungsbeauftragten Martin Scriba für seine Arbeit und sicherte dem Nachfolger Kirchenrat Markus Wiechert die Unterstützung der Landesregierung zu, die das Amt des Regierungsbeauftragten als Verbindungsstelle zwischen Kirche und Land „für außerordentlich wichtig“ halte. Sie begrüßte es, daß in der geplanten Nordkirche der Sitz des Leitenden Bischofs in Schwerin sei, bedauerte aber, daß trotz der angebotenen Fördermittel für die Herrichtung des Verwaltungssitzes, die Kirchenverwaltung nicht nach Schwerin gekommen sei. Sie wünschte aber gutes Gelingen für die entstehende gemeinsame Kirche.

Kuder würdigte die Rolle der Kirchen im Wendejahr, denn ohne sie „wäre die Friedliche Revolution nicht möglich und wahrscheinlich auch nicht so friedlich gewesen.“ Vielfach seien seitdem „blühende Landschaften entstanden, auch wenn das subjektive Empfinden einiger Menschen manchmal dagegen sprechen mag,“ sagte die Justizministerin und dankte den Kirchen, daß sie dazu „maßgeblich beigetragen“ hätten.

Aus ihrem Ressort würdigte Kuder die Arbeit der Gefängnisseelsorge als „unverzichtbarere Baustein für ein zukünftiges Leben ohne Straftat“ und stellte fest, daß die Zusammenarbeit der Kirchen mit der Justiz ausgesprochen gut verlaufe.

 

Der Greifswalder Propst Michael Pietrus grüßte vom katholischen Erzbistum Berlin und sagte im Blick auf die Nordkirche, daß die evangelische Kirche zwar augenblicklich viel mit sich selbst beschäftigt sei, „aber man muß sein eigenes Haus gut ordnen, damit man mit anderen gut zusammenarbeiten kann.“ Pietrus warb für einen gemeinsamen Ökumenischen Kirchentag 2011 in der Region Vorpommern als ein Feld gemeinsamer, fruchtbarer Zusammenarbeit.

 

Die Veranstaltung wurde mit schwungvoller Musik der Haff-Bigband-Ueckermünde, einem Projekt der dortigen Musikschule, begleitet.

(1.11.2009)




Kirchenrat Markus Wiechert


Justizministerin Uta-Maria Kuder


Propst Michael Pietrus


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