Rostocker Informationsveranstaltung zur Nordkirche mit Kirchenleitungsmitglied
Rostock (jl). Die Rostocker Bürgerinitiative für eine solidarische Gesellschaft e.V. hatte das mecklenburgische Kirchenleitungsmitglied Dr. Stefan Mahlburg (Augustenruh) zum Vortrag mit Diskussion über den Komplex Nordkirche eingeladen.
Noch bevor alle Pröpstinnen und Pröpste der Landeskirche den angekündigten Brief des mecklenburgischen Landesbischofs Andreas von Maltzahn mit dem Informationsmaterial über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen auf dem Weg in Richtung auf eine gemeinsame Nordkirche zur Kenntnis nehmen konnten, fand am 16. Januar in Rostock eine Informationsveranstaltung statt.
Der Referent war auch Mitglied der Steuerungsgruppe der drei Landeskirchen und der Untergruppe für Verfassungsfragen, bis er kürzlich auf eigenen Wunsch aus diesen Gremien ausschied. Der Jurist arbeitet als Staatsanwalt in Rostock und schilderte auch die zeitliche Belastung der im Fusionsprozeß engagierten Ehrenamtlichen.
Anhand des offiziellen Zahlenmaterials wurde die Unterschiedlichkeit der Partnerkirchen ebenso wie ihre differenten Strukturen anschaulich. Deutlich wurde beim derzeitigen Stand des Vorhabens auch das Defizit an biblischer Basis und Perspektive. Mahlburg wies darauf hin, dass in der bisherigen Entwicklung und den dazugehörigen Dokumenten seiner Meinung nach Gemeinde und Theologie kaum eine Rolle spielten.
Darum wurde in der Diskussion auch der Bezug auf die mehrjährige Debatte zum Leitbild für die Gemeinden in Vorpommern vermisst. Der gehöre ebenso in ein notwendiges geistliches Wort zur Lage der drei Kirchen wie das Anliegen, kritisch früheres kirchliches Handeln im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, etwa in Sachen Jugendweihe, zu benennen.
Die Diskussion zeigte, dass das Interesse an der Transparenz des Fusionsprozesses über den engeren kirchlichen Rahmen hinausgeht und auch im öffentlichen Raum Plausibilität der Vorgänge gefordert wird.
Die Rostocker Bürgerinitiative für eine solidarische Gesellschaft e.V. unterstützt im Baltikum und in Südosteuropa jeweils direkt ein Selbsthilfeprojekt wie auch vor Ort Aufgaben, die der Entwicklung einer solidarischen Gesellschaft dienen. Sie gibt das Magazin Stadtgespräche“ heraus, dessen fünfzigstes Heft im Februar erscheint. (17.1.2008)

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