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Trauer und Dank

Früherer Barther Superintendent Prof. Karl-Heinrich Bieritz gestorben

11.08.2011 | Greifswald (rn). Der pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit hat am Sonntag (7. August 2011) in der Diskussion um das Attentat in Norwegen Vorwürfe zurückgewiesen, der christliche Glaube sei eine „zerstörerische Religion“ und der Attentäter ein „christlicher Fundamentalist“. Dies habe mit der Wirklichkeit nichts zu tun, sagte Abromeit im Greifswalder Dom St. Nikolai.

„Es gilt eine echte religiöse Sehnsucht, die nach mehr als dem Vorfindlichen fragt, zu unterscheiden von angemaßten Weltsäuberungsplänen. Der christliche Glaube ist seit seinen Ursprüngen multikulturell. Er hat nichts gemein mit den nationalistischen Vorstellungen engstirniger Menschen“, sagte Abromeit und wies auch Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zurück, der das Attentat als „christlichen Terror“ bezeichnet hatte.

Berichte, wonach der norwegische Attentäter Anders Breivik von christlichen Motiven bestimmt sei träfen ebenfalls nicht zu, da er sich selbst als „nicht sehr religiös“ und als Freimaurer bezeichnet habe. „Jemand, der sich als Freimaurer bezeichnet, kann nicht gleichzeitig ein christlicher Fundamentalist sein. Beides schließt sich miteinander aus“, sagte der pommersche Bischof.

Einer christlichen Gesinnung entspreche es viel mehr, anderen zu helfen, in Not geratenen Menschen beizustehen und Leben zu retten. „Unschuldige Menschen zu töten, entspricht nie und nimmer, aus keinem denkbaren Grund christlicher Ethik. So etwas lässt sich mit keinem Satz des Neuen Testaments belegen“ sagte Abromeit in seiner Sonntagspredigt in Greifswald.