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Bischof Dr. Hans Klein
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Sozialminister Erwin Sellering
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Dekan Prof. Dr. Michael Herbst. Fotos: Neumann
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Bugenhagen blickte vor nahezu 500 Jahren bereits über Pommern und Mitteleuropa hinaus
Greifswald (lwb). “Bugenhagen hat bis 1533, als wir einen eigenen evangelischen Bischof erhielten, auch die Pfarrer unserer lutherischen Kirche in Siebenbürgen ordiniert, war also in jener Zeit so etwas wie ein Bischof für unsere Geistlichen.” Mit diesen Worten würdigte Bischof Dr. Christoph Klein von der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien den pommerschen Reformator Johannes Bugenhagen. In einem Grußwort anlässlich des Gedenkens des 450. Todestages des Reformators am Sonntag im Greifswalder Dom St. Nikolai betonte Klein, dass Bugenhagen vor nahezu 500 Jahren bereits über Pommern und Mitteleuropa hinausblickte und ein vereintes Europa im Blick hatte.
Zu den mehr als 500 ZuhörerInnen aus Kirche, Politik und Gesellschaft gehörten auch mehr als 90 kirchliche Leitungspersönlichkeiten, die an der Europäischen KirchenleiterInnenkonsultation des Lutherischen Weltbundes (LWB) vom 11. bis 16. September in Greifswald teilnehmen.
Die Verbindungen Bugenhagens zu einer räumlich weit entfernten Kirche zeigen etwas, so Klein, von dem regen Austausch innerhalb des europäischen Kontinents – schon lange vor dem Beitritt vieler mittel- und osteuropäischer Länder zur Europäischen Union. “Der kirchliche Austausch, das gemeinsame theologische Denken, war zu jener Zeit ein wichtiger Faktor für das Zusammenhalten der vielen europäischen Länder”, betonte Klein im Rahmen des Festaktes. Und es bleibe eine Aufgabe der Kirche Jesu Christi und sei in unserem Jahrhundert eine noch dringendere Herausforderung an ihren ökumenischen Auftrag, unterstrich der rumänische Bischof.
“Mögen die frühen diesbezüglichen Bemühungen Bugenhagens uns heute Ansporn und Ermutigung für unser Bekenntnis zur großen lutherischen Kirche weltweit sein”, hob Klein hervor.
“Mut zur Veränderung” sei eine Botschaft gewesen, mit der Martin Luther und seine MitstreiterInnen der Reformation den Weg gebahnt hätten, betonte Erwin Sellering, Minister für Soziales und Gesundheit des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Angesichts der Herausforderungen, die in Mecklenburg-Vorpommern, in Deutschland, in Europa sowie weltweit zu bewältigen seien, wäre der Mut, mit dem die Reformatoren ans Werk gingen, auch heute sehr erstrebenswert für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Gesellschaft, so der designierte Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern. Das Bugenhagen-Jubiläum mache bewusst, wie eng Geschichte und Gegenwart ineinandergriffen.
Für den Dekan der Theologischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Prof. Dr. Michel Herbst, war der pommersche Reformator Johannes Bugenhagen unter anderem Mitübersetzer der Niederdeutschen Bibelübersetzung sowie Begründer des evangelischen Pfarrhauses. Daneben habe Bugenhagen vor allem gelehrt, dass Bildung ohne Gelehrsamkeit in der Heiligen Schrift noch keine rechte Bildung sei, so der Theologieprofessor. Mit Blick auf die Bibel erklärte er, “sie lehrt uns nicht, was andere uns lehren, aber sie lehrt uns, woher wir kommen, wohin wir gehen und wer uns auf der Strecke dazwischen trägt und fröhlich forschen und lehren lässt”. Herbst verwies in diesem Zusammenhang auf ein Denkmal Bugenhagens in der Nähe des Universitätsgebäudes, das Bugenhagen mit einer aufgeschlagenen Bibel auf den Knien zeige, den Blick fest auf das Hauptgebäude der Universität gerichtet. (15.9.2008) 
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