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Gottesbote kehrt zurück

Kirchengemeinde Groß Mohrdorf feiert Taufengelfest

11.05.2016 ǀ Groß Mohrdorf.  Mit einem Gemeindefest feiert die Kirchengemeinde Groß Mohrdorf (Propstei Stralsund) am kommenden Sonnabend (14. Mai) die Rückkehr des restaurierten Taufengels aus dem Jahr 1724. Zum Festgottesdienst (14 Uhr - im Anschluss Gemeindefest) wird auch die Stralsunder Pröpstin Helga Ruch erwartet. 

„Eigentlich ist der Engel schon im Dezember wieder zurückgekehrt, doch wir wollten für das Fest auf den Frühling warten“, sagt Dr. Ingrid Hartmann vom Förderverein der Kirche Groß Mohrdorf. Im Jahr 1945 war der Engel abgestürzt und lag dann jahrelang weitgehend unbeachtet im Seitenschiff unter einer Treppe. Erst die Recherchen und ein Vortrag von Autorin Brigitte Becker-Carus in der Groß Mohrdorfer Kirche im Rahmen ihrer Arbeit an dem Buch „Taufengel in Pommern“ retteten den Engel aus der drohenden Vergessenheit. „Frau Becker-Carus hat den Groß Mohrdorfer Taufengel als schönsten Engel in Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet“, erzählt Ingrid Hartmann. Und so beschlossen Kirchengemeinde und Förderverein, die Restaurierung der vom Stralsunder Bildhauer Elias Kessler (1685-1730) geschaffenen Engelsfigur in Auftrag zu geben.

Zahlreiche Spenden finanzierten Restaurierung

„Wir haben viele Spenden gesammelt, um die Restaurierung zu finanzieren“, so Ingrid Hartmann, die auch als Küsterin in Groß Mohrdorf tätig ist. Unterstützung kam von der Ursel-Grohn-Schönrock-Stiftung. Die Arbeiten an dem Engel wurden an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden durchgeführt und von Restaurator Stephan Thürmer bildhauerisch ergänzt. Auch die Aufhängung des Engels an der Kirchendecke über dem Altar musste erneuert werden. „Beim Anbringen des Taufengels hat uns die Feuerwehr sehr unterstützt. Das war eine Riesenaktion“, erinnert sich Ingrid Hartmann. Allein die Suche nach der historischen Öffnung in der Decke, die inzwischen verputzt war, sei langwierig gewesen. Insgesamt habe die Restaurierung wohl mehr als 16.000 Euro gekostet, schätzt Ingrid Hartmann. Entsprechend groß sei die Freude in der Gemeinde, dass nun das Taufengelfest gefeiert werden könne.

Historisches Taufbecken erneuert

Seine eigentliche Funktion kann der Taufengel allerdings nicht mehr erfüllen. Die restaurierten Arme des Engels sind zu schwach, um die Taufschale sicher zu halten. Aus diesem Grund wurde kein Absenkmechanismus installiert, mit dem der Engel sonst bei einer Taufe herabschweben würde. „Stattdessen haben wir den alten Taufstein erneuern lassen“, sagt die Küsterin. Dazu wurden Becken und Mittelstück vom Steinmetzbetrieb Eichhorst neu angefertigt. Der historische Fuß des Beckens, der vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt, konnte aus dem Fundament eines Emporenpfeilers geborgen werden. Wenn der neue Taufstein wie geplant fertig wurde, können sich Gemeindeglieder und ihre Gäste am kommenden Sonnabend während des Taufengelfests auch über die neue Taufe freuen.
Quelle: PEK (sk)