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Nach dem Tornado

Kopie der Sonnenuhr wird erst 2016 in der Bützower Stiftskirche angebracht

28.08.2015 ǀ Bützow.  Der Tornado in Bützow vom 5. Mai hat auch die Pläne für die neue Sonnenuhr der Stiftskirche heftig durcheinandergewirbelt. Da die Kirche wahrscheinlich noch bis Dezember wegen Reparaturarbeiten an Dach und Fenstern eingerüstet sein wird, wird die Sonnenuhr-Replik voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr am Sakralbau angebracht, teilte der Vorsitzende des Fördervereins der Stiftskirche, Axel Ulrich, mit. Ursprünglich war geplant, die Kopie der 250 Jahre alten, kulturhistorisch wertvollen Lüdersschen Sonnenuhr am 22. August dieses Jahres einzuweihen. Die offizielle Einweihung wird Ulrich zufolge voraussichtlich um ein Jahr auf August 2016 verschoben.

Für die originalgetreue Replik war im vergangenen April Spezialbeton in eine Silikonform gegossen worden. Die Kopie soll ihre Farbfassung in Anthrazit, Gold und Silber sowie den Schattenstab erst erhalten, nachdem sie außen, am jetzt leeren Südost-Pfeiler des Sakralbaus in etwa drei Metern Höhe angebracht worden ist. Das ist dort, wo das Original einst hing. Eine zweite Kopie wird eventuell in diesem Herbst gegossen. Der Zweitguss erfolgt laut Ulrich sicherheitshalber und war von vornherein geplant.

Das gesamte Vorhaben koste etwa 35.000 Euro und sei "durch Spenden weitestgehend abgedeckt", sagte Ulrich. Allein durch zweckgebundene Spenden seien bislang etwa 17.000 Euro zusammen gekommen. Die alte Sonnenuhr ist aus hellgrauem gotländischen Kalkstein gefertigt und etwa 1,40 Meter hoch und 1,20 Meter breit. Ihre ursprüngliche Farbfassung in Anthrazit, Gold und Silber ging im Laufe der Zeit ebenso verloren wie ihr Schattenstab. Um sie vor dem weiteren Verfall zu schützen, wurde sie 2009 abgenommen, gereinigt und konserviert und dann hinter dem Altar der Stiftskirche aufgestellt.

Die Lüderssche Sonnenuhr von 1765 ist komplex. Man konnte auf ihr unter anderem die Jahreszeit, den Kalender und das Tierkreiszeichen ablesen. Zudem war durch den Schatten zu erkennen, wann genau es in diversen Städten wie etwa Athen, Rom, Moskau oder Lissabon 12 Uhr mittags war. Die Uhr stammt aus der Zeit, als Bützow eine Universität hatte (1760 bis 1789) und auch die Stiftskirche für Vorlesungen genutzt wurde.
Quelle: epd

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