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Sanierung von St. Nikolai

Greifswalder Domgemeinde beginnt Turmsanierung

Die Gerüstbauarbeiten am Turm des Greifswalder Doms haben begonnen.
11.03.2016 ǀ Greifswald.  Die etwa 2,3 Millionen Euro teure Turmsanierung des Greifswalder Doms St. Nikolai hat zu Beginn dieser Woche mit der Einrüstung begonnen. Damit startete der schwierigste und kostenintensivste Bauabschnitt der Sanierung des Wahrzeichens der Hansestadt. Zwei Jahre wird die Sanierung dauern. Erhebliche Flächen des Mauerwerks müssen instandgesetzt werden. Teile der Holzkonstruktion des Turms werden zunächst einer Schadstoffentsorgung unterzogen, da sie unter anderem mit dem Holzschutzmittel Hylotox belastet sind. Erst dann können die Zimmerleute an die Behebung der Schäden gehen. Auch muss der Turm durch diverse Zuganker in unterschiedlichen Ebenen konstruktiv verstärkt werden, um weitere gefährliche Rissbildungen zu verhindern. Des Weiteren werden Natursteingesimse restauriert.

Einige Schäden können erst aus der Nähe beurteilt werden

„Wenn das Geld reicht, kann auch das Fenster über dem Westportal saniert werden. Das wissen wir aber erst im Sommer, wenn alle öffentlichen Ausschreibungen der insgesamt zehn unterschiedlichen Gewerke gelaufen sind“, sagt Dombaukoordinator Stefan Scholz. „Das dauert so lange, weil einige Schadenspunkte, wie zum Beispiel das Natursteingesims und die Turmuhr, erst vom Gerüst aus gesehen verlässlich beurteilt werden können.“ Für die Sanierungsarbeiten am so genannten Westwerk des Doms ist, nach Aussage von Architekt Burkhard Eriksson und Statiker Jens-Uwe Schwepler (beide aus Stralsund), eine sehr aufwändige Rüstung erforderlich. Aus Kostengründen wird sie nur bis zur Höhe der Besucherplattform aufgeführt. Eine Einrüstung des Turmhelms mit seinen zwei charakteristischen „Zwiebeln“ und den offenen Laternen würde erhebliche zusätzliche Kosten bedeuten, sei aber entbehrlich – das habe die Untersuchung der Turmspitze durch „Alpinisten“ im vergangenen Sommer ergeben, erklärt Stefan Scholz. Die Industrie-Kletterer hatten die Kupferdeckung des Turmhelms von außen inspiziert und dokumentiert, dabei aber nur kleinere Schäden gefunden. Diese werden im Sommer 2016, wiederum von fachlich qualifizierten Bergsteigern, behoben.

Siebenter Bauabschnitt soll im Herbst 2017 abgeschlossen sein

Bis Ende Oktober 2017 sollen die Sanierungsarbeiten dieses siebenten Bauabschnitts dauern. Die Sanierung des Turms von St. Nikolai wird etwa 2,3 Millionen Euro kosten. Mit 1,5 Millionen Euro Städtebaufördermitteln unterstützen die Stadt Greifswald und das Land Mecklenburg-Vorpommern die Maßnahmen am Wahrzeichen von Greifswald ganz erheblich. Weitere Unterstützung erfährt die Domgemeinde von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (400.000 Euro) und der Hermann Reemtsma Stiftung (380.000 Euro) sowie von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (30.000 Euro). Fünf Millionen Euro kostet die aktuelle Phase der Domsanierung insgesamt. Sie umfasst die Bauabschnitte vier bis acht. Mehr als zwei Millionen Euro wurden seit dem Jahr 2013 bereits umgesetzt. Schwerpunkte waren das nördliche und das südliche Seitenschiff sowie der Einbau von Zugankern im Mittelschiff.

Gemeinde ist weiterhin auf Spenden angewiesen

Ein großer Kreis von Unterstützenden beteiligt sich an der Finanzierung: der Bund (Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und Medien), die Denkmalpflege des Landes M-V, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Hermann Reemtsma Stiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung für kirchliches Bauen zählen dazu. Der Dank der Domgemeinde und des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gilt allen Förderern für die Unterstützung. Die Domgemeinde muss 435.000 Euro aus Eigenmitteln und Spenden aufbringen und ist daher dankbar für jeden Beitrag. Ein erfolgreiches Element ist dabei die Spendensammlung „Aktion 262“, bei der Spender symbolisch die Patenschaft für Stufen des Turms übernehmen. Informationen dazu gibt es unter www.dom-greifswald.de/spenden.html. Bislang konnten durch diese Spendenaktion schon für mehr als 130 Stufen Unterstützende gewonnen werden.
Quelle: PEK (sk)