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Aktion will auf brisantes Thema Suizid aufmerksam machen

Ginko-Baum als Zeichen für das Leben

Am Welttag der Suizidprävention wurde im Neubrandenburger Kulturpark ein Ginkgo-Baum gepflanzt.
10.09.2020 ǀ Neubrandenburg.  Ein Zeichen für das Leben. Mit einem gepflanzten Ginkgo-Baum wurde heute im Neubrandenburger Kulturpark der Welttag der Suizidprävention begangen. "Ein Netzwerk aus der Vier-Tore-Stadt unter Federführung der Ökumenischen Telefonseelsorge, zu dem u.a. das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, Kirchgemeinden der Stadt, die DRK-Selbsthilfekontaktstelle und die Tageszeitung ,Nordkurier' angehören, hat diese Aktion vorbereitet", sagt Pastorin Christina Jonassen aus der Johannis-Kirchengemeinde. Eigentlich sei ein Aktionstag mit Vorträgen und Gesprächen für Schüler vorgesehen gewesen. Jonassen: "Angesichts der Corona-Pandemie haben wir umgeplant."

Mit dem Baum im Rosengarten soll es einen Ort geben, "an dem Menschen verweilen können, um sich zu besinnen, um ihre eigenen Gründe für das Leben zu finden, um zur gedanklichen Ruhe kommen zu können", sagte Bianca Hein, Leiterin der Ökumenischen Telefonseelsorge im Vorfeld dem "Nordkurier". Der Ort könne "ein Treffpunkt sein, wo man sich im Leben begegnet und der gleichsam daran erinnert, dass Menschen füreinander da sind".

Die Botschaft des Netzwerkes richtet sich an Menschen mit Suizidgedanken oder Menschen, die von Suizidgedanken anderer erfahren und helfen möchten: Sie sind nicht allein und können Hilfe finden. Ein Kurzfilm behandelt ebenso das drängende Thema:


Hintergrund:

In Deutschland sterben mehr Menschen durch Selbsttötung als durch Verkehrsunfälle, Drogenmissbrauch, Aids und Mord. Und zwar zusammengerechnet. Männer legen etwa dreimal so häufig Hand an sich wie Frauen.

Im Jahr 2017 nahmen sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 9.241 Menschen in Deutschland das Leben. Die meisten davon, 1.026 Personen, waren zwischen 50 und 54 Jahren alt. Während 6.990 Männer Selbstmord begingen, waren es bei den Frauen 2.251. Etwa zehn Prozent der Menschen, die ihr Leben beendeten, waren jünger als 30 Jahre. Die Suizidrate in Deutschland ist zwar seit den 1980er Jahren gesunken, hält sich aber seit Jahren auf konstant hohem Niveau.

Quelle: ELKM (cme)

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