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Überschrift:
Pommersche Synode: entschieden vertagt!
Oder:
Nach der Synode ist vor der Synode
Oder:
PEK - Prüfende Evangelische Kirche
Die Pommersche Landessynode hat sich am 17. März entschieden. Entschieden, die Abstimmung über die Zukunft der Pommerschen Evangelischen Kirche zu vertagen. Erst auf der Herbstsynode im Oktober wollen die 67 Synodalen darüber befinden, ob es einen Anschluß an die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) geben wird oder ob man in Verhandlungen zur Bildung einer Nordkirche eintritt.
Nach fast zehn Stunden Debatte kam es zu Abstimmungen. Nur mit knapper Mehrheit wurde ein Antrag auf sofortige Beitrittsverhandlungen mit der EKBO abgelehnt: 27 Ja- und 30 Neinstimmen.
Danach fand der Antrag der Kirchenleitung Zustimmung, dem Angebot der Nordelbischen Kirche zu folgen, die die mecklenburgische und die pommersche Kirche zu Sondierungsgesprächen über eine „Kirche im Norden“ eingeladen hatte.
Diese könnten schon Anfang Mai bei einem Treffen der drei Kirchenleitungen in Greifswald beginnen, sagte Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit.
Aber es steht wenig Zeit zur Verfügung, denn Ende September tagt schon die nordelbische Synode, Mitte Oktober die pommersche Synode und es steht zu vermuten, daß dann der Anschlußantrag an die EKBO wieder auf der Tagesordnung steht, denn ein Synodaler sagte: „Nach der Synode ist vor der Synode.“
Nun soll für unsere Landessynode ein weiterer Prüfauftrag zu einer Nordkirche vorgelegt werden, wobei deutlich ist, daß der nicht so konkret sein wird, wie die für einen Anschluß an die EKBO.
Und ob es nun um die Bildung einer Kirche im Norden geht oder einen Anschluß an Nordelbien, wie mehrere Synodale sagten ist wohl nur ein Formulierungsunterschied, denn wir wären dann nur 5% einer neuen Kirche. Übrigens bei einem Anschluß an die EKBO 10%.
Der Greifswalder Synodale Prof. Dr. Fleßa wies auf diese Zahlen hin und sagte, daß die Bewahrung der pommerschen Identität nur geschehen könne, wenn sie „losgelöst ist von der Organisation.“
Die Bewahrung eigener Identität steht bei den drei Modellen immer im Hintergrund: Bei einer Fusion mit Mecklenburg wären wir 1/3 der Synode, bei einem Anschluß an die EKBO mindestens 15 Synodale und bei einer Nordkirche nur fünf bis sieben Synodale. Die EKBO hat 1,2 Millionen Gemeindeglieder und die Nordelbische Kirche alleine 2,3 Millionen. Da fallen Mecklenburg mit 210.000 und Pommern mit 103.000 wenig ins Gewicht. Aber deutlich wurde, daß die Pommersche Kirche nicht eigenständig bleiben kann. Es gibt in wenigen Jahren ein strukturelles Defizit von 1,5 Millionen Euro und die EKD-Zahlungen werden bei uns in jedem Jahr um 5% reduziert, da wir wegen der Höhe der Staatsleistungen im Grunde eine „Geberkirche“ wären.
Eine wichtige Frage war auch der Gestaltungsraum. Einige sagten, daß eine Kirche von Rügen bis Görlitz zu groß sei, daß wir aber im Bundesland ein Gestaltungsraum seien und auch in einer Nordkirche sei der Ostseeraum - das mare balticum - eine Größe, die in Zukunft immer wichtiger werden würde.
Fraglich ist aber, ob die mecklenburgische Nachbarkirche offen ist für eine „Nordkirche“. Landesbischof Beste hat dafür Offenheit signalisiert, aber die mecklenburgische Synode wird Ende März dazu Stellung nehmen.
Die Landessynode steht also Mitte Oktober vor einer schweren Entscheidung: Es gibt einen Prüfbericht zum Beitritt zur EKBO mit „belastbaren Zahlen“, wie Konsistorialpräsident Peter von Loeper sagte, aber zu einer Nordkirche wird es vermutlich nur ein „Eckpunktepapier“ geben, wie er vermutet. Auch ist die Einladung zu Sondierungsgesprächen bisher nicht von der nordelbischen Synode genehmigt worden, die erst Ende September tagen wird.
So stehen wir also im Herbst vor einer schweren Entscheidung, die aber dann wirklich getroffen werden muß. Eine weitere Verschiebung wird nicht möglich sein.
Der Gützkower Pfarrer Hans-Joachim Jeromin schlug angesichts der Prüfaufträge vor, das Kürzel PEK in „Prüfende Evangelische Kirche“ umzubenennen.
Rainer Neumann
Belegexemplare bitte an die Redaktion. 
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