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GemeindeChorHaus für St. Johannis Kantorei eingeweiht

Bischof von Maltzahn: Singen und Musizieren eröffnen Zugänge zu Gott

Am Sonntag wurde das neue GemeindeChorHaus feierlich eingeweiht.
09.10.2016 ǀ Rostock.  Nach neun Monaten Bauzeit ist am Sonntag in Rostock das Chor-Haus der St. Johannis-Gemeinde eingeweiht worden. Zum Festgottesdienst kam auch Bundespräsident Joachim Gauck, der den neuen Probenraum der größten Kantorei in Mecklenburg-Vorpommern mit einer privaten Spende von 25.000 Euro unterstützte.

„Mit dem GemeindeChorHaus sind mutig Weichen für das künftige Gemeindeleben gestellt worden", sagte der Schweriner Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn im Festgottesdienst in der St. Johannis-Kirche. Zugleich verwies er in seiner Predigt darauf, dass im Singen, im Musizieren verwandelnde Kraft liegt, die unser Leben im besten Sinne reich und schön macht!

"Gott wird sichtbar, wo er besungen wird“

Lange wurde das Bauprojekt im Barnstorfer Wald geplant, besprochen und beworben. Jetzt haben die fünf Chöre der St. Johannis Kantorei einen eigenen Probenraum. „All die Mühen waren nicht umsonst. Gott hat seinen Segen nicht zurückgehalten“, sagte Bischof v. Maltzahn. Er freue sich mit der Kirchengemeinde und den 400 Sängerinnen und Sängern, dass „die fruchtbare Arbeit nun die räumlichen Voraussetzungen bekommt, die ihr entsprechen“. Aus eigenem Erleben als damaliger Chorsänger blickte Andreas v. Maltzahn auf die früheren, beengten Verhältnisse zurück: „Manchmal, wenn wir mit dem Jugendchor im Gemeindesaal probten, war die Luft zum Schneiden.“

Mit dem neuen Gebäude bekommt die vielfältige Arbeit der größten Kantorei in MV gute Rahmenbedingungen und neue Entwicklungsmöglichkeiten. Zugleich, so der Bischof, wisse man aus reicher Erfahrung, dass „im Singen, im Musizieren verwandelnde Kraft liegt, die unser Leben im besten Sinne reich und schön macht“! Diese Kraft helfe, die Welt und das Leben tiefer, reicher, wacher wahrzunehmen. „Gott wird sichtbar, wo er besungen wird.“ So könnten Menschen Mühe haben mit der Vorstellung, dass es ein Wesen wie Gott geben könnte. „Denselben Menschen ergeht es anders, wenn sie die Matthäus-Passion erleben oder eine Bachkantate singen“, so Bischof v. Maltzahn und ergänzte. „Da öffnen sich Zugänge. Da wird etwas erlebbar. ,Gott kommt uns nahe, wo er besungen wird.‘“

Neubau kostet rund 1,5 Millionen Euro

Im Januar war Grundsteinlegung für das eingeschossige Gebäude neben der St. Johanniskirche im Barnstorfer Wald. Auf gut 420 Quadratmetern sind im GemeindeChorHaus ein großer teilbarer Saal, ein Büro für den Gemeindepastor sowie Küche, Garderobe, Toiletten und Lagerräume entstanden. Der Kirchenkreis Mecklenburg hat das Bauprojekte mit 650.000 Euro gefördert, die öffentliche Hand, Stadt und Land, stellten gemeinsam 150.000 Euro zur Verfügung und u.a. die Reemtsma-Stiftung gab 400.000 Euro dazu. Mittels privater Spenden der Chorsänger und der Kirchengemeinde kamen zudem mehr als 200.000 Euro zusammen. Zudem hat Bundespräsident Joachim Gauck nach Angaben der Gemeinde in einer privaten Spende 25.000 Euro gegeben. Insgesamt kostete der Neubau rund 1,5 Millionen Euro.

Mit jährlich mehr als 50 Konzerten auf höchstem künstlerischem Niveau prägt die St. Johannis Kantorei das musikalische Leben in der Hansestadt und weit darüber hinaus. Kinder- und Jugendarbeit spielt eine besondere Rolle in der Gemeinde. Mit der Verleihung des Kulturförderpreises des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Kulturpreises der Hansestadt Rostock wurde die Arbeit der Kantorei unter Leitung von Prof. Markus Johannes Langer bereits öffentlich gewürdigt.
Quelle: ELKM (cme/dav)


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