Nach oben

Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Mecklenburg

Gehörlosenseelsorge

Gehörlosenseelsorge Mecklenburg
Mit Gehörlosenseelsorge wird zusammengefasst, was es an Veranstaltungen und Angeboten für und von Gehörlosen in unserer Kirche gibt: Gottesdienste, Freizeiten, Seelsorge, Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen, Religionsunterricht, Fahrten, Projekte, Aktionen, Themenabende und vieles mehr.

Gehörlose Menschen sind integraler Bestandteil der Schöpfung Gottes (siehe 2. Mose 4,11). Ihre Sprache und Kultur sind vielfältig und einzigartig. Sie zu leben und in ihnen das Evangelium von der freien Gnade Gottes zu erfahren und zu leben ist Ziel der Gehörlosenseelsorge.

Gehörlosenseelsorge ist gebärdensprachlich orientierte Gemeindearbeit. Alle Veranstaltungen finden in Deutscher Gebärdensprache (DGS) statt, der Sprache gehörloser Menschen - gegebenenfalls mit Dolmetscher.

Gehörlosenseelsorge ist Gehörlosengemeinschaft in der Kirche und Kirche in der Gehörlosengemeinschaft. Unser Gemeindeleben richtet sich in Sprache, Kultur und Programm an den Begabungen, Fähigkeiten und Bedürfnissen der Menschen aus, die hier Gemeinschaft leben.Wir stehen ein für die Interessen der evangelischen Gehörlosen in der Kirche und in den Selbsthilfeorganisationen der Gehörlosengemeinschaft.

Gehörlos

Ungefähr jeder tausendste Mensch in Deutschland ist gehörlos. Gehörlose Menschen nehmen die Welt vorwiegend mit den Augen wahr; sie verarbeiten etwa doppelt so viele visuelle Eindrücke wie hörende Menschen. An der alltäglichen Kommunikation in der Lautsprache können gehörlose Menschen nur sehr eingeschränkt teilnehmen. Die Sprache der Hörenden müssen sie von den Lippen absehen. Nur etwa ein Drittel der Laute ist dabei eindeutig zu erkennen, der Rest muss erraten werden. Darum verlangt die Verständigung mit Hörenden hohe Konzentration; und was in der Stimme neben den Worten mitschwingt, das entgeht den Gehörlosen.

Gebärdensprache

Untereinander verständigen sich Gehörlose in der Gebärdensprache. Handzeichen, Mimik und Körpersprache zusammen bilden eine vollständige Sprache, in der sich gehörlose Menschen unbehindert und entspannt über alle Themen des Lebens austauschen können. Gebärdensprachen sind national verschieden. In Deutschland ist die Gebärdensprache seit 2002 als eigenständige Sprache anerkannt.

Übrigens:
Gehörlose Menschen verständigen sich nicht nur in der Gebärdensprache; sie haben auch mit viel Mühe sprechen gelernt. Sie sind sehr kommunikativ – und nicht stumm. Deshalb empfinden sie das Wort „taubstumm“ als diskriminierend.

Weitere Informationen unter: www.meine-kirche.net